Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück – Hector and the Search for Happiness (Filmkritik)

Hector (Simon Pegg) ist ein Psychiater mit einer gut laufenden Praxis, einem durchorganisierten Leben und einer Beziehung mit Clara (Rosamund Pike), die ihm nach besten Wissen und Gewissen bei der Organisation seines Lebens hilft.

Dennoch hat Hector dasselbe Problem wie die meisten seiner Patienten: Er fühlt sich nicht wirklich glücklich. Aus diesem Grund macht er sich auf eine Reise um die Welt, um dem Phänomen Glück auf den Grund zu gehen.

Hector and the Search for Happiness

Als mir dieser Film beim Unterhaltungsdealer meines Vertrauens in die Hände viel, war ich zugegebenermaßen kurz verwirrt. Hatte man nach weniger als einem Jahr versucht, ein Remake der Geschichte von und über „Walter Mitty“ zu inszenieren? Aber die viel wichtiger Frage lautet wohl: Warum habe ich von diesem Film noch nie etwas gehört?

Immerhin sind hier neben Simon Pegg (Star Trek) noch diverse andere bekannte Schauspieler zu sehen und auch die Geschichte klingt interessant. Wenn man dann jedoch bedenkt, dass dieser Film sein Budget von ca. 15 Millionen Euro nicht im Ansatz wieder einspielen konnte, liegt der Verdacht nahe, dass in den Kinos zum damaligen Zeitpunkt, anscheinend kein Platz für Hectors Abenteuer war.

Der Film beginnt mit einer umfangreichen Einführung von Hectors momentaner Situation. Er versucht sein Bestes damit es seinen Patienten besser geht und obwohl er etwas von seinem Beruf versteht, hat er nicht das Gefühl ihnen wirklich helfen zu können. Als ihm eine Wahrsagerin, die übrigens von Veronica Ferres gespielt wird, prophezeit er würde sich bald auf eine lange Reise machen, beschließt er auch kurze Zeit später das zu tun.

Seine Reise führt ihn unter anderem nach China und Afrika, wo er an exotischen Orten, die unterschiedlichsten Menschen kennen lernt. Da gibt es zum Beispiel einen reichen Banker (Stellan Skarsgård – „Thor“ ) oder einen Drogenbaron (Jean Reno – „Alex Cross“ ) und immer wieder stellt sich die Frage, ob die betreffenden Personen glücklich sind.

Der Film lebt in weiterer Folge von Simon Peggs Performance, der vermutlich alles zwischen bitterem Ernst und absolut fröhlich spielen kann und den Zuschauer an dieser Stelle auf eine außergewöhnliche Reise mitnimmt. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass jeder Mensch die Verpflichtung hat glücklich zu werden.

Das klingt ja bis jetzt alles schön und gut aber dennoch offenbart der Film beim genaueren Hinsehen und im Vergleich mit seinem Kollegen „Walter Mitty„, die eine oder andere Schwachstelle. Da wäre beispielsweise die Tatsache, dass man als Zuschauer (und zwar trotz einer Laufzeit von zirka zwei Stunden) nie das Gefühl hat, Hector wäre wirklich weit in der Welt herumgekommen.

Dass hier ein Roman (mit demselben Titel) adaptiert wurde, funktioniert weitgehend gut. Manche Szenen wirken so als wären sie mit Liebe zum Detail gemalt worden, aber dennoch gibt es Momente in denen sich die Nähe zur Vorlage auch ein Stück weit negativ bemerkbar macht. Das Ende ist ebenfalls weniger befriedigend als beim Kollegen Mitty.

Die Schauspieler sind durch die Bank sehr gut, wobei man beim Cast generell einen vergleichsweise bunten Mix zusammengestellt hat. Neben den bereits erwähnten sticht dann besonders Rosemund Pike heraus, deren Performance ein wenig an die von „Gone Girl“ erinnert (abzüglich der Psycho-Spiele).

Ist „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ also ein toller Film? Ich würde sagen ja, aber mit Einschränkungen. Wer eine interessant, aber vergleichsweise kurze Reise genießen kann, deren abschließende Erkenntnis auch aus einem Glückskeks stammen könnte, der ist hier richtig. Simon Pegg trägt den Film mit Leichtigkeit alleine und zeigt sich erneut von seiner Vielseitigkeit.

Der Film „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ bekommt 7/10 glücklich werdende Empfehlungspunkte.


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