Constantine: City of Demons (Filmkritik)

John Constantine (gesprochen von Matt Ryan) hat genug mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen, doch eines morgens rennen die kleinen Teufel doch wirklich in seiner Wohnung herum und wollen ihm an den Kragen. Kaum hat er dieses Problem gelöst, klopft ein alter Freund an seine Türe. Dieser glaubt, dass seine Tochter aus magischen Gründen im Koma liegt und fragt John, ob er sich die Sache ansehen kann.

Die Befürchtungen bestätigen sich und John ruft eine ganz spezielle Krankenschwester (gesprochen von Laura Bailey) herbei, die das Mädchen beschützen soll, während John sich nach Los Angeles aufmacht, um die gestohlene Seele des Mädchens, zurück zu holen. Dort lauert jedoch ein großes Übel aus seiner Vergangenheit und selbst Constantine könnte den kommenden Herausforderungen, nicht gewachsen sein.

Der neueste Film der Warner Bros Animation Studios, war ursprünglich eigentlich eine Web-Serie, die nun als 90 Minuten langer Film veröffentlicht wurde. Die Geschichte ist eine Verfilmung der Graphic Novel „Hellblazer: All His Engines“ und sieht sich selbst aus filmischer Sicht als direktes Spin Off der Justice League Dark. Neben dem Kinofilm mit Keanu Reeves aus dem Jahre 2005, gab es 2014 eine kurzlebige Serie. Seit dieser Zeit spielt Matt Ryan (Flypaper) diesen Charakter.

Der DC-Heldensender schlechthin CW hat sich jedoch die Rechte besorgt und nach Gastauftritten bei Arrow, ist er nun ein fixes Mitglied der aktuellen Staffel von Legends of Tomorrow. Er entspricht dem Comic und passt perfekt in die Rolle, ich weiß aber jetzt, was mein Blog-Kollege bei Justice League Dark gemeint hat als er schrieb, dass die Sache nicht ganz stimmig ist. Es stört mich nicht wirklich, jedoch merkt man irgendwie nicht durchgehend, dass Ryan selbst John spricht.

Aber egal, kommen wir zum „Film“ selbst der definitiv zu den erwachsensten DC-Abenteuern überhaupt gehört. Köpfe abbeißen, Leute zerteilen oder ein Swimmming-Pool voll mit Leichen, wo der Dämon darauf wartet, dass sie sich zersetzen, um darin baden zu können. Abstossend und ekelhaft ist sie eben, die Welt der Dämonen und die gezeigten Bilder, verfehlen ihre Wirkung nicht.

Auch ist dies eine Welt der Verführung, denn sowohl die teuflischen Wesen als auch die meisten Damen, setzen ihre Stimmen manipulativ ein und so gut wie immer, zum eigenen Vorteil. Constantine ist ja im Prinzip eine Detektiv, da immer viel von der Informationssuche über den jeweiligen Feind abhängt und man hat dabei das Gefühl, als würde sich die Abwärtsspirale, immer weiter drehen.

Wenn dann die Action doch losgeht, dann würde dies bei einem Realfilm sicherlich das Budget sprengen und es macht ziemlich Spaß zu beobachten, wie cool Constantine in solchen Momenten bleibt. Er hat einfach diese „ich habe nichts mehr zu verlieren“ Mentalität, aber ganz so wahr, ist diese Aussage natürlich auch nicht. Ideen wie die inneren Dämonen nach außen zu kehren, im Inneren eines Wesens eingesperrt zu sein oder Sex mit einer Stadt zu haben (ja, das habt ihr richtig gelesen), sind schön schräg und passen ins Gesamtbild.

Entwarnung kann ich auch im folgenden Bereich geben: das Ganze ist ein flüssiges Abenteuer bei dem man nie bemerkt (z.b. durch Schnitte), dass es sich um eine zusammen geschnittene Serie handelt. Der Animationsstil reiht sich nahtlos in die Qualität der letzten Warner-Produktionen ein, wobei ich sagen muss, dass mir persönlich die Sequenzen in der Totale auf die Stadt mit all den Autos, einfach nicht so gefallen, weil sie zu klinisch und animiert statt gezeichnet wirken.

Das Ende ist dann so was von bittersüß, erwachsen und mit der für John typischen Melancholie versehen, dass ich nur grinsen konnte, leicht gequält, aber doch, es war ein Lächeln. Für Fans von Constantine sicherlich ein Fest, so lange sich keine Kinder unter ihnen befinden, was auf Grund des Ausgangsmaterials, jedoch sowieso nicht der Fall sein dürfte. Spannend, emotional und düster und immer mit einem Ass im Ärmel. Alles hat jedoch seinen Preis und nichts gibt es umsonst auf dieser Welt. John weiß das und nun wisst es auch ihr.

„Constantine: City of Demons“ bekommt von mir 8/10 in all dem Schmerz eine gewisse Genugtuung empfindende Empfehlungspunkte.


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