Silent Hill (Filmkritik)

Rose Da Silva (Radha Mitchell) macht sich Sorgen um ihre Tochter Sharon (Jodelle Farland), da diese immer wieder von einem Ort namens Silent Hill träumt. Dazu gesellen sich Schlafwandeleien und die sind leider nicht ungefährlich. Entgegen den Rat ihres Mannes (Sean Bean) packt Rose ihre Tochter ein und sie machen sich auf den Weg nach Silent Hill. Rose denkt, dort findet sie die Antwort auf die Albträume von Sharon und vielleicht Heilung.

Nun, Rose liegt richtig. Aber die Antwort auf die Frage, was mit Sharon geschieht will sie vielleicht überhaupt nicht wissen. Und Silent Hill ist eine alte, sehr alte Stadt. Mit vielen Geheimnissen. Der ewige Ascheregen kennt die Antwort. Und wenn die Sirenen heulen, dann erst bist du angekommen …

„Silent Hill“ ist wohl eine der bekanntesten Videospielreihen. Und in erster Linie für erwachsene SpielerInnen interessant. Zum einen, weil es teilweise sehr lang(wierige) Spiele sind. Zum anderen, weil die Themen, die aufgegriffen werden schon wirklich starken Tobak darstellen. Ich kann und will jetzt nicht spoilern, aber wer „Silent Hill 2“ jemals gespielt hat, wird wohl nie das Ende vergessen. Leider baute die Serie nach und nach ab. Mal sehen, was die nächsten Jahre (das Reboot „Silent Hills“ mit Norman Reedus wurde ja bekanntlich nach einer extrem gruseligen Demo auf Eis gelegt) damit passiert.

2006 kam eine Verfilmung ins Kino. Regie hat Christophe Gans geführt, der sich mit Filmen wie „Pakt der Wölfe“ oder „Crying Freeman“ einen Namen gemacht hat und zwar einen verdammt guten Namen. Regie durfte er für diesen Film angeblich übernehmen, weil er Fan der Franchise ist und den Produzenten ein paar selbst gedrehte Szenen geschickt hat, die er mit der Musik der Spiele (und „Silent Hill“ hat ein paar der besten Soundtrack-Nummern überhaupt) unterlegt hat.

„Silent Hill“ hat für mich zwei Punkte eindeutig bewiesen:

a) Es gibt keinen Videospielfluch. Wenn die richtigen Leute am Ruder sind, dann passt alles und die Umsetzung eines Spiels bzw. einer Reihe kann gelingen. So macht Christophe Gans in „Silent Hill“ so gut wie alles richtig. Die düstere Grundstimmung, die Kamerperspektiven, der Asche-Regen, das „parallele“ Silent Hill und die abartige, abgedrehte, aber thematisch perfekte Auflösung der Story – der Film ist einfach ein Hammer. Es ist keine Verfilmung eines der Spiele, aber eine klassische „Silent Hill“-Story, die alles hat, was es braucht: Eine Meta-Ebene, eine psychische Ebene und Manifestationen von vorhergegangenem Unrecht, welches bis heute nicht wieder gutgemacht wurde. Auch das Ende – wenn auch traurig – ist wirklich passend. Und sind wir ehrlich: Die Musik ist einfach immer noch unglaublich genial.

b) Es gibt einen Videpspielfluch. Wenn die falschen Leute einen Film sehen, der auf „ihrer“ Franchise beruht und die dann nicht genau das bekommen, was sie erwarten, dann zerfetzen sie den Film. Da gibt es auch keinen Mittelweg á la: „Die Story war mies“ oder „XY gefiel mir nicht“, sondern es heißt sofort: „Miesester Film aller Zeiten – Drehbuch schlecht, Story schlecht, Schauspieler schlecht – alles schlecht!“. Leider sind – zumindest kommt es mir oft so vor – Fans von Videospielen was deren Umsetzung betrifft Idioten. Da nehme ich mich selbst (siehe „Tomb Raider„) nicht aus.

Wenn man „Silent Hill“ jetzt mal nicht mit Fanboy-Augen sieht, dann ist es ein gelungern, schräger, streckenweise wirklich brutaler, Horrorfilm mit tollen Effekten, intensiven Momenten, irren Ideen, kranken Monstern (Hausmeister, nur am Rande erwähnt …) und einem perfekt aufgelegen Cast. Das Finale ist dann wirklich blutig geworden, passt aber zu diesem Film wirklich perfekt als runder Abschluss.

Wirklich schade, dass Teil 2 („Silent Hill: Revelation 3D„) so in den Sand gesetzt wurde.

„Silent Hill“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, eine eigenständige Geschichte mit der richtigen Atmospähre erzählende, Punkte.

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