Best of Worst Case: Silent But Deadly (2011 Filmkritik)

Thomas Capper (Jason Mewes) liebt Schafe. Als sein Vater eines Tages in einem Anfall von Wut ein Schaf vor seinen Augen erschießt, dreht er durch und bringt ihn um. Genauso wie seine beiden lesbischen, russischen Stiefmütter, die sein Vater vor einiger Zeit gekauft hat. Danach macht er sich auf die Socken und nimmt einen Anhalter mit. Dieser gehört zu einem Filmteam, die gerade in einem Nachbarort unterwegs sind. Dort angekommen wird Thomas gleich angeheuert, um als Regieassistent zu arbeiten. Das geht gut, bis sich jemand über seine Ziege lustig macht.

Gleichzeitig wird eine Doku über die Polizeiarbeit in der Stadt gedreht. Der zwergenwüchsige Sheriff Shelby (Jordan Prentice) und der dunkelhäutige Deputy Jimbo (Benz Antoine) nehmen sich als Dreamteam der Sache an und machen sich auf die Suche nach Capper. Begleitet werden sie von der Kamerafrau Sandra (Kim Poirier).

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Tatsächlich ist „Silent But Deadly“ leicht mit einem anderen Film zu verwechseln. Der andere Film heißt „Silent But Deadly“. Ja. Die Filme heißen genau gleich. Zum Unterscheiden bietet sich wohl nur die Inhaltsangabe an oder die mitwirkenden Schauspieler. Guckt einfach ob Jason Mewes auf dem Cover steht, dann seid ihr beim richtigen Film.

„Silent But Deadly“ erzählt keine neue Geschichte, nicht mal im Ansatz. Im Gegenteil handelt es sich um den obligatorischen „ein Außenseiter wird einmal zu viel unterdrückt und beginnt durchzudrehen, während irgendwo in der Nähe ein Filmteam einen Film dreht“-Ansatz. Das gab es ja schon oft. Üblicherweise ist es allerdings so, dass man beim Filmteam ist und ein mysteriöser Mörder sein Unwesen treibt.

Hier wird der Spieß umgedreht. Wir sind von Anfang an bei Thomas dabei. Wir sind sozusagen seine Überwacher. Thomas selbst wird von Jason Mewes gespielt, der bereits in so großartigen Filmen wie „Clerks“, „Jay And Silent Bob Strike Back“ und „Dogma“ zu sehen (Er ist Jay von „Jay and Silent Bob“) und macht hier seine Sache wirklich gut. Er spielt den Mörder, der nie spricht (bis auf jene Momente in denen er eine Mordwaffe entdeckt und ihren Namen ausspricht) wirklich gut und man weiß nie so genau wie er jetzt reagiert. Als ihn zum Beispiel ein Mitglied des Filmteams wegen seiner Ziege ärgert, ist es nie sicher, ob er jetzt gleich zu morden beginnt, oder ob er mitlacht. Mewes macht das wirklich gut.

Auf der anderen Seite stehen Sheriff Shelby in Form von Jordan Prentice und Deputy Jimbo, der von Benz Antoine dargestellt wird. Die Kombination ist wirklich super und die beiden werfen sich die Pointen gegenseitig zu. Ihre Dialoge sind wirklich großartig, vor allem Jordan Prentice stellt sich als perfekt gecastet heraus. Die Tatsache, dass er zwergenwüchsig ist, wird im Film mehrfach thematisiert und ist auch für den einen oder anderen selbstreferentiellen Lacher gut (Hut ab vor Mr. Prentice). Seine Coolness, seine Waffe (überdimensional groß) und seine Erklärung, was seine „Karate-Hand“ betrifft: Wirklich köstlich. Ich bin mir nicht sicher ob ich über solche Witze lachen sollte, aber da ich als Brillenträger auch über Brillenträger-Witze lache, darf ich das wohl okay finden.

Das Schöne an dem Film ist auch, dass sich weder die Story noch die Schauspieler wirklich ernst nehmen. So ist der Regisseur des Films im Film einfach nur ein großkotziger Idiot, der Leute schon mal feuert, weil ihm der falsche Kaffee gebracht wird. Dann haben alle am Set mehr als nur einen Job, sondern immer gleich drei oder vier (so wie auf jedem Low-Budget-Set) und die Kameramänner haben ob ihrer neuen Kameramodelle gleich mal einen kleinen Penisvergleich laufen.

Der Film hat mich völlig unvorbereitet erwischt und ich musste mehrmals wirklich laut auflachen. Es gibt eigentlich keine wirklich Pause, der Film ist flott, die Dialoge super, die Regie und die Kamera treffsicher – einzig ein paar der Effekte sind extrem als CGI zu erkennen, aber ich vermute mal, das war Absicht, denn zu Beginn des Films (die drei Morde) ist alles mit physischen Effekten gemacht worden, was natürlich gleich viel besser aussieht als das spätere CGI, aber gut. Man kann nicht alles haben.

Die Menge an schrägen Ideen und Szenen (was mit der Ziege passiert, welche Mordinstrumente wie eingesetzt werden, die Dialoge zwischen Sheriff und Deputy, ihr Umgang mit der Mördersuche) ist einfach toll und auch wenn der Film niemals einen großen Preis gewinnen wird und er auch tatsächlich keine wirkliche Auflösung hat (soviel sei verraten: Es wirkt als würde der Film einfach aufhören. Als würden ein paar Minuten fehlen), so macht er dennoch so richtig Spaß.

„Silent But Deadly“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, sich selbst und auch alle anderen Slasher-Filme nicht ernst nehmende, Punkte.

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