Best Of Worst Case: Poseidon Rex (Filmkritik)

Das ist wohl schief gelaufen für Jackson „Jacks“ Slate, denn anstatt Maya-Gold zu finden, um seine Schulden zu bezahlen erweckt er (immerhin unbeabsichtigt) einen alten Saurier, der sich benimmt wie ein T-Rex und gleich mal über alle herfällt. Jacks überlebt und wird von dem Urlauberpärchen Rod (Steven Helmkamp) und Jane (Candice Nunes) gefunden, die gerade mit Bootbesitzer Henry (Berne Velasquez) tauchen gehen wollten. Zum Glück kennt Henry eine Meeresbiologin namens Sarah (Anne McDAniels), die gerne in sehr engen Bikinis ihre sekundären Geschlechtsmerkmale zeigt. Und weil sich alle irgendwie sofort mögen geht man gemeinsam auf Goldjagd, während die Kerle, denen Jacks Geld schuldet auch noch hinter ihnen her sind. Was kann schief gehen?

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Ja, hier haben wir wieder einen absolut 100%igen Vertreter meines Lieblingsgenres. Das wird in den ersten fünfzehn Minuten des Films absolut deutlich – zuerst mal sehen wir, wie auf „mutterseelenalleiniger hoher See“ im Hintergrund ein Minischiff vorbeifährt und dann haben wir ein schlecht animiertes Monster, während es jemand mit einem MG beschießt, aber halt leider das Gewehr in einem Winkel hält, wo das Biest nicht einmal ist. Das waren die ersten fünf Minuten. Dann kommt der Vorspann und der zeigt uns mehrmals diverse Frauen, die sich (allesamt sehr sexy) im Bikini in der Sonne bräunen lassen. Schnitt auf eine weitere Frau in sehr engem Bikini, die aus dem Wasser kommt und etwas in ihr sehr „wissenschaftlich aussehendes“ Tagebuch schreibt. Ihr ratet richtig: Anne McDaniels, die uns hier als Wissenschaftlerin verkauft wird.

Naja, wir sind ja schon Carmen Electra als Ärztin gewohnt (siehe „2-Headed Shark Attack“), da wundert uns nichts mehr und ganz ehrlich: Es macht schon Spaß zuzusehen, wie die werte Dame versucht wissenschaftliche Dinge überzeugend rüberzubringen (auch wenn sie es nicht schafft, man glaubt es ihr genauso wenig wie Brooke Hogan in „Sand Sharks“). Brian Krause, der ja auch im B-Movie Business sowas wie ein Corin Nemec für Arme ist (wenn es das gibt) hat seine Lorbeeren schon in „Camel Spiders“ und „Mega-Raptor Vs Huams“ verdient, hier ist er auch Mitproduzent. Spannend, dass Corin Nemec („Sand Sharks„, „Dragon Wasps„, „Dragon Apocalypse“ und andere) tatsächlich für diesen Film vorgesehen war, während der Dreharbeiten aber gefährlich verletzt und dadurch erst durch Krause ersetzt wurde. Vermutlich wurde daraufhin erst die innigere Kuss/Sex-Szene mit Anne McDaniels (völlig harmlos) eingebaut, denn Krause produziert sicher nicht einfach so diesen Film.

Ein Highlight ist Candice Nunes (ebenfalls: viel Bikini) Rolle als Jane, die sich nach zwei Sätzen Flirt sofort dazu einlässt mit wildfremden Menschen auf einem Boot Party zu machen. Da sie einen absolut sympathischen Eindruck macht bin ich mal auf „Terrordactyl“ gespannt, bei dem sie 2014 auch noch mitwirken wird. Auch ihr (Film)Freund Rod (Steven Helmkamp) ist sehr rasch überzeugbar und lässt sich sofort auf eine Schatzsuche ein, was nach kurzem Streit mit Jane zu folgendem Dialog zwischen den beiden „Leading Men“ führt:

Jacks: „Trouble with your girl?“
Rod: „She don’t like me no more.“
Jacks: „Don’t worry. She’ll like you again when you come back with the gold.“
Rod: „I am counting on that.“

Genau. So funktionieren die Frauen dieser Welt (nicht, dass sie ihm vorher mehrmals sagt, dass ihr das Gold egal ist, sie will einfach mit ihm Zeit verbringen). Nur damit das mal klar ist. Wundervolle, einfache Welt.

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Noch ein paar Worte zu Anne McDaniels: Die Dame ist sehr gut gebaut, hat nicht umsonst als Model gearbeitet und ist eigentlich als Schauspielerin nicht negativ aufgefallen. Sicher, es gibt Momente, in denen man sie sich schnappen und ihr das dämliche Grinsen aus dem Gesicht wischen will (zB als eben diese „Verführszene“ beginnt), aber wenn Brooke Hogan, wie bereits erwähnt, als Meeresbiologin durchgeht, dann gilt das auch für diese Dame.

Der Poseidon Rex ist super animiert, leider ist es halt so, dass so ziemlich alle, die auf ihn schießen in eine Richtung/Höhe schießen, wo er nicht einmal ist. Und wieso er in hundert Meter tiefem Wasser einfach stehen kann ist wohl auch nicht ganz klar, aber – wir wissen ja, in welcher Art Film wir hier sind. Dass er je nach Bedarf seine Größe ändert (anfangs drei Mal so groß wie ein Schiff, als er dann aber einen Mann frisst, ist das Maul gerade so groß wie der Typ und ähnliche Dinge) ist in diesen Filmen Usus und ja, wir stehen drauf.

Ebenfalls grandios ist der Einsatz von afrikanischen Bösewichtern, die von Jacks ihr Gold zurückhaben wollen – denn wir wissen seit „Poseidon Rex“ klar, dass echte Bösewichte immerzu im Halbdunkel sitzen und von irgendwelchen Frauen massiert werden. Außerdem müssen sie immerzu ihre Waffe demonstrativ laden bzw. entsichern, wenn sie davon reden, dass sie es jemanden heimzahlen werden. Danach muss übrigens noch extra angefügt werden, dass man sie umbringen wird, denn die entsicherte Waffe war offensichtlich nicht deutlich genug.

Wirklich, wirklich super auch, wie rasch Tote nicht mehr betrauert werden, wie doof das Militär agiert (man will eine ganze Insel wegbomben, letztlich reicht ein(!) Treffer mit einer Panzerfaust) und ebenfalls genial, dass das titelspendende Monster Eier gelegt hat (Dutzende!), die dann aber nicht mehr relevant sind nachdem das große Vieh erlegt wird, obwohl man ja auf See stach um die Eier zu vernichten. Dann gibt es noch einen Waffenraum voller Sprengwaffen und was wird mitgenommen? Gewehre, die sich auch die ersten 60 Minuten des Films als total effektiv erwiesen haben (ja, das war Sarkasmus).

Achja, dass man im Bikini und freiem Oberkörper (die jungen Leute, die alten nicht mehr) auf Monsterjagd geht, versteht sich ja bitte fast schon von selbst und während der Held Wache hält, muss er klarerweise von der „Heldin“ verführt werden, weil – er hält ja jetzt nicht Wache, weil da draußen ein Monster rumläuft, sondern weil es halt cool ist, wenn man Wache hält. Wirklich. Genial.

Ich denke man merkt es meinen Worten an – „Poseidon Rex“ ist ein durch und durch echter Trashfilm und macht als solcher (aber nur als solcher) auch so richtig Spaß.

„Poseidon Rex“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, alle richtigen Zutaten mitbringende, Punkte.

Best-Of-Worst-Case-Urteil (Trashfaktor: Story, Effekte):
Ein kleines Monsterfilmchen, billig gedreht mit witzigen Effekten und keinen wirklich unerwarteten Momenten – aber jede/r, der/die genug von Haien hat und dennoch genug Frauen in Bikinis (oder sehr, sehr körperbetonten Shirts) sehen will, soll/darf/muss hier zugreifen.

Fazit: Für Monster-Trash-Fans ist hier alles drin. Nicht so gut wie „Supergator“, aber dennoch irgendwie witziger als „Dinoshark“.

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