Best Of Worst Case: Dinoshark (Filmkritik)

Trace (Eric Balfour, bekannt aus „Skyline“) kommt zurück in die Heimat Mexico, um für einen reichen Bekannten auf dessen Boot aufzupassen, als seltsame Morde auf See geschehen. Das zweite Opfer ist Rita (Christina Nicole), eine Freundin von Trace aus frühester Kindheit. Gottseidank ist eine andere Freundin von Rita eine Meeresbiologin(!), die in ihrer Freizeit eine Mädchenmannschaft für Wasserhandball trainiert(!). Die Dame namens Carol (Iva Hasperger) glaubt, dass da was nicht stimmt und hilft Trace dabei, Jagd auf die Kreatur zu machen, die er beim Zerbeißen eines Rettungsbootes zu beobachten glaubte … rasch wird klar: Es ist ein Saurierhai, der 150 Millionen Jahre alt und gerade eben aufgetaut ist …

Dinoshark
(So jagt man Dinosaurierhaie. In Freizeitkleidung. Unbewaffnet.)

„Dinoshark“ ist der Vorgängerfilm von „Sharktopus“, weshalb klar war, dass ich mir den einfach ansehen musste. Die beiden wurden übrigens von Roger Cormann produziert (der Mann hat bereits fast 400(!) Filme produziert, die meisten davon B-Movies, zum Beispiel „Sador – Herrscher im Weltraum“). Man merkt auch, dass „Dinoshark“ der erste Film dieser „Reihe“ war (zwei weitere sind in Produktion, einer davon heißt zB „Piranhaconda“). Er ist zwar nicht so spaßig, wie es sein „Nachfolger“, aber die guten Ansätze sind auf jeden Fall bereits da, sogar Liv Boughn hat einen Kurzauftritt, den sie wohl so gut gemacht hat, dass sie bei „Sharktopus“ eine größere Rolle bekommen hat.

Die Effekte sind für ein B-Movie völlig okay, und sie wiederholen sich auch nicht irgendwie auffällig. Okay, der „Dinoshark“ beißt auffallend oft die Leute an der Wasseroberfläche in den Oberkörper (aus der gleichen Perspektive), aber ansonsten gibt sich der Film diesbezüglich keine Blöße. Abgesehen von den schlechten CGI-Effekten, aber auf die brauche ich wohl nicht extra hinzuweisen.

Die Darsteller sind durch die Bank okay, vom Hauptdarsteller Eric Balfour über Iva Hasperger bis hin zu einem längeren Auftritt von Roger Cormann himself, gibt es nichts zu bekritteln, alle kommen sehr sympathisch rüber. Das Hauptproblem von „Dinoshark“ ist, dass der Film zu berechenbar ist. Er geizt mit den witzigen, schrägen Ideen, die „Sharktopus“ so sehenswert machen, gleitet allerdings – bis auf eine Ausnahme – auch nie in den peinlichen Bereich eines „Mega Shark vs Giant Octopus“ ab.

Zum Einen sind die Schauwerte bzgl. Bikinidamen auf ein Minimum reduziert, zum Anderen sind die kurzen „Vorgeschichten“ der Opfer nur sehr selten zu sehen, was vielen Todesszenen den Witz raubt und sie einfach zu „Hai frisst Opfer“-Szenen ohne besondere Höhepunkte macht, zumal der „Dinoshark“, wie bereits erwähnt, auch nicht allzu kreativ auf Beutejagd geht.

Für Witz sorgen großteils die Dialoge, als zum Beispiel Trace bei seiner Rückkehr in der Bar erzählt, wie er sich die letzten Monate über Wasser gehalten hat und von einer heroischen – erfundenen – Rettungsaktion gegen Piraten berichtet.
Oder als er Carol fragt, was sie eigentlich unterrichtet:
Trace: And what do you teach?
Carol: Oh… I teach environmental science with a focus on aquatic ecosystems.
Luis (unterbricht gelangweilt): Yeah, big words. Lets drink!
Oder die Hubschrauberszene, welche ähnlich wie jene bei „Jaws“ funktioniert, nur, dass sie hier keinem Spannungsaufbau dient, sondern nur als Auftakt für einen Witz:
Der Hubschrauber kommt. Der Polizist grinst und meint, dass das Ding 15 Kaliber-Kanonen hat und sich damit niemand anlegen sollte. Keine zwei Sekunden später beißt der Hai das Ding aus der Luft und taucht damit ins Wasser. Trockener Kommentar von Trace, während dem Polizisten der Mund offen steht: „You’re gonna need a bigger chopper.“

Das sind die netten Momente des Films und er macht auch Spaß, da das Tempo angenehm flott ist und die Szenen sich eigentlich sehr rasch und kurzweilig aneinanderfügen. Problem dabei ist eben nur, dass nichts wirklich Unerwartetes passiert. Abgesehen davon, dass das Finale darauf hinausläuft, eine Mädchen-Handball-Mannschaft bei einem Wassermatch vor dem „Dinoshark“ zu retten.

Die einzige richtige Blöße gibt sich der Film erst am Ende, als eine Handgranate an einem wichtigen Punkt, der vielleicht 20 cm im Durchmesser hat, explodieren muss und im „Vorbeiflug“ „zufällig“ genau dort detoniert. Und der coole Spruch: „Welcome to the endangered species list“ ist dann doch ein bisschen zu viel Coolness.

„Dinoshark“ bekommt von mir – 7,5 von -10 möglichen Punkten, da bereits viele gute Ansätze da sind, der Film aber definitiv noch Ausbaupotential gehabt hätte.


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