Arena (Filmkritik)

David Lord (Kellan Lutz) hat bei einem Autounfall seine hochschwangere Freundin Lori (Nina Dobrev) und sein ungeborenes Kind verloren. Vier Monate später verbringt er seine gesamte Zeit völlig betrunken in heruntergekommenen Bars in Mexiko. Als er der geheimnisvollen Milla (Katie Winter) begegnet, erwartet er ein wildes sexuelles Abenteuer. Als er nach einem Schuss aus ihrer Betäubungswaffe jedoch wieder erwacht, findet er sich gefangen in einer Zelle wieder.

Ein charismatischer Kerl namens Logan (Samuel L. Jackson) leitet hier eine illegale Arena, in der echte Männer in virtuellen Schauplätzen ums Überleben kämpfen. Kostenpflichtig zugänglich sind die Fights für so ziemlich jeden Menschen auf der ganzen Welt, der auch einen Internetzugang besitzt – so verdienen Logan und seine Leute das ganz große Geld. Weder Polizei noch FBI oder CIA haben eine Ahnung, wie man die perfekt versteckte Organisation rund um Mister Logan stoppen könnte. David ist also auf sich alleine gestellt doch wie kann er flüchten, wenn der Tod als der einzig mögliche Ausweg erscheint?

Arena

Ein herrlich schräger Mix der hier präsentiert wird und damit meine ich nicht den Film an sich, sondern die Versatzstücke, aus denen er zusammengestellt wurde. Ein unverkennbares „80er Jahre Actionfilmfeeling“ trifft auf modernste Computertechnik, gepaart mit einer Grindhouse-Grundstimmung Marke „Hobo with a Shotgun“ oder etwa „Machete“ und zusätzlich ist das Ganze noch versehen mit dieser aus „300“ bekannten künstlichen „Hyperrealitäts-Optik“.

Nachdem das nun geklärt ist (ich glaub jeder Actionfan hat nun auch ohne vorheriger Betrachtung des Trailers das eine oder andere Bild im Kopf), muss ich noch kurz was allgemein über den Zeitgeist Hype rund um Twilight loswerden. Und wie passt das zu Arena fragt ihr nun? Klare Antwort: Hauptdarsteller Kellan Lutz ist einer jener jungen Leute, die durch die Twilight Filme bekannt geworden sind. Ich finde die Filme ja schlimm und hab keinen von denen gesehen, den Darstellern gebe ich aber außerhalb dieser Franchise gerne eine Chance. Verallgemeinerungen sind ja bekannterweise immer (!) schlecht und nicht jeder hat wie Taylor Lautner erstens kein Talent und zweitens ein Gesicht, in das man am Liebsten schlagen möchte, wann immer man es sieht. So, spätestens jetzt haben die weiblichen Teenager unter unseren Bloglesern sicherlich keine Freunde mehr an meinen Kritiken…

Kellan Lutz (A Nightmare on Elm Street) funktioniert (wie bereits oben erwähnt völlig unvorbelastet) großartig in der Hauptrolle. Weinend, von Narben überseht, vor Schmerz sabbernd, schaut er in einigen Szenen unglaublich fertig aus und beweist wahren Mut zur Hässlichkeit. In den Kampfsequenzen entwickelt er sich aber nach und nach zu einem echten Tier, das zwar keinen Spaß am Töten an sich hat, jedoch ohne mit der Wimper zu zucken mordet um zu Überleben. Auch wenn er eine Dame liebt bzw. begehrt, kauf ich ihm das ab.

Samuel L. Jackson (The Avengers) ist in wunderbarer Spiellaune und zeigt mit dem für ihn bekannten leichten Hang zu Übertreibungen, was er in Sachen amoralischem Sarkasmus so alles drauf hat. Eine Paraderolle also, nicht gerade fordernd für ihn, aber souverän und mit viel Ironie gespielt. Wenn er seine Sprüche lässt oder sich kindlich verspielt Neckereien mit seinen asiatischen Gehilfinnen hingibt, dann macht das einfach Spaß beim Zusehen. In Nebenrollen sind die Serienhelden Nina Dobrev (The Vampire Diaries) und Daniel Dae Kim (Hawaii Five-0) mit dabei und Johnny Messner (The Poker Club) zeigt wieder mal, was für ein echt harter und unsympathischer Schlägertyp er sein kann.

Eine kleine Entdeckung war für mich die bei uns unbekannte Schwedin Katia Winter. Ihre Art zu spielen wirkt intensiv und direkt, irgendwie entsteht so schnell eine Art Verbindung zwischen ihr und den Zuschauern, die sie lebendiger erscheinen lässt, als so manch andere Darstellerin. Bei ihrem Können und Aussehen wird man sicher auch in Zukunnft noch genug von ihr sehen, da muss sie gar nicht mit vollem Körpereinsatz wie bei Arena dabeisein, wobei sogar ihre Nacktszenen nach der anfänglich abgebrühten Coolheit, sie doch auch verletzlich erscheinen lassen. Ein ganzheitlicher Seelenstriptease sozusagen.

Glücklicherweise beschränkt sich der Einsatz der CGI-Effekte größtenteils auf die virtuellen Räume, das Blut und der Dreck kommen angenehm erdig daher. Die Gewaltszenen sind brutal und wuchtig, doch nie ekelhaft oder zu übertrieben. Auch bei den Kämpfen wurde nie das Geschehen in die Länge gezogen, die sind viel zu kurz gehalten, als dass sie langweilig werden könnten. Die Minimalhandlung bedarf bei so einer Art Film natürlich keiner Kritik von meiner Seite, denn da hab ich nur einen Aufhänger für eine flüssige Erzählweise erwartet und ich hab bekommen, was ich haben wollte.

Insgesamt also ein wilder Mix, bei dem auch einiges schief gehen hätte können. Ein guter schlecher Film also, mit souveränen und teilweise tollen schauspielerischen Leistungen, harter Action und animalischen Gefühlsausbrüchen. Achja, ansatzweise Gesellschaftskritik ist auch mit dabei. Das macht Spaß und freut das Actionfilmfanherz, sowas nennt man wohl „Guilty pleasure“!

Arena bekommt von mir 7/10 bis zum Ende kämpfende Empfehlungspunkte.


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