Wasser für die Elefanten – Water for Elephants (Filmkritik)

Anfang der 30er Jahre ist Jacob Jankowski (Robert Pattinson) ein junger Student der Veterinärmedizin als er durch einen Schicksalsschlag seine beiden Eltern verliert. Da er jetzt vor dem Nichts steht, beschließt er sein Studium abzubrechen und landet durch Zufall im Zug des Zirkus der Benzini Brüder. Von da an arbeitet er als Tierarzt für den ebenso charismatischen wie unberechenbaren Zirkusdirektor August Rosenbluth (Christoph Waltz) und verliebt sich in seine Frau und Kunstreiterin Marlena (Reese Witherspoon).

Water for Elephants Film

Der Film basiert auf dem bereits 2006 erschienenen gleichnamigen Roman von Sara Gruen. Fünf Jahre später wurde die Geschichte schließlich unter der Regie von Francis Lawrence verfilmt. Lawrence konnte bereits Erfahrung beim Drehen diverser Musikvideos (unter anderem für Stars wie Britney Spears, Will Smith oder Aerosmith) sammeln. Filmfreunden dürften aber vor allem die Filme „Constantine“ und „I Am Legend“ ein Begriff sein, wo er sein Können in Spielfilmlänge zeigen konnte. In „Wasser für die Elefanten“ inszeniert er die Geschichte gekonnt mit ruhigen und vor allem eindrucksvollen Bildern.

Literaturverfilmungen haben ja bekanntlich immer das Problem, dem Original gerecht zu werden. „Wasser für die Elefanten“ schafft es die Vorlage erstklassig in immerhin zwei Stunden auf die Leinwand zu transportieren. Dabei bemerkt man als aufmerksamer Zuschauer zwar schnell was hier verfilmt wurde, da der Film einen gewissen künstlerischen Anspruch zu haben scheint (vermutlich auf Grund des Themas), aber da der Film in einer anderen Zeit spielt, funktioniert er als Ganzes unglaublich gut.

Die Geschichte selbst beginnt in der Gegenwart. Ein alter Mann steht im Regen vor einem Zirkus. Die Mitarbeiter bitten ihn herein und er beginnt seine Geschichte von der guten alten Zeit zu erzählen. Ein paar gut platzierte Andeutungen wecken die Neugier auf das große Finale. Die Geschichte dazwischen erzählt von Abenteuern in einer anderen Zeit. Bemerkenswert ist das, obwohl der Film eigentlich eine Drei-Mann-Show ist, immer das große Ganze im Vordergrund steht.

Seit „Inglourious Basterds“ ist Christoph Waltz nicht nur ein äußerst erfolgreicher Österreich-Export, sondern seit Filmen wie „The Green Hornet“ ein fixer Bestandteil Hollywoods. Wie in den beiden genannten Filmen gibt Waltz auch hier als August Rosenbluth seine Paraderolle zum Besten. In einem Moment besticht er durch sein charismatisches Lächeln und im nächsten durch seinen unberechenbaren Sadismus. Auch wenn er Gefahr läuft immer wieder eine ähnliche Rolle zu spielen, muss man ihm dennoch zugute halten, dass wohl kaum jemand eine derartige Rolle so gut spielen könnte wie Christoph Waltz es tut.

Robert Pattinson kennt seit der Twilight Sage jeder, wobei sich schon so manches Mädchen unsterblich in seine Figur des Edward verliebt haben dürfte. In dieser Rolle als Jacob besticht er vor allem durch seine einfache, aber herzensgute Art. Was auf den ersten Blick schon fast langweilig wirkt, funktioniert aber vor allem durch den Kontrast zu dem von Waltz verkörperten August Rosenbluth.

Reese Witherspoon ist hier ja nicht das einzige Mal das Objekt der Begierde (unter anderem auch in „This Means War“). Auch wenn ihr Charakter der Marlena relativ unscheinbar inszeniert wurde, versteht man als Zuschauer vom ersten Moment warum sich Jacob in sie verliebt und warum sie seine Gefühle erwidert. Die Chemie zwischen den beiden stimmt auch und irgendwie spürt man von Anfang an, dass die beiden eigentlich zusammen gehören würden.

Alles in allem ist „Wasser für die Elefanten“ ein Film mit künstlerischen Ambitionen, der es schafft genau das zu sein was er will und dabei die Faszination einer abenteuerlichen Umgebung in einer anderen Zeit gekonnt einfängt. Damit ist er ein Film den man gesehen haben sollte, wenn man nichts gegen diese Sorte Film hat.

Der Film selbst bekommt von mir 8,5/10 Empfehlungspunkte.


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