State of Play – Stand der Dinge (Filmkritik)

Die Geliebte von Senator Stephen Collins (Ben Afflek) wurde ermordet und nun steht dieser unfreiwillig im Rampenlicht und in den Zeitungen wird der Verdacht geschürt, dass er sie ausgeschaltet hätte, als sie ihn zwingen wollte, seine Frau zu verlassen. In Not geraten wendet er sich an seinen Freund und Ex-Studienkollegen Cal McAffrey (Russell Crowe), einen Reporter, den er um Hilfe und Rat bittet. Doch dieser gerät in einen Interessenskonflikt, hin und her gerissen zwischen einer großen Exklusiv-Story und dem Wunsch seinem ehemaligen Studienkollegen und dessen Frau Anne (Robin Wright Penn) zu helfen. Oder ist die ganze Sache einfach ein Weg, von den Machenschaften der Firma Point Corp abzulenken, deren schärfster Gegner Stephen ist?….

State of Play

Ein Senator, der eine Affäre mit seiner Assistentin hatte, was für ein Skandal. Ebenjene Frau ist nun unter mysteriösen Umständen gestorben – ein gefundenes Fressen für die Presse. Nur einer beginnt die Hintergründe zu recherchieren, Cal McAffrey (Russell Crowe). Gemeinsam mit seiner Kollegin Della Frye (Rachel McAdams) und seiner Chefin Cameron Lynne (Helen Mirren) wittert er eine Verschwörung, denn die schöne Geliebte des Senators war in Wirklichkeit ein Spitzel der Firma Point Corp.

Nicht zu unrecht, denn Collins (Ben Affleck) versucht mit allen Mitteln Point Corp – die Söldner in den Irak schickten und dort ein Gemetzel anrichteten – zu Fall zu bringen. Bald fällt es schwer, noch die Übersicht zu behalten. Wer hat hier wen bespitzelt? Wer zahlte wofür und wer wurde bestochen? Und wie weit haben Stephens Parteikollegen ihre Finger im Spiel? Wie weit die Verstrickungen reichen überrascht schließlich sogar den alten Fuchs Cal, der trotz einiger Gefahren, gemeinsam mit seiner Kollegin Della immer weiter gräbt.

Kevin Macdonald hatte das ehrgeizige Vorhaben, aus einer 6-teiligen BBC-Miniserie einen 2-stündigen Film zu machen. Ob ihm dies gelang? Ich kann die Frage durchaus mit Ja beantworten. Es wurde zwar das Genre nicht neu erfunden, aber was da geboten wurde, war durchaus spannend. Macdonald, der im echten Leben auch selbst Journalist ist oder war, feierte mit einem seiner letzten Projekte „The Last King of Scottland“ große Erfolge und dementsprechend groß ist das Staraufgebot in diesem Film.

Ben Afflek, Russell Crowe, Helen Mirren, Rachel McAdams und Jason Bateman drängen sich hier dicht an dicht in diesen Film. Wie Macdonald auf Russell Crowe als Hauptdarsteller kam? Nachdem sowohl Eward Norton als Senator und Brad Pitt als Reporter absprangen, entschied er, er wolle den besten Schauspieler der Welt und 2 Wochen später stand Russell Crowe tatsächlich am Set. Soviel Einfluss möchte man selber gerne haben.

Russell Crowe (Man of Steel), selbst leidenschaftlicher Journalistenhasser, gab zu, dass auch durch diesen Film seine Sympathien gegenüber dieser Berufsgruppe keineswegs gewachsen sind. Aber wen wunderts? Während Crowe erwartungsgemäß glänzt und die Rolle des arroganten, aber trotzdem sympathischen Brummbären meistert als ob er noch nie etwas anderes gemacht hätte, überraschte mich Ben Affleck (Argo). So überzeugend habe ich Ben sehr selten gesehen.

Ein großes Kompliment auch an die Nebendarsteller, die die Charaktere vom Papier lösten und in reale Figuren verwandelten. Rachel McAdams (Sherlock Holmes) macht als Crowes Sidekick eine gute Figur, Helen Mirren (R.E.D.)als kratzbürstige Chefredakteurin ebenso. Ebenfalls lobend erwähnt werden müssen Jason Bateman (Kill the Boss) als ego-getunter PR-Mann und Jeff Daniels (Dumm und Dümmer) als aalglatter und schmieriger Parteikollege von Ben Afflek.

Mich störte indes wieder einmal die Kameraführung, denn auch diese Mal wackelte die Kamera herum, dass es mir kurz vorm übel werden war. Das kann ich einfach nicht leiden.

Fazit: Im Endeffekt präsentiert uns Kevin Macdonald hier einen äußerst spannenden Thriller, der seiner Zunft alle Ehre macht und sich gesellschaftskritisch zur aktuellen Situation in Politik, Wirtschaft und Medien äußert.

„State of Play“ bekommt von mir 7,5/10 skandalösen Punkten.


Ein Gedanke zu „State of Play – Stand der Dinge (Filmkritik)

  1. Hat mir auch gut gefallen, muss mir bei Gelegenheit endlich mal die Originalserie anschauen! (liegt hier schon seit über einem Jahr im Regal *grummel* xD)

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