Ant-Man And The Wasp (Filmkritik)

Scott (Paul Rudd) hat Hausarrest, da er mit Captain America und ein paar anderen Avengers den Flughafen in Berlin kaputt gemacht hat. Entgegen der Bestimmung der Sokovia-Vereinbarung (von der er ziemlich sicher nichts wusste). Jedenfalls ist er mit Fußfessel ans Haus gebunden.

Da hat er plötzlich Visionen und sieht seltsame Dinge. Er wendet sich an alte Bekannte, also taucht Hope (Evangeline Lily) mitsamt ihrem Vater Hank Pym (Michael Douglas) wieder auf, denn es gibt eine Chance ihre Mutter (bzw. Hanks Frau) aus dem „Quantum-Realm“ zurückzuholen – was der Grund für Scotts Visionen ist.

Dazu brauchen sie Hanks Labor. Auf dieses Labor machen allerdings auch Ghost (Hannah Hohn-Kamen) und Sonny Burch (Walton Goggins) Jagd. Zeitgleich muss Scott auch von versuchen seinem besten Freund Luis (Michael Pena) bei der Rettung seiner Firma zu unterstützen. Und das alles während er eigentlich Hausarrest und eine Fußfessel hätte und seine Tochter (und seiner Ex-Frau) beweisen will, dass er ein Mensch ist, der durchaus Verantwortung übernehmen kann …

Ach, was macht man mit so einem Zwischenfilm? Eigentlich wollten doch alle nur wissen, inwiefern Ant-Man denn im nächsten Avengers die Staubzerfallung wieder rückgängig macht und was es mit dem Quantum-Realm-Dings auf sich hat und warum das wichtig werden könnte. Nun – alle, die sich nur dafür interessieren können sich den Film sparen und nur die letzten 20 Minuten irgendwo online gucken.

Der Rest … nun, der Rest hat einen Film, der damit kämpft eben genau das zu sein, was oben beschrieben ist: Ein Film, der eine kleine Handlung als Riesenevent aufbläst und das mit Action, Humor und Charme zu übertunchen versucht. Das gelingt zum großen Teil und wer sich für die Figur Ant-Man interessiert, bekommt hier einen wirklich coolen Film geboten. Auch die Ideen für die „größer/kleiner“-Spielereien sind durch die Bank super und witzig anzusehen. Nur blöd, dass sie alle (und ich meine: Alle!) bereits im Trailer sind.

Wer für die Figuren des ersten Ant-Man nichts übrig hat, der/die wird auch hier keine Freude haben, denn die Story ist zwar gut durchdacht, aber der Film will zu viel. Ich habe den Film gerade erst vorgestern gesehen und weiß schon nicht mehr warum der Typ aus dem neuen Tomb Raider-Film (Walton Goggins) das Labor überhaupt haben wollte. Ja, es ist dieser Art von „Füller-Film“.

Interessant fand ich die Geschichte von Ghost, die – Vorsicht, leichte Spoiler – eine tragische Geschichte mit Hank Pym verbindet und doch tatsächlich eine nachvollziehbare Motivation hat, zu tun was sie tut. Auch wenn ihre Mittel vielleicht nicht unbedingt positiv sind, so versteht man zumindest warum sie es tut. Leider wird dieser Handlungsstrang sehr rasch abgehandelt und ist mehr Mittel zum Zweck. Tatsächlich dreht sich alles um die Suche und Rettung von Hanks Frau (Michelle Pfeifer). Das ist wahnsinnig wichtig. Warum genau, das weiß ich auch nicht mehr (außer, dass es Hanks Frau ist und wenn Paul sie rettet, dann würde Hope ihn vielleicht doch ganz offen liebhaben usw).

Alles in allem ist „Ant-Man and The Wasp“ sicher kein schlechter Marvel-Film, er trägt halt bis auf ein paar Sekunden wenig zur mittlerweile doch übergreifenden Handlung bei. Diese Art Film hätte gut in Phase 2 gepasst, als noch nicht alle Helden hin und her gesprungen sind zwischen den Filmen und jeder Film seine eigene mehr oder weniger kleine Geschichte erzählt. Also irgendwo zu der Zeit von „Thor: The Dark Kingdom„. Hier fühlt es sich an als würde irgendwas fehlen. Für mich zumindest.

Und eine Frage, die mich dann doch beschäftigt hat: Während die Polizei Jagd auf Scott macht und die paar Leute durch die Gegend turnen und Häuser größer und kleiner werden lassen – bekommen die nicht mit, dass gerade eine neue Alieninvasion passiert, Raumschiffe vom Himmel fallen und die ganze Welt nach Wakanda blickt, weil dort die Hölle losbricht? Sogar im letzten Avengers ist es in der Mid-Credits-Szene so, dass ein Riesenchaos herrscht, Hubschrauber und Flugzeuge abstürzen und so weiter … aber Scott und Hope und alle anderen bekommen das scheinbar nicht mit. Fand ich schräg (ich meine die Post-Credits-Szene).

Wenn man davon absieht, dann ist „Ant-Man and The Wasp“ ein kleiner, netter Film für zwischendurch, der nicht wehtut, aber zumindest mich auch nicht so richtig zu begeistern vermochte. Dazu lassen mich die Charaktere einfach zu kalt. Ein paar super Witze waren dann doch dabei (Ich sag nur „Truth Serum“) und die letzte Szene mit Ghost/Ava und ihrem Foster-Father (Wortwitz für jene, die den Film kennen) fand ich wirklich berührend. Was mich noch mehr darin bestätigt, dass das für mich die Hauptgeschichte gewesen wäre.

Achja – und Scotts Filmtochter ist einfach herzallerliebst. Aber das nur für das Protokoll.

„Ant-Man and The Wasp“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, ein Marvel-Durchschnittsfilm ohne richtige Highlights seiende, Punkte.

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