Godzilla (Filmkritik)

1999 kommt es in dem japanischen Atomkraftwerk, bei dem der Amerikaner Joe Brody (Bryan Cranston) beschäftigt ist, zu einer Katastrophe. 15 Jahre später ist die Großstadt rund um das Kraftwerk als atomar verseuchtes Sperrgebiet deklariert. Doch Brody glaubt nicht an die offizielle Begründug für das Unglück (ein Erdbeben). Als Joe seinen beim Militär beschäftigten Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) mit in die Sperrzone schleppt, erkennt Joe Brody die gleichen Warnzeichen wie vor 15 Jahren, doch wieder ist es zu spät.

Ein Monster, Muto getauft, ernährt sich von Atomkraft , hinterlässt bei seiner Nahrungssuche eine Schneise der Zerstörung. Während das Monster gen Hawaii fliegt, sucht das US-Militär verzweifelt nach einem Weg es zu stoppen. Ichiro Serizawa (Ken Watanabe), der die Urzeitmonster seit Jahrzehnten erforscht, glaubt die einzige Lösung zu kennen: ein sagenumwobenes weiteres Monster und Mutos natürlicher Feind: Godzilla!

Godzilla

Godzilla – der König der Monster. Kaum ein anderer Film dieses Jahr wurde von mir mit so viel Spannung erwartet, wie das Reboot der Saga rund um das Riesenmonster. Nicht unbedingt weil ich der größte Godzilla-Fan bin, sondern einfach weil ich das Genre mag und weil die Trailer einfach episch waren und so richtig Stimmung machten. Da wundert es kaum, dass „Godzilla“ beinahe die 100 Millionen Dollar Grenze an seinem Startwochenende knackte und einen der erfolgreichsten Kinostarts des Jahres 2014 hinlegte. Dass ein zweiter Teil schon mehr oder weniger fix ist, ist ebenso eine klare Sache.

Wer ist Gozilla eigentlich? Eigentlich erklärt der Ursprung seines Namens schon sehr viel: gorira, was soviel wie Gorilla bedeutet und kujira, was übersetzt Wal heißt. Durch die Kombination soll schon mit dem bloßen Erwähnen des Namens ein mächtiges Bild vor Augen entstehen und an die Größe, die Macht und auf die aquatische Herkunft des Monsters erinnern. Der Riese fühlt sich sowohl am Land als auch im Wasser zu Hause und hat einen Schrei, der nur als episch zu bezeichnen ist – der ganze Kinosaal vibrierte förmlich.

Das eigentlich japanische Monster hat es bis jetzt auf beeindruckende 28 Filme in seinem Heimatland gebracht (der erste kam übrigens 1954 in Schwarz-Weiß heraus) und zwei amerikanische, wobei man den ersten eigentlich getrost vergessen kann, da er mit seinem Ursprungsmaterial nicht viel am Hut hatte. Aber natürlich hat man sich im Laufe der Zeit in der Filmindustrie weiter entwickelt und so steckt inzwischen hinter dem Monster kein Mensch mehr, der Miniaturstädte platt macht, sondern ausgefeilte CGI.

Regie führte Gareth Edwards, ein eigentlich relativ unbekannter Regisseur, dessen bekanntestes Werk bis jetzt „Monsters“ aus dem Jahr 2010 war. Eigentlich überraschend, dass ein Filmstudio wie Warner Brothers ein 150 Millionen Dollar teures Filmprojekt einem „Nobody“ anvertraut, aber es hat sich ausgezahlt. Der Film ist größtenteils aus der Perspektive der Menschen gefilmt und gibt dem Publikum ein gutes Gefühl, wie winzig man neben diesen Monstern nun wirklich ist. Oft überlässt er es dem Publikum sich über das gerade Gesehene Gedanken zu machen, in etwa als ein Muto sich zuerst versteckt und dann über einige Soldaten hinweg stapft und man sieht, dass sich da noch eine Überraschung versteckt und mich automatische Oh-Oh denken ließ.

Bei dem großen Endkampf machte es Edwards für die Kino-Besucher sehr spannend, indem er den Kampf erst nur auf einem Fernseher zeigte und danach den Blick durch ein sich schließendes Tor blockiert. Aber wenns dann los geht, kracht es so richtig und das sieht absolut genial aus. Wenn die 3 Monster aufeinander losgehen, kann man gar nicht anders als sich zurück zu lehnen, unbewusst den Atem anzuhalten um im Geiste Godzilla anzufeuern, den man in dieser Szene so richtig in seiner vollen Größe bewundern kann, denn vorher sah man immer nur Teile von ihm (Rückenflossen, Umrisse unter Wasser).

Achtung Spoiler – Was ich ganz nett fand, ist dass man davon abgesehen hat, Godzilla zu einem Bösewicht zu machen. Wie ein Held rettet er die Menschheit vor den Mutos und es sieht so aus, als ob er dabei so wenig Menschen wie möglich töten möchte. Im Gegensatz zu den Mutos hat er Augen, was ihn beinahe etwas menschlich wirken lässt. – Spoiler Ende.

Wenn irgendwo Not am Mann ist, ist natürlich auch das amerikanische Militär nicht weit, aber so machtlos wie hier hat man es wohl sehr selten gesehen, denn die besten Waffen des Militärs – Atombomen, sind gleichzeitig wie Licht für Motten. Sie locken die Mutos an, die sich von radioaktiven Material ernähren und bei der Nahrungsbeschaffung überhaupt nicht zimperlich sind. Da wird schon mal ein Uboot an Land geworfen, um an die atomaren Bomben zu kommen und diese dann in einem Stock zu verschlingen.

Bei den Schauspielern gab es eigentlich nur mäßig bekannte Gesichter. Bryan Cranston (Argo) als Joe Brody macht seine Sache gut, hat aber gerade gegen Ende ein wenig zu dick aufgetragen. Ken Watanabe (Inception) und Elizabeth Olsen (Martha Marcy May Marlene) waren okay, Juliette Binoche (Chocolat) hatte einen kurzen aber emotionalen Auftritt, während Sally Hawkins (Blue Jasmine) mehr als Deko diente und ab und zu erklärt, warum was passiert. Aaron Taylor-Johnsons (Kick-Ass) Charakter blieb etwas blass und wirkte in seinen Handlungen sehr schematisch. Er ist Mittel zum Zweck und seine Reise zu seiner Familie ist mehr oder weniger eine Entschuldigung, den Monstern so oft wie möglich zu begegnen.

Fazit: „Godzilla“ ist kein Oscar-Material, aber who cares? Es macht Spaß dem Riesen zuzusehen, wie er die Mutos bekämpft und ich freue mich schon auf einen zweiten Teil.

„Godzilla“ bekommt von mir 9/10 monströse Punkte.


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