Vanquish (Game Review)

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Das Entwicklerhaus „Platinum Games“ hat wieder zugeschlagen. Diesmal legen die „Bayonetta“-Macher einen Action-Kracher vor, der so gut wie jedem anderen Shooter problemlos das Wasser reicht. Der kreative Kopf hinter „Vanquish“ ist kein geringerer als Shinji Mikami, der bereits mit „Resident Evil“ beklemmende, rasante und obendrein kinotaugliche Szenen vorgelegt hat. Und hier setzt nun „Vanquish“ noch eins drauf.

Dass „Vanquish“ ein optisch bemerkenswertes Spiel ist, wird jedem sofort klar, der sich nur eben mal ein paar Screenshots ansieht. Denn eine schlecht aussehende Aufnahme zu „knipsen“, ist hier fast unmöglich. Alleine schon der Look der Hauptfigur Sam Gideon zeugt von ungemeiner Stilsicherheit: Sams „ARS“-Rüstung ist perfekt durchgestylt und weist einen so hohen Komplexitätsgrad auf, dass die Konsolen eigentlich nur wegen ihrer Differenziertheit bereits ins Schwitzen kommen müssen.

Auch die Waffen sind super umgesetzt. Die Abwechslung ist von Anfang an recht groß, im Verlauf des Spiels kommen weitere Geschosse und Granatentypen hinzu. Darüber hinaus kommt „Vanquish“ als erstes Spiel an „Halo Reach“ heran, was die Umsetzung des Vibrationsfeedbacks angeht. Die Rüttelei fällt nämlich selten realistisch aus und verstärkt die Unmittelbarkeit des Spiels. Davon abgesehen ist die Steuerung aber sehr eigenständig (und anders als „Halo“): Sam kann nicht hüpfen, geht aber wie ein Weltmeister in Deckung, um dann gezielt zuzuschlagen.

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Wer in „Vanquish“ alles sehen will, was das Spiel bereithält, muss sich ordentlich anstrengen. Denn leicht zu schlagen ist dieser Titel wirklich nicht… und zwar obwohl die „ARS“-Rüstung eine automatische Lebenserhaltungsfunktion bietet, die in Notfällen das Zeiterleben Sams beeinflusst und ihn so schnell macht, dass die Gegner wie lahme Enten wirken. Diese Funktion ist echt cool, da einem selbst in Zeitlupe immer noch genug um die Ohren fliegt. Dass manche Hauptgegner den guten Sam aber mit nur einem einzigen Treffer niederstrecken, ist doch etwas übertrieben und mitunter frustrierend.

Alle, die gerade eine Fremdsprache lernen, freuen sich sicher über die umfangreiche Sprachauswahl in „Vanquish“. Sowohl PS3- als auch xBox-360 Gamer können die Dialoge nicht nur auf Englisch und Deutsch, sondern auch auf Japanisch, Französisch, Spanisch oder Italienisch einstellen. Im Originalton fällt allerdings auf, dass die Synchronisation von Gesprochenem und den Lippenbewegungen der Figuren nicht immer so recht klappt. Aber wen stört’s – am Besten hört man in solchen Momenten einfach auf den technisch-modern klingenden, gediegenen Soundtrack.

Der Plot in „Vanquish“ wirkt ein wenig an den Haaren herbei gezogen. Wie schon oft treten die Amerikaner an, die Russen das Fürchten zu lehren. Angesichts der kompromisslosen visuellen Umsetzung fällt die vergleichsweise schwache Story jedoch kaum auf. Besonders beeindruckend sieht „Vanquish“ auf der PS3 aus, die noch mehr Tiefe aufs TV-Gerät zaubert als ihre Kollegin von Microsoft. In Sachen Anti-Aliasing liegt (wie meist) die xBox 360 vorne, was zu einem geschmeidigen, aber auch zu einem weniger scharfen Bild führt. Sams Rüstung sieht auf Sonys Konsolen letztlich besser aus, weil jedes Detail klar erkennbar ist.

Im Gegensatz zu „Bayonetta“ sind die Unterschiede zwischen der PS3- und der xBox-360 Version bei „Vanquish“ ziemlich gering. Spieler beider Gruppen können daher bedenkenlos zugreifen. Und das sollten sie auch unbedingt, wenn sie Shooter mögen – und wenn sie gewillt sind, eine Herausforderung anzunehmen. (Im Notfall lässt sich auch ein „Very Easy Mode“ aktivieren, aber das haben wir jetzt nicht verraten…)

Wir jedenfalls legen uns für „Vanquish“ mit 8,0 von 10 high-tech-Adrenalin-geladenen Empfehlungspunkten mächtig ins Zeug… – und vermachen Sams cooler Rüstung nochmal 0,1 Punkt zusätzlich!


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