The Owners (Filmkritik)

Nathan (Ian Kenny), Gaz (Jake Curran) und Terry (Andrew Ellis) wollen schnelles Geld verdienen. Und im Haus der Higgins-Familie (Sylvester McCoy und Rita Tushingham) soll ein Safe stehen. Und dieser Safe sollte leicht zu knacken sein, weil Terrys Mutter bei der Familie den Haushalt macht. Zumindest ist das die Info, die alle am Anfang haben.

Da sich die dumme Truppe aber das Auto von Nathans Freundin (Maisie Williams) ausgeliehen hat, steht genau diese plötzlich vor ihnen und wird mehr oder weniger gegen ihren Willen ein Teil des Coups. Aber nichts läuft so wie es soll und vor allem Gaz macht sich als Rüpel und ziemlicher Unsympathler bemerkbar, der keine Sekunde vergehen lässt ohne Nathan spüren zu lassen, dass er ihn für ein Weichei hält. Und als ob die daraus resultierenden Spannungen zwischen ihm und seiner Freundin nicht genug wären, kommen plötzlich Mann und Frau Higgins nach Hause.

Und dann beginnt die Sache erst so richtig aus dem Ruder zu laufen …

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr genau, wie ich auf diesen Film gekommen bin, aber ich hatte ihn schon eine Weile im Auge (Haha, Wortspiel!) und jetzt ist er endlich erhältlich. Nein, Maisie Williams war es nicht, denn die hat primär durch „Game Of Thrones“ Berühmtheit erlangt und das habe ich mir eigentlich nicht angesehen. Vielleicht war es die Idee mal wieder einen Film zu sehen mit coolen britischen Akzenten. Ist auch egal.

Jedenfalls erzählt „The Owners“ zu keiner Sekunde eine neue Geschichte. Die Story von den Eindringlingen, die feststellen müssen, dass die Bewohner*innen noch schlimmer sind als sie selbst ist alt und in diesem Fall wird dem Thema absolut nichts Neues abgewonnen. Nämlich gar nichts.

Was ihn trotzdem bis zu einem gewissen Grad sehenswert macht ist vor allem am Anfang die Interaktion zwischen Gaz und Nathan, denn Jake Curran lässt den unsympathischen Irren so richtig gekonnt raushängen und man ist sich die gesamte Zeit über nie sicher, was er als nächstes macht und ob er jetzt dann völlig durchdreht. Zeitgleich hat man Nathan, der eigentlich nur rasch zu Geld kommen will, bei dem allerdings von Gaz die absolut richtigen Knöpfe gedrückt werden, um ihn immer wieder dazu zu bringen Sachen zu machen, die er nicht machen will. Dass seine Freundin, in Gestalt von Maisie Williams, da mit ihrer plumpen „ich schreie dich an und erkläre dir, dass du ein Idiot bist, weil ich denke, dass dich das davon abhält auf den anderen Idioten zu hören“-Art keine Meter macht, sondern die Sache eher verschlimmert versteht sich von selbst. Immerhin will Nathan ja beweisen, dass er ein echter Mann ist und da kann man eine Freundin, die ständig schimpft eigentlich nicht brauchen.

Das echte Highlight sind allerdings Herr und Frau Higgins, vor allem Rita Tushingham, die als gebrechliche alte Dame, die scheinbar auch an Demenz leidet, wirklich wirkt als müsste man ihr unbedingt helfen … bis sie dann innerhalb einer Sekunde zu einer Furie wird, die sich jedoch gleich wieder beruhigt, aber diese paar Sekunden haben es dann in sich. Sylvester McCoy steht ihr da zu keiner Sekunde nach und gerade seine absolut deeskalierende Art verbreitet eine ganz andere Art von unheilvoller Stimmung.

Andrew Ellis ist anfangs einfach der Sidekick über den man sich lustig macht und ein wenig später wird er zu tragischen Figur, weil eigentlich auch er nur jemand beeindrucken will, das aber einfach so richtig schief geht.

Trotzdem ist relativ rasch die Luft raus. Vor allem nachdem die Sachlage (Eindringlinge haben die Oberhand, hin zu Bewohner*innen haben die Oberhand) gekippt ist, ist es nur noch ein Film mit Szenen von der Stange und die „große Überraschung“ war absolut unnötig, aufgesetzt und hat nichts zu irgendwas beigetragen.

Alles in allem ein Film für einen Abend an dem man sein Hirn ausschalten und sich anhören möchte, wie sich Briten ein paar „f**k you“ um die Ohren hauen, während sie an sich selbst zugrunde gehen.

„The Owners“ bekommt 5,5 von 10 möglichen, ziemlich nach Reisbrett ablaufende, von den anfängenlichen Dynamiken jedoch getragene, Punkte.


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