Dead Rising – Endgame (Filmkritik)

Reporter Chase Carter (Jesse Metcalfe) hat sich in letzter Zeit nicht gerade viele Freunde gemacht. Immerhin versucht er gemeinsam mit seiner Hacker-Freundin Sandra (Marie Avgeropoulos), eine Verschwörung aufzudecken, hinter der der hochrangige General Lyons (Dennis Haysbert) steckt. Außerdem ist er sich sicher, dass der General auch etwas mit dem Verschwinden seiner Kollegin Jordan zu tun hat. Tja, es ist nicht immer gut wenn man Recht hat.

Als klar wird, dass sämtliche Menschen in Gefahr sind, die durch einen Zombie-Biss infiziert wurden und deshalb einen implantierten Chip bekommen haben, der sie regelmäßig mit dem Gegenmittel Zombrex versorgt, begeben sich Chase und Sandra gemeinsam mit einem Kumpel und einem an den Experimenten beteiligten Wissenschaftler, in die abgesperrte Zone, in der die Zombies frei umherlaufen und somit die Spitze der Nahrungskette darstellen…

Dead Rising Endgame

Dieses untote Franchise lebt! Gerade wurde ein viertes Computerspiel der Reihe für Ende des Jahres 2016 angekündigt und Endgame, der zweite Film und in dieser Funktion direkte Fortsetzung des Erstlings Watchtower, fühlt sich eindeutig an wie ein mittlerer Teil und es würde mich doch sehr wundern, wenn da nicht bald die Trilogie komplett sein wird. Für die Regie war diesmal mit Serien-Profi Pat Williams (Continuum) ein neuer Mann zuständig und auch sonst hat sich vor allem auf den Ton der gesamten Inszenierung bezogen, etwas geändert.

Die überdreht spaßige und auch trashige Grundatmosphäre aus den Spielen, die hatte Teil eins noch mit einigen Szenen genüsslich zelebriert. Hier wurde der Humor jedoch um einiges zurück geschraubt, um der Action und der allgegenwärtigen Bedrohlichkeit, mehr Raum zu gönnen. Was Fans des Ausgangsmaterials durchaus ärgern könnte und auch bei anderen Sehern zumindest dazu führt, dass sie sich den Film anders ansehen. Wenn ich schon nicht lache, ist dann die Sache wenigstens spannend, oder gruselig?

Ich kann hier gleich Entwarnung geben, denn Endgame funktioniert trotz der Reduktion des Irrsinns, weiterhin vor allem auf der Spaßebene. Es gibt sogar die typische „wir müssen uns Waffen bauen“ Sequenz und einen kurzen Endfight, der in Sachen Dynamik und Choreographie, alles aus dem Vorgänger in den Schatten stellt. Was nicht aufkommt ist das Gefühl für die angeblich so große Bedrohung durch den Plan des Militärs, dafür funktioniert hier die persönliche Ebene, denn eine aus dem Team der Helden, trägt ein Zombrex-Implantat in sich.

Weniger Humor bedeutet hier übrigens nicht zwangsläufig, dass die Gewalt zugenommen hat. Der Blut-Faktor beschränkt sich meistens auf die Aktionen, bei denen Zombies die Köpfe eingeschlagen/zerschossen werden oder diese aufgespiesst werden, was bei dieser Art von Film im Prinzip eine Selbstverständlichkeit ist. Bis auf eine Szene wurde dabei darauf verzichtet, Zombies zu „vermenschlichen“ bzw. ein Dilemma zu erzeugen, weil man frühere Freunde nun töten muss, da sie jetzt gerne menschliche Gehirne fressen.

Wieder mit dabei sind Jesse Metcalfe als Held Chase, Keegan Connor Tracy (Smokin Aces 2) als seine entführte Kollegin Jordan und Dennis Haysbert (Sin City 2) als manipulativer General. Metcalfe fühlt sich sichtlich wohl in seiner Rolle, wirkt mit Bart gereifter und gibt gekonnt den Getriebenen, der unbedingt erfahren will, was mit Jordan passiert ist und was hinter der damit verbundenen Verschwörung steckt. Tracy überzeugt als gequälte Seele, die jedoch ihren Kampfgeist nicht verloren hat und Haysbert ist arrogant und berechnend, ein richtiger Mistkerl eben mit gar seltsamen Idealen.

Neu im Team ist Marie Avgeropoulos (The 100) als Sandra, eine Kollegin von Chase, seine On-Off Freundin, eine gekonnte Hackerin und Trägerin eines Zombrex-Implantats. Sie ist sympathisch, aufgeweckt und emotional und hat den einen oder anderen trockenen Spruch auf Lager. Als Gesicht für alle vom Militär durch deren Aktionen bedrohten Menschen, passt sie ausgezeichnet. In einer kleinen Nebenrolle ist Billy Zane (Scorned) herrlich irre als Wissenschaftler und mit Victor Webster (Scorpion King 4) als Chuck Greene, schaut sogar ganz kurz der Held des zweiten Spieles vorbei, um einen Zombie in die laufenden Rotorenblätter eines Hubschraubers zu halten.

Insgesamt daher ein zweiter Teil, der sich wie das vorletzte Level eines Spieles anfühlt. Die größte Hürde ist geschafft, Geheimnisse wurden gelüftet, nun aber geht es ab zum Endfight. Ob es diesen wirklich geben wird, werden wir wohl bald erfahren. Dieser Instant-Zombie-Snack weiß auch mit seinem angeblichen Endgame zu überzeugen, was wohl vor allem an den Schauspielern in den wichtigsten Rollen liegt und an der Inszenierung, die wenig Zeit zum Nachdenken lässt. Fazit: es gibt bessere und vor allem ambitioniertere Zombie-Filme da draußen, aber so viele mehr, die einfach nur langweilig sind. Das Finale kann kommen!

„Dead Rising – Endgame“ bekommt von mir 7/10 die Menschen vor sich selbst und nicht vor den Zombies retten müssende Empfehlungspunkte.

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