The Sixth Sense – Der sechste Sinn (Filmkritik)

Dr. Malcolm Crow (Bruce Willis) führt wahrlich kein tolles Leben. Seine Patienten sind anstrengend und einer schießt sogar auf ihn. Seine Frau und er haben sich nichts mehr zu sagen, weshalb auch seine Ehe den Bach runter geht und er muss betrübt dabei zusehen, wie einer ihrer Arbeitskollegen um sie wirbt.

Sein neuer Klient ist der junge Cole (Haley Joel Osment), der betrübt zu sein scheint, wenig bis keine Freunde hat und ein eher isoliertes Leben führt. Es dauert nicht lange, bis Cole Vertrauen zu Malcolm fasst und ihm gesteht, dass er tote Menschen sehen kann …

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Das war ein Donnerschlag. Als 1999 „Der Sechste Sinn“ in die Kinos kam waren die weltweiten Reaktionen auf den Film schlichtweg umwerfend. Die Prämisse des Films war an sich schon spannend, was aber allen fast den Boden unter den Füßen weggezogen hat, war der spannende und unerwartete Schlusstwist, der so ziemlich alles was im Film passiert umdreht. Die Beziehung zwischen Malcolm und seiner Frau, die Verbindung zwischen Cole und Malcolm und sogar den Kontakt von Malcolm zu dem Kerl, der auf ihn geschossen hat.

So gut wie niemand kannte M. Night Shyamalan vor diesem Film, danach war er in aller Munde als das neue Regie-Wunderkind. Alle waren gespannt auf seine nächsten Werke. Wer hoch gefeiert wird, kann tief fallen. Das ist es auch, was Shyamalan passiert ist: Der gute Mann hat danach mit seinen nächsten Filmen „Unbreakable“ und „Signs“ noch zwei Filme gemacht, die sehr gut angekommen sind. Bei „The Village“ waren sich die Leute schon uneins und der Film „Lady In The Water“ gab ihm dann den Karriere-Todesstoß (was ich nicht begreife, denn „Lady In The Water“ ist sein bester Film – mit Abstand!).

Dass er danach mit „Die Legende von Aang“ und „After Earth“ nochmals zweimal ins Klo griff, hat da auch nicht weiter geholfen. Zumal ich „After Earth“ nicht gesehen habe (sorry, aber Will Smiths Sohn kann einfach nicht spielen) und ich „Legende“ ganz in Ordnung fand (ich bin aber auch kein Fan, der „Avatar“-Zeichentrick-Reihe, war vielleicht deshalb etwas offener). „The Happening“ (mit Mark Wahlberg) fand ich auch sehr spannend und unterhaltsam, der ging aber – unter anderem aufgrund einer Szene, in welcher Wahlbarg mit einer Pflanzse spricht – ziemlich unter (ich fand, die Szene hatte im Kontext des Films durchaus Sinn und passte gut). Mit dem eine ganze Ecke billiger gemachten „The Visit“ hatte ich insofern viel Freude, als dieser scheinbar auch bei den Kritikern und Skeptikern wieder gut ankommt – was ich dem sehr sympathischen M. Night Shyamalan nur wünsche.

Wie dem auch sei hat „The Sixth Sense“ zumindest vier Dinge etabliert:
1. Shyamalan wurde als der nächste Spielberg gefeiert und der Ruf der „Twist“-Enden ging ihm voraus.
2. Bruce Willis hatte nach „Pulp Fiction“ sein nächstes Karrierehoch (was meiner Meinung nach bereits wieder vorbei ist)
3. Haley Joel Osment wurde in größeren Filmen gecastet (zB Spielbergs „Artificial Intelligence“ – den ich ab gut der Hälfte schrecklich fand).
4. Personen, die den „Sechsten Sinn“ nicht gesehen haben, darf man den Schlusstwist nicht verraten (was passiert, wenn man es doch tut, sieht man in einer Folge von „Scrubs“).

Als ich damals aus dem Kino ging war ich wirklich beeindruckt. Vor allem ob des Drehbuchs und wie Shyamalan es geschafft hat, die Kamera, Bildausschnitte, Schnitt und überhaupt die ganze Inszenierung so aufzuziehen, dass man selbst wenn man den Film bereits gesehen hat und ihn nochmals ansieht alles perfekt zusammenpasst. Ich war und bin immer noch beeindruckt.

„The Sixth Sense“ bekommt von mir 8,5 von 10 möglichen, Tote Menschen sehende, Punkte.

The Sixth Sense


von Andrew Mondshein [Constantin Film]
Preis: EUR 6,97


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