Black Adam (Filmkritik)

Adrianna (Sarah Shahi) und ihre drei Gefährten, wollen eine mächtige Krone in Sicherheit bringen, bevor sie in die falschen Hände fällt. Dabei betreten sie unwissentlich ein uraltes Grab und als es zu einem tödlichen Konflikt mit feindlichen Soldaten kommt, weckt Adrianna die hier seit 5000 Jahren schlummernde Kreatur namens Black Adam (Dwayne Johnson). Der hat scheinbar unendlich magische Energie in sich, rettet sie und bringt alle Soldaten um.

Sein Handeln bleibt in Folge natürlich auch im Rest der Welt nicht unbemerkt, weswegen das vierköpfige Team der JSA auf den Plan gerufen wird, unter der Führung von Hawkman (Aldis Hodge). Bald werden die Helden jedoch merken, dass Adam ihnen weit überlegen ist und die Menschen in der Gegend, ihn als Helden verehren. Während die beiden Seiten sich bekämpfen, droht im Hintergrund etwas Böses wieder zu erwachen, dass die gesamte Erde bedrohen könnte…

Über zehn Jahre soll es ja gedauert haben, bis Dwayne Johnson in seiner Traumrolle (für die er geboren wurde) des Black Adam, groß im Kino herauskommen sollte. Körperlich hat er dafür so hart wie nie zuvor trainiert, er fungiert als Produzent und hat des öfteren seinen „die Machtverhältnisse im DC-Universum werden sich ändern“ Spruch von sich gegeben. Als Regisseur konnte er Jaume Collet-Serra gewinnen, mit dem er bereits in Jungle Cruise erfolgreich zusammen gearbeitet hat.

So weit, so vielversprechend. Ab jetzt folgen Spoiler. Gleich vorweg, die Geschichten rund um den Film, sind viel spannender als das Produkt selbst. Kritiker haben den Film schlecht bewertet, doch Zuschauer fanden ihn sehr unterhaltsam. Johnson reagierte darauf logisch und meinte, dass er seine Filme eben genau für die Zuschauer macht, nicht für die Kritiker. Warum diese ihn nicht gut finden, das hat wiederum nichts mit meiner Meinung zu tun, denn was darf man im Jahr 2022 nicht bringen? Richtig, einen starken Mann, der es wagt eine Frau zu retten.

Ja, der Film ist im Gegensatz zu den letzten Marvel-Filmen, nicht „woke“. Ist er auch wirklich nicht, aber wenn hier dann einer sterben muss, dann ist es natürlich dennoch der weiße Mann, auf den aktuell scheinbar jeder verzichten kann. Finanziell hat der Hass der Kritiker Black Adam wohl kaum geschadet, eher die Tatsache, dass das DC-Abenteuer nicht in China gezeigt wird, da Pierce Brosnan (der weiße Mann) ein bekannter Freund des Dalai Lama ist, was wiederum der chinesischen Regierung sauer aufstößt.

Aber gut, komme ich mal zum eigentlichen Film und da gibt es mehrere Baustellen. Erstens mal zur Handlung aka Black Adam selbst, der kein Ziel zu haben scheint. Nein, ich korrigiere mich, er hat eindeutig keines, er reagiert einfach nur auf sein Umfeld. Die meiste Zeit über, muss er dabei kämpfen. Hier kommen zwei weitere Probleme ins Spiel. Erstens bekommt man immer wieder die selben Action-Szenen präsentiert. Entweder Adam ist blitzschnell, schleudert Feinde durch die Gegend oder blitzt sie. Dann sind auch die Schnitte einigermaßen hektisch.

Oder Zeitlupen-Sequenzen werden dermaßen überstrapaziert, dass sie nach einer Zeit regelrecht einschläfernd wirken (das kann eben nicht jeder so gut wie Zack Snyder). Zweitens sind die Effekte entweder protzig und übertrieben, oder schwach und wie aus einem billigen Computerspiel. Für 200 Millionen erwarte ich bessere Arbeit, aber gut, auch Marvel ist in dieser Hinsicht schwächer geworden.

Auch das Wort Spannung ist klar ein Fremdwort. Adam ist sowieso unbesiegbar und wer verletzlich ist und wichtig für die Story, nun die rettet er natürlich. Die beste Figur ist die von Pierce Brosnan (The Misfits) mit viel Charme und umgeben von einer wissenden Aura gespielte Figur des Dr. Fate, der besonders in der Interaktion mit Adam (z.b. erklärt er ihm Sarkasmus) für ein paar sympathische Lacher sorgen kann. Was macht man also mit dem besten Charakter im Film? Richtig, man bringt ihn um. Logisch, oder?

Die sonstigen Darsteller? Von denen kann eigentlich keiner Akzente setzen. Dwayne Johnson (Red Notice) wirkt steifer als sonst – was zur Figur des Adam passt – aber er war mir einfach egal bzw. ist mir seine Arroganz nach einer Weile auf die Nerven gegangen. Aldis Hodge (The Invisible Man) als Hawkman wäre eigentlich cool, wird aber immer wieder von Adam ausgebremst. Die beiden Jungstars haben zu wenig zu tun um Eindruck zu hinterlassen und vom wie so oft schwachen Bösewicht, fange ich lieber erst gar nicht an.

Das klingt jetzt alles ziemlich negativ, was ich aber eigentlich empfunden habe, ist dass Black Adam in Summe einfach extrem mittelmäßig und auch beliebig ist. Die Langeweile des Bombast-Kinos mit all den CGI-Overkill-Schlachten, die einige Kritiker bei Marvel als negative Norm wahrnehmen, genau so ist es mir hier gegangen. Als Comicfreund hat man mit einer einmaligen Sichtung hier sicherlich nichts falsch gemacht, aber auf DC-Projekte der letzten Jahre bezogen, ist dies für mich der schwächste Film.

„Black Adam“ bekommt von mir 6/10 sämtliche guten Ansätze wieder abfangende Empfehlungspunkte.


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