Die in a Gunfight (Filmkritik)

Ben (Diego Boneta) ist ein junger Mann, der sein Leben lang schon verzweifelt versucht, wirklich etwas zu fühlen. Bis jetzt hat er sich dabei vor allem auf das Erlebnis „Schmerz“ konzentriert, um sich lebendig zu fühlen. Als er jedoch Mary (Alexandra Daddario) kennenlernt, erlebt er zum ersten Mal Liebe. Doch die Eltern der beiden Liebenden, sind bittere Feinde.

Deshalb intervenieren sie und es kommt wie es kommen muss und so werden die beiden voneinander getrennt. Einige Zeit später treffen sie sich wieder und stellen fest, dass man so ein grundsätzliches Gefühl wie Liebe, nicht einfach auslöschen kann…nicht einmal, wenn in Form eines Killers (Travis Fimmel) und ein paar anderer sehr schräger Typen, einem das Leben nicht gerade leicht gemacht wird…

Im Jahr 2010 befand sich das Skript zu diesem Film auf der sogenannten Black List, einer Liste der beliebtesten, bisher unverfilmten Drehbücher. Nachdem über die Jahre einige Namen rund um das Projekt genannt wurden, es jedoch nie zu Stande kam, fanden schließlich Ende 2019 mit frisch eingestellten Schauspielern in den Schlüsselrollen, die Dreharbeiten in Toronto statt.

Von der Basis her ist dieser, unter der Regie von Collin Schiffli (Animals) entstandene Film ja vor allem eines und das ist eine moderne „Romeo und Julia“ Variante. Der Film ist schnell, laut, bunt und voll mit schrägen Szenen und außerhalb der Norm agierenden Charakteren und unterhält so ohne zu schwächeln über seine gesamte Länge. Was man nicht erwarten darf, ist Substanz dahinter, oder neue Erkenntnisse über die Liebe oder Inspiration nachzudenken.

Das muss so natürlich nicht mein Anspruch sein, ich habe das nur auf die Black List bezogen und ob man das hoch geschätzte Drehbuch, auch im fertigen Film bemerkt. Aber ich gehe mal weiter zu meinem Highlight hier und das sind die skurrilen Nebenfiguren, die mit einem sehr präzisen Gefühl für die Charaktere zum Leben erweckt werden. Mein absoluter Favorit ist dabei Travis Fimmel (Warcraft).

Er stiehlt quasi in jeder Szene in der er vorkommt allen Anderen die Show, vor allem wie er die Liebe zu seiner Dame präsentiert und nahezu durchgehend immer unberechenbar wirkt ähnlich einer tickenden Zeitbombe, es ist einfach eine Freude ihm zuzusehen. Alexandra Daddario ist hinreißend als Mary, doch wenn man sie von der Leine gelassen in We Summon the Darkness kennt, dann weiß man, dass sie so viel mehr kann.

Diego Boneta (Terminator Dark Fate) mag man einfach, weil er dauernd absichtlich Schläge kassiert und man endlich einmal sehen möchte, ob er nicht auch mal Glück hat. Das ist dann auch die wirklich spannende Frage, denn weil alles so wirkt, als wäre der Ausgang der Sache dem Zufall überlassen, kann man keinerlei Prognosen über eine glückliche Zukunft des Pärchens stellen.

Fantasievolle Schnitte, Zeichentrick-Sequenzen und „schön“ bebilderte Gedankenspiele, während Figuren innerlich ausflippen und nach außen ruhig bleiben. Etwas Gewalt und coole Sprüche dürfen ebenfalls nicht fehlen und natürlich peinliche Momente, vor allem für den guten Ben. Hat man also Lust genau auf so einen schnellen, lauten Trip, dann ist man hier genau richtig.

Insgesamt daher ein reiner Instant-Spaß, der gut unterhält, den man dann aber bereits während des Schlussspannes, wieder vergessen hat. Die Spiellaune aller Beteiligten ist dafür gewaltig und einige Sequenzen haben eine ganz eigenständige Chemie, was schwer zu beschreiben ist, dennoch temporär dafür sorgt, dass man gefesselt auf den Bildschirm starrt.

„Die in a Gunfight“ bekommt von mir 6,5/10 die Liebe zum Stolpern und ausbremsende, jedoch niemals aufhalten könnende Empfehlungspunkte.


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