30 Minuten oder weniger – 30 Minutes or Less (Filmkritik)

Nick (Jesse Eisenberg) hat in seinem Leben nichts erreicht, er fristet ein langweiliges Dasein und arbeitet als Pizza-Lieferant. Es wird jedoch interessant als die zwei Kleinkriminellen Dwayne (Danny McBride) und Travis (Nick Swardson) ihm eine Bombe um die Brust schnallen und ihn zwingen, ihnen 100.000 Dollar zu besorgen. Nick schnappt sich also seinen Mitbewohner und besten Freund Chet (Aziz Ansari) und versucht das Geld aufzutreiben.

30-Minuten-oder-Weniger

Hin und wieder schafft es ein Trailer perfekt die Stimmung eines Filmes, so wie in diesem Fall, einzufangen – also Hirn aus Film rein. Regisseur Ruben Fleischer ist jetzt nicht wirklich bekannt und wenn, dann für seine Zombiekomödie „Zombieland“ (wann kommt eigentlich endlich der seit langem angekündigte zweite Teil?). Der zählt zumindest zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und war auch der Grund „30 Minuten oder weniger“ dann doch eine Chance zu geben.

Wie auch bei „Zombieland“ musst Fleischer mit einem relativ geringen Budget von 28 Millionen Dollar sein Auskommen finden – nur mit dem Unterschied, dass sein neuer Film gerade mal beinahe lächerliche 40 Millionen wieder eingespielt hat – in Zeiten in denen trashige Unterhaltung mit Beträgen jenseits dreistelliger Millionenbeträge finanziert wird und trotzdem finanziell erfolgreich, ist eigentlich unverständlich. Der Film selbst setzt auf eine kurzweilige Kombination aus einer seichten Geschichte, vielen aneinander gereihten witzigen Momenten und schrägen Dialogen.

Diese Kombination kann zwar nicht ganz mit dem bereits mehrfach erwähnten Film „Zombieland“ mithalten, macht dann aber doch irgendwie genug Spaß, für einen lustigen Film-Abend. Naja vielleicht nicht für einen Ganzen, denn der Film ist gerade einmal 80 Minuten lang. Zwar liegt die Vermutung nahe, dass den Drehbuchschreibern auf halber Strecke die Ideen ausgegangen sind, aber dafür hat man darauf verzichtet, den Film unnötig in die Länge zu ziehen, wie bei manch anderem Film – dementsprechend kurzweilig ist der Film dann auch.

Nach solchen Filmen finde ich Jesse Eisenberg (Rio) noch ein kleines Stück weit sympathischer, da er wieder einmal aufs Neue beweist, dass er eine Menge Humor besitzt und auch gerne einmal über sich selbst lacht. Auf die Entwicklung seines Charakters zu einer Art Held verzichtet der Film glücklicherweise und so kann sich der Zuschauer zurücklehnen und zusehen, wie Nick der Pizzabote versucht in Spielfilmlänge mit der Situation und der Bombe an seiner Brust fertig zu werden.

Aziz Ansari (Shopping Center King) spielt Chet. Chet ist Lehrer, auch sonst ein ziemlich schräger Vogel und passt daher ausgezeichnet in die Rolle von Nicks Sidekick. Spätestens wenn der dann Lieder pfeifend eine Spielzeugpistole schwarz sprayt lässt sich erahnen, wie viel Spaß er beim Drehen hatte. Danny McBride spielt im Wesentlichen dieselbe Rolle wie schon in „Your Highness“ auch.

In seiner Rolle als Dwayne hat er viele wahnsinnig gute Ideen – und WAHNSINN ist in seinem Falle großgeschrieben. Der braucht das Geld um einen Auftragskiller zu engagiert, der seinen Vater töten soll, damit er mit dessen Vermögen eine wahnsinnig gute Geschäftsidee umsetzen kann. Nun gut – wenigstens bleibt sich McBride in der Wahl seiner Rollen selbst treu und ihm zuzusehen tut in diesem Fall auch nicht ganz so weh.

Nick Swardson (Meine erfundene Frau) ist als Travis Dwaynes nettere, aber nicht ganz so helle bessere Seite. Zusammenfassend über Dwayne und Travis kann man nur festhalten: Hier haben sich die beiden richtigen getroffen.

Insgesamt kann ich also behaupten, dass „30 Minuten oder weniger“ eine leichte Komödie für zwischendurch ist. Leider kann sie nicht wie erhofft mit „Zombieland“ mithalten, was beim Sehen des Filmes allerdings nur wenig stört.

Der Film „30 Minuten oder weniger“ bekommt von mir 7,5/10 Empfehlungspunkte.


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