Rampage (Filmkritik)

George ist ein Affe. Ein richtig großer Affe. Sein bester Freund ist der Mensch Davis (Dwayne Johnson). Die beiden sind ein gutes Team, denn auch Davis kommt besser mit Tieren aus als mit seinem menschlichen Umfeld. Eines Tages geht jedoch hoch über der Erde in einer Forschungsstation etwas schief und drei Kanister mit gefährlichem Mutagen landen auf der Erde.

Einer davon in Georges Käfig, was dazu führt, dass dieser immer mehr wächst und sich seine Wut von Tag zu Tag mehr steigert. Der zweite Kanister landet im Wald und infiziert einen Wolf. Der dritte schlägt mehr oder weniger neben einem Krokodil ein.

Jetzt liegt es an Davis und ein paar Sidekicks, George zu retten und den Amoklauf der mutierten Tiere zu verhindern …

Ja, der gute, alte Videospielfluch. Und wie immer tritt er gemeinsam mit unserer Freundin „Erwartungshaltung“ auf. Da hat tatsächlich jemand das alte 2D-Spiel „Rampage“ verfilmt. Mehr oder weniger. Immerhin kommen die drei Hauptcharaktere vor (auch wenn im Spiel/Automaten Menschen mutiert sind) und zerlegen eine Stadt. Mehr an Handlung gibt es nicht.

Braucht es in diesem Fall auch nicht, denn Rampage macht genau das, was er machen soll: Er inszeniert Dwayne Johnson als sympathischen und loyalen, coolen Charakter, der auch so richtig auf den Tisch hauen kann und er zeigt große Viecher, die eine Stadt zerlegen. Wer mehr erwartet hat, der oder die hat wohl den Trailer, das Plakat oder die Tagline „Big meets bigger“ nicht verstanden.

Wenn man es kurz machen will: Wer der Meinung ist, in Godzilla hätte es zu wenig Zerstörung gegeben: Willkommen. Hier ist euer Film.

Ich für meinen Teil mag Johnson in so gut wie jeder Rolle – der gute Mann schafft es einfach die ganze Zeit über wirklich sympathisch zu wirken – und wenn ein Film mit der Zeile „Of course the wolf has wings“ durchkommt, nur um kurz danach jenen besagten Wolf mit einen Granatwerfer vom Himmel zu pusten, dann hat dieser Film bei mir ohnhin schon mal einen kleinen Bonus.

Nein, es ist kein anspruchsvoller Film. Ja, es gibt ein paar Kritikpunkte. Aber ganz ehrlich: In diesem Fall hat mich das nicht gejuckt, denn ich habe genau das bekommen, was ich erwartet hatte: Einen coolen, unterhalsamen Film mit wirklich großartigen Effekten, viel Krach-Bumm und einer Reihe von doch passenden Charakteren (an dieser Stelle dickes Lob für Jeffrey Dean Morgan, der für mich klar das Highlight des Films ist und sogar Johnson die Show stiehlt).

Naomi Harris spielt die klassische Wissenschaftlerin, die dem Guten zur Seite eilt und mit den Bösen noch eine Rechnung offen hat und Malin Akerman die Bösewichtin. Ihr Bruder – und Schleimbolzen – wird von Jake Lacy gespielt und sie alle wissen genau in welche Art Film sie sich befinden und scheinen ihren Spaß zu haben.

Freilich: Allzuviel Logik sollte man nicht suchen (wie sagen sie im Film so schön: „I cannot believe we survived that.“ – das bezieht sich auf einen Absturz, aber das gilt eigentlich so gut wie für jeden Moment im Film) und eine ganze Reihe von „Aha, die beiden überleben, aber alle anderen sind tot … schon wieder.“-Momenten sind auch dabei. Soll sein. Ist geschenkt. Und die Monster sind dann doch erstaunlich einfach und rasch besiegt, aber hey. Solange es Spaß macht und ich bei all der Action sogar noch verstehe was da gerade passiert geht das in Ordnung (ich merke gerade, wie tief meine Ansprüche an Actionfilme mittlerweile gesunken sind …).

Wenn alle mit so viel Spaß bei der Sache sind wie hier, dann passt das super und ich finde ja, dass ich nicht wusste, dass ich schon immer mal einen Film sehen wollte, in welchem ein Affe mit Gebärdensprache sarkastische Witze reißt. Sieht man auch nicht jeden Tag sowas.

Alles in allem kein Film für Menschen, die Anspruch haben wollen, sondern ein Actionfest. Im Vergleich mit den letzten beiden Transformers-Filmen ist „Rampage“ allerdings das reinste Shakespeare-Stück. Das gilt allerdings auch für das Telefonbuch. So ehrlich muss man sein.

„Rampage“ bekommt von mir 7 von 10 möglichen, aggressiv mutierende, Punkte.


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