Gänsehaut-Momente: Dragon Quest Heroes II – Macht der Freundschaft

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich „Dragon Quest Heroes“ primär wegen der tollen Optik gespielt habe und dann doch von der Story und den Charakteren positiv überrascht war. Das gilt immer noch, aber vor allem gab es im ersten Teil eine Szene, die ich wirklich, wirklich super fand. Sogar so super, dass ich immer noch kurz kichern muss, wenn ich daran denke.

Das ganze Spiel dreht sich im Grunde darum, dass man als Team, als Freunde, gegen jede Übermacht und gegen alles Böse bestehen kann. Das wird immer und immer wieder mal subtil, mal wortwörtlich betont und gerade gegen Ende, wenn es dann zu einem Kampf gegen den „Oberbösewicht“, der die ewige Dunkelheit heraufbeschwören will, kommt. Lange hat es gedauert an diesen Punkt zu kommen und tatsächlich – der Zusammenhalt unserer bunt gemischten Heldentruppe, die aus verschiedenen Dimensionen hierher gebracht wurde, um die Welt(en) zu retten, sichert ein ums andere Mal den Sieg.

Und ab jetzt folgen SPOILER.

Und dann kommt doch tatsächlich der Moment, nach einem halbwegs langen Kampf, an dem der Bösewicht verwundet und scheinbar geschlagen zu Boden geht. Er liegt da, besiegt von den Helden, den Kriegern des Lichts (Coelho hätte seine Freude) und dann – dann geschieht es.

Der Bösewicht erhebt sich, blickt sich leicht verunsichert um und … lächelt. Er grüßt freudestrahlend unsere Helden, wirkt auf einmal nett und freundlich und voller Unglauben sagt er so etwas wie: „Ich kann es nicht glauben … eure Freundschaft, eure Treue, euer Zusammenhalt. Er hat den Bann des Bösen über mich gebrochen. Die Macht der Freundschaft hat mich gerettet!“ Er lächelt freudig und alle Helden führen einen Freudentanz auf.

Ich sitze vor dem Bildschirm denke mir „Okay, das ist eine schöne Message, aber doch halbwegs kitschig“ und greife nach meinem Kaffee, als sich der Bildschirm verdüstert und der Bösewicht einen Lachanfall kriegt, sein Schwert zieht und meint: „Seid ihr noch ganz dicht? Ihr glaubt diesen Mist? Ist seid ja noch dämlicher als ich dachte.“

Alle sehen ihn schockiert an. Ich spucke vor Lachen fast meinen Kaffee zurück in die Tasse.

Der Kerl sieht sich um und schüttelt den Kopf, deutet nach unten und meint: „Es haben nur noch wenige Sekunden gefehlt bis mein Meister erwacht. Und ich dachte mir, der Trick könnte funktionieren um Zeit zu schinden.“

Und das hat er. Denn der große, böse, wirklich, wirklich große und wirklich böse Drache erwacht. Weil wir drauf reingefallen sind. Weil der Böse uns … verarscht hat.

Und ich kann nicht mal sauer sein.
Denn – ganz ehrlich – das ist die Art von Humor und unerwarteter Wendung, die ich dann doch sehr, sehr gern mag.


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