Table 19 – Liebe ist fehl am Platz (Filmkritik)

Kurz vor der Hochzeit ihrer Freundin wird Eloise (Anne Kendrick) gemeinerweise als Trauzeugin abgesetzt, zum Teil wohl auch, weil der Bruder der Braut, kurz vor der Hochzeit mit Eloise Schluss gemacht hat. Trotzdem entschließt sich Eloise dazu, auf der Hochzeit zu erscheinen. Dort angekommen, erkennt sie, dass sie an einem der schlechtesten Tische sitzt und versucht eine gute Miene zu machen…

„Table 19“ ist wieder einmal ein Film, über den ich förmlich gestolpert bin. In letzter Zeit hatte ich eigentlich gutes Glück mit meinen Stolper-Filmen und auch hier wurde ich wieder gut unterhalten.

Mit einer Laufzeit von 1,5 Stunden zieht sich der Film nicht unnötig in die Länge und sorgt für Spaß/Fremdschämerei fast über die gesamte Laufzeit. Nicht immer funktionieren die Gags, aber wenn mal getroffen wird, trifft man ins Schwarze. Ich muss hier sagen, dass „Table 19“ nicht die typische romantische Komödie ist.

Alleine schon, wie erklärt wird, welchen Stellenwert der titelgebende Tisch hat, zeigt gut in welche Richtung der Film gehen wird. Klar, es kommen allerhand Klischees vor, aber sie sind am Ende hübsch verpackt, mit Glitzer, Schleifchen und Einhorngeschenkpapier. Ich persönlich fand es fast zu perfekt aufgelöst, denn ein Happy End für einen jeden Charakter ist halt ein Stück weit unrealistisch, vor allem bei einem Film der sich für mich gerade anfangs nicht so gekünstelt anfühlt wie so manche andere Filme.

Anfangs wird dafür gesorgt, dass man sich als Seher ebenso einsam fühlt, wie die Figuren selber. Das kommt daher, dass sich die Kamera und auch die Handlung eigentlich nur um die Hauptfiguren dreht. Allerdings ist auch von diesen Charakteren abgesehen von einigen Basics anfangs nur wenig Information da, was einem fast das ungute Gefühl gibt, mit am Tisch zu sitzen und diese Personen ebenso wie alle anderen gerade erst kennen zu lernen.

Anna Kendrick (The Accountant) ist eine extrem lustige Persönlichkeit und ich würde ihr wirklich wünschen, ihren großen Durchbruch zu machen, denn die Dame ist echt talentiert. Eloise ist nur auf der Hochzeit, um ihrem Ex (und sich selbst) zu zeigen, dass sie über ihn hinweg ist. Doch so richtig will das nicht funktionieren, denn sie hat ihre Emotionen absolut nicht im Griff.

Renzo Eckberg, gut gespielt von Toni Revolori (The 5th Wave), wird von seiner Mutter gecoacht, endlich eine Frau abzuschleppen. Alleine sein Klingelton sagt viel über ihn aus. Walter Thimple, genial gespielt von Stephen Merchant (Logan), schraubt den Unbequem-Faktor des Tisches durch seine seltsame Art deutlich in die Höhe. Man braucht sich ihn nur anzusehen, denn die Brille sagt schon mehr als 1000 Wörter.

Jo Flannagan wird von June Sqibb (Shameless) gespielt. Als frühere Nanny der Braut und deren Bruder, wurde sie nur aus einem fadenscheinigen Grund eingeladen. Große Augen machte ich, als die alte Lady das erste Mal ein Pott-Pfeifchen aus der Tasche holt.

Das Ehepaar Jerry (Craig Robinson – This is the End) ) und Bina Kepp (Lisa Kudrow – Neighbors 2: Sorority Rising) streitet eigentlich unentwegt und schafft es nicht Freude am Empfang zu haben, aber der Abend endet schließlich doch noch gut für die beiden. Den Part als immerzu streitendes Pärchen nimmt man ihnen auf jeden Fall aber, aber alles was danach kommt tut dann schon fast weh.

Fazit: Belangloser, stellenweise auch unerwartet tiefgründiger Spaß.

Dieser Film bekommt von mir 6,5/10 Hochzeitstorte essende Punkte.


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