The Neon Demon (Filmkritik)

Die erst sechzehnjährige Jesse (Elle Fanning) zieht nach Los Angeles, um dort als Model durchzustarten. Jesse taucht dabei in eine Welt ein, die von Schönheit besessen ist.

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Dieser Film entstand unter der kreativen Kontrolle von Nicolas Winding Refn (Drive). Wie bei „Only God Forgives“ führt er nicht nur Regie, sondern ist auch für die Geschichte verantwortlich. Der Film, mit dem Titel „The Neon Demon“, spaltet die Zuschauer. Die Einen finden ihn „grenzgenial“, während die Anderen nichts damit anfangen können.

Leider gehöre ich zu den Anderen, was auch bedeutet, dass ich mit diesem Film wenig bis nichts anfangen kann. Er konnte mich zu keinem Zeitpunkt fesseln und löste bei mir, während des Ansehens, ununterbrochen das Bedürfnis aus mein Handy zu checken. Auch eine kurze anschließende Recherche konnte mich nicht davon überzeugen, dass es sich hierbei um mehr handelt, als eine Hochglanzversion von Winding Refns Fetish-Fantasien.

Vorab etwas das funktioniert: Die optische Inszenierung. Was die Cinematografie betrifft ist „The Neon Demon“ so perfekt wie es nur irgendwie sein kann. Hier wird nicht nur eine eigene Welt perfekt in Szene gesetzt, sondern jede Szene in sich wird passend festgehalten. Dennoch verschmilzt alles zu einem stimmigen Ganzen. Die mehr oder weniger subtil eingestreute Symbolik in den einzelnen Szenen sei hier nur kurz erwähnt, da es an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde.

Die eigentliche Geschichte ist dann folgende: Ein Regisseur will einen Film mit Frauen in den Hauptrollen machen, da er Geschichten über gewalttätige Männer satt hat. Da seine Frau nach LA wollte, ersann er eine entsprechende Handlung und nutzte die Gelegenheit um seine Fantasien nicht nur auszuleben, sondern auch auf die Leinwand zu bannen.

Die Geschichte des Films ist vergleichsweise simpel und die wesentlichen Punkte schnell erzählt. Wenn der Film es nicht schafft den Zuschauer mit den zugegeben schönen Bildern in seinen Bann zu ziehen, wird die Handlung schnell langatmig. Die vermeintliche und mehrfache Irreführung des Zuschauers im Zuge der Geschichte ist hier etwa so subtil wie der erste Satz im Verhältnis zum restlichen Absatz im vorigen Absatz.

Charaktere die nicht das sind was sie zu sein scheinen, wirkt in dieser Form vielleicht auf dem Papier spannend, ist es allerdings nur sehr bedingt. Um den Beitrag einigermaßen spoilerfrei zu halten sei ein Fotograf genannt, der als potentiell pervers inszeniert wird, allerdings nur seine Arbeit macht. Das ist allerdings nicht DAS Problem.

Das Problem ist, dass der Film das bisschen Story am Ende mit verstörenden Bildern regelrecht zerstört. Dabei stellte sich speziell mir immer wieder die Frage, ob das jetzt wirklich notwendig war. Was ist noch schnell die Aussage am Ende? Dass das junge Mädchen von der Modeindustrie regelrecht aufgefressen werden? Ich für meinen Teil habe, auch nach einer kurzen anschließenden Recherche, keine Ahnung.

Elle Fanning (Maleficent) als Jesse wirkt irgendwie deplatziert. Nicht weil sie keine gute Schauspielerin oder unansehnlich wäre, sondern weil sie zu unscheinbar ist. Es gibt Menschen, die mit ihrer Ausstrahlung quasi einen Raum ausfüllen und zum Leuchten bringen. Fanning besitzt diese Fähigkeit leider zu keinem Zeitpunkt.

Jena Malone (Batman v Superman) als Ruby, deren Job als Visagist es ist die Lebenden und Toten gut aussehen zu lassen, besticht mehr oder weniger durch ihre Vielseitigkeit. Dennoch kann Malone hier kaum etwas von ihrem Können zeigen. Keanu Reeves (John Wick) als griesgrämiger Vermieter spielt sich an dieser Stelle quasi selbst.

Alles in allem ist „The Neon Demon“ ein Film der eine gelungene Geschichte durch schöne Bilder und „schockierende“ Momente ersetzt. Er ist definitiv speziell und nichts für jedermann – oder mich.

Der Film „The Neon Demon“ bekommt 2/10 bunte Empfehlungspunkte.

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