Riddick: Dead Man Stalking (Filmkritik)

Riddick (Vin Diesel) hat einen so richtig schlechten Tag. Zum Sterben zurückgelassen auf einem nicht gerade gastfreundlichen Planeten, muss er sich gegen die heimische Tierwelt behaupten. Als er schließlich in einer Söldnerunterkunft einen Notruf sendet, kommen gleich zwei Teams, die ihn gefangen nehmen wollen. Als es dann auch noch zu regnen beginnt und es vor Monstern nur so wimmelt, kämpfen alle gemeinsam um ihr Überleben…

Riddick Dead Man Stalking

Als im Jahre 2000 der Film „Pitch Black“ mit einem relativ kleinen Budget den Zuschauern die Angst vor der Dunkelheit näher brachte, war das nicht nur ein unerwarteter Erfolg, sondern katapultierte auch einen bis dahin unbekannten Vin Diesel in die A-Liga der Schauspieler. Als man vier Jahre später den Mann, der im Dunklen sehen kann, in „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ zurückbrachte, blieb der erhoffte Erfolg aus und der Film konnte nur gerade so seine Produktionskosten wieder einspielen. Nun folgt im Jahre 2013 Riddicks drittes großes Abenteuer.

Im Wesentlichen kann ich zu dem Film nur folgendes sagen: Ich verstehe ihn nicht. Während „Pitch Black“ es extrem gut schafft, dem Zuschauer die Angst vor dem Dunkeln zu vermitteln und „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ es irgendwie schafft, ein mittelmäßiges Drehbuch mit einer bildgewaltigen Inszenierung und coolen Momenten zu kaschieren, versucht „Riddick 3“ zwanghaft das eine mit dem anderen irgendwie zu kombinieren und fällt dabei voll auf die Schnauze. Bevor sich jetzt jemand fragen sollte, welche Probleme ich mit dem Film hatte, hier ein kurzer Abriss.

Riddick findet sich also auf einem verlassenen Planeten wieder und muss verletzt um sein Leben kämpfen. Gerade als sich der Zuschauer zum wiederholten Male fragt, was denn das soll, kommt eine kurze Rückblende die erklärt, dass Riddick von Vaako (Karl Urban – Star Trek) verraten und dessen Schergen zum Sterben zurückgelassen wurde. Riddick zieht ein hundeähnliches Wesen groß, kann sich nach einiger Vorbereitung bei einem Schlamm-Monster (das ein wenig so aussieht wie ein Skorpion auf zwei Beinen) vorbeikämpfen und findet in einer weniger ungemütlichen Region des Planeten die Söldnerunterkunft, von der aus er einen Notruf senden kann.

Dieser Teil des Films ist mit über einer halben Stunde viel zu lange geraten. Ganz nebenbei zerstört man hier auch noch ein Stück weit den Protagonisten. Riddick ist hier zwar wie immer hart im Nehmen, wirkt aber bei weitem nicht so klar überlegen wie in den Vorteilen. Das letzte was ich sehen wollte war Riddick wie er sich zusammenflickt und das auch noch dermaßen breitgetreten. Überhaupt würde der den Film nicht überleben, wenn er nicht an mehreren Stellen entweder Glück oder gar Hilfe hätte. Aber gut, weiter im Text.

Es landen also gleich zwei Teams, die Riddick das Leben schwer machen wollen. Riddick macht das, was er am Besten kann und bläst ein paar von ihnen das Licht aus. Hier habe ich gleich zwei Probleme. Erstens erfüllen hier alle (und ich meine alle) irgendein extrem übertriebenes Klischee und sind bis auf ein paar Ausnahmen nicht besonders hell. Zweitens erlebt man hier die Geschehnisse die meiste Zeit aus der Sicht der Söldner/Kopfgeldjäger, von denen man ohnehin weiß, dass sie im Laufe des Films sterben werden, was dem Film jegliche Spannung nimmt.

Doch es fängt irgendwann zu regnen an und die Schlamm-Monster (wusste ich es doch dass die noch wichtig werden) greifen die Söldnerunterkunft an. Da Riddick zuvor die Energiezellen der beiden Raumschiffe irgendwie versteckt hat, müssen sich die Überlebenden zusammenraufen, um die Dinger zu bergen und endlich von diesem Planeten zu flüchten. Über diesen Teil kann ich nicht viel mehr sagen als: Cool, davon hätte ich gerne mehr gesehen, als nur die letzten zwanzig Minuten.

Optisch ist sich der Film seines vergleichsweise kleinen Budgets von 38 Millionen Dollar bewusst und setzt beinahe völlig auf CGI-Effekte, um eine befremdliche Welt herbeizuzaubern. Die ist mehr als stimmig und da man sich an dieser Stelle (bis auf ein paar Ausnahmen) auch keine Schnitzer erlaubt, gelungen eigenständig. Von Seiten der Schauspieler setzt man, zumindest die meiste Zeit, auf Vin Diesel (Fast & Furious 6), der hier relativ cool und routiniert sein Ding macht.

Beim Rest würde ich sagen ist der Wrestler Dave Bautista (The Man with the Iron Fists) dass was man hier im Durschnitt erwarten kann. Enttäuscht war ich vor allem von Katee Sackhoff, die meiner Meinung nach das Highlight in einer extrem guten Serie namens „Battlestar Galactica“ war in der man sie unter dem Namen „Starbuck“ kennt. Hier gibt sie lediglich die austauchbare Quotenlesbe, der man die Rolle dann ungefähr genauso glaubt wie ihren Kollegen (bzw. „i think we have something in common, i don’t fuck guys either…).

Abschließend möchte ich noch erwähnen dass hier, wie bei Riddicks anderen filmischen Abenteuern auch, David Twohy (A Perfect Getaway) für die Regie verantwortlich war. Anders als bei „Pitch Black“, dem ersten Film, in dem Jim und Ken Wheat für das Drehbuch verantwortlich waren, übernahm Twohy hier, wie auch bei „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ diese Funktion. Was hier heraus kommen sollte, sollte wohl ein Mix werden, der die besten Qualitäten der ersten beiden Filme vereint, aber letztendlich daran scheitert.

Der Film „Riddick“ bekommt von mir 3/10 im Regen gegen die Dunkelheit kämpfende Empfehlungspunkte.


4 Gedanken zu „Riddick: Dead Man Stalking (Filmkritik)

  1. Sorry, für die Korrektur, aber Twohy war auch bei „Chronicles Of Riddick“ für das Drehbuch verantwortlich. Jim und Ken Wheat haben „nur“ den Charakter von Riddick erfunden, das heißt, sie müssen bei weiteren Filmen genannt werden als „Erschaffer“.

    Die Story und Co von Teil 2 und diesem hier sind beide von Twohy (wobei ich anmerken muss, dass die esten beiden Teile von den Wesen und Hintergründenher auch ein ziemliche CGI-Feste sind).

  2. So können Meinungen auseinander gehen 🙂

    Der erste Akt ist meiner Meinung nach der stärkste des Films. Wie Riddick einen Plan schmiedet und mit langer Vorbereitung den Kampf gegen die Monster aufnimmt, erinnert an unvergessliche 80er-Jahre-Action-Klassiker. Nicht nur einmal fühlte ich mich an “Rambo” oder Arnold Schwarzeneggers finalen Kampf gegen den “Predator” erinnert. Mir als Old School-Actionfan hat das wirklich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

    http://angstrated.com/review/riddick-uberleben-ist-seine-rache-kritik/

  3. Ich hab ihn mir jetzt auch endlich angesehen und stimme Hartigan zu. Auch wenn „Riddick“ sicher nicht an „Pitch Black“ ranreicht, so ist er um Meilen besser als sein direkter Vorgänger „Chronicles of Riddick“. Die Rückbesinnung auf die bedrohliche Figur des Riddick hat der Serie gut getan.

    Die direkten Verknüpfungen mit den anderen beiden Teilen fand ich auch gut geglückt – Johns als Vater des „Merc“ im ersten Teil, der wissen will, was „damals“ passiert ist, die Tatsache, dass Riddick durch die Rolle als „Lord Marshall“ der „Necromonger“ weich und – wie er es nennt – zivilisiert geworden ist und deshalb so völlig kaputt auf diesem Planeten gestrandet ist – ich fand es gut. Deshalb finde ich auch die erste halbe Stunde echt fein, weil er da langsam wieder lernen muss „Bad Ass“ zu sein.

    Die Sache mit den Söldnern ist sicher nicht neu und nicht unbedingt aufregend, aber das Geplänkel zwischen Johns und seinem irren Gegenstück fand ich trotzdem witzig („Tell you what – I’ll only step in when you ask for my help“ – „Yeah, like that is gonna happen“).

    Klischeecharaktere? Naja, das ist Riddick selbst im gewissen Sinne ja auch, also kann da nicht so viel verloren gehen 😉

    Was ich nicht gebraucht hätte, wäre die „Verletzung“ gegen Ende, das war ein wenig … naja, wenn es sein muss. Cool fand ich die Tatsache, dass die Monster grundsätzlich im Boden schlafen und halt nur bei Regen rauskommen – nette Sache. Hat nicht viel mit der Dunkelheit zu tun, aber irgendwie eine coole Idee.

    Was halt das Problem der Reihe ist: Riddick wurde im ersten Teil als Mörder eingeführt und deshalb waren alle überrascht, das ausgerechnet der Typ dann der Held des Films ist. Im zweiten Teil wollten sie halt den „Helden“ raushängen lassen, aber wie kann man einen Mörder als Helden darstellen? Das geht halt nicht so richtig … also haben sie Riddick halt ein wenig abgeändert.

    Bei dem Teil hier haben sie halt versucht ihn wieder unberechenbarer zu machen (was nicht glücken kann, Himmel – der Film trägt schon den TITEL des Protagonisten) und konnten zumindest ein wenig mehr in Richtung des ersten Teils gehen, auch wenn gerade gegen Ende schon ziemlich dreiste Kopien von „Pitch Black“ dabei sind („Time is over“, etc).

    Alles in allem: Die Serie scheint wieder auf dem richtigen Weg zu sein.

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