Sonic the Hedgehog (Filmkritik)

Der blaue Igel Sonic (gesprochen von Ben Schwartz) lebt auf einem weit entfernten Planeten. Er hat einzigartige Kräfte, die extreme Geschwindigkeit und die Aufladung mit unglaublichen Mengen von Energie beinhalten. Darum wird der kleine Kerl gejagt und von seiner Ziehmutter zur Sicherheit mit Hilfe von Teleportationsringen, auf unsere Erde geschickt.

Dort verbringt er einige Jahre, wachst unbemerkt von der Außenwelt zum Teenager heran und leidet an seiner Isolation. Als es durch einen Ausbruch seiner Emotionen zu einem gewaltigen Stromausfall kommt, wird die Regierung auf das Phänomen aufmerksam und schickt den exzentrischen Dr. Robotnik (Jim Carrey), um die Sache aufzuklären.

Die Erfolgsgeschichte von Sonic the Hedgehog begann für Publisher Sega im Jahre 1991 auf der Sega Mega Drive Konsole. Unzählige Spiele später hat der kleine blaue Igel, der sich von der Beliebtheit her nicht hinter Nintendos Super Mario zu verstecken braucht, nun unter der Regie von Newcomer Jeff Fowler, seinen ersten Realfilm spendiert bekommen.

Nachdem im Jahr 2019 der erste Trailer erschienen war und sich so gut wie alle Menschen über das neue Design von Sonic aufgeregt hatten (der irgendwie schräge, einem echten Igel ähnlichere Look passte angeblich besser in das Echtwelt-Setting), wurde der Film ein paar Monate verschoben und Sonic um fünf Millionen Dollar überarbeitet. Wer da jetzt dachte, das kann ja nur ein Flop werden, der hatte die selbe Erwartungshaltung wie ich.

Doch Sonic ist bis jetzt der zweiterfolgreichste Film im Jahr 2020 (nach Bad Boys for Life) und hat in den USA Detective Pikachu als erfolgreichste Videospiel-Verfilmung aller Zeiten abgelöst. Da durch die Corona-Krise nun alles anders ist, wird er dies wohl auch für längere Zeit bleiben. Warum genau der Film jedoch so gut angekommen ist, da gibt es schon ein paar Gründe.

Zunächst mal gibt es für langjährige Sonic-Fans einige Querverweise und Easter-Eggs, die einem nicht nur ein mal ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Da stört dann die doch über weite Strecken klar für Kinder ausgelegte Inszenierung gleich ein Stückchen weniger. Die Botschaft der Zusammengehörigkeit, Freundschaft und einen Platz den man seine Zu Hause nennt zu finden, die muss dabei gar nicht neu sein, weil sie universell ist und immer aktuell bleibt.

Dann wären da die optischen Spielereien, die durch Sonics Kräfte entstehen. Ja, es ist nicht neu und wurde zum Beispiel durch den Charakter Quicksilver in den X-Men Filmen Zukunft ist Vergangenheit und Apocalypse praktiziert, doch es macht dennoch Spaß. Die Rede ist von der „Super-Geschwindigkeit“ und wie alle anderen Menschen dabei für Sonic ganz langsam erscheinen. Das macht den Faustkampf in der Bar dann doch ein wenig unfair und man freut sich darüber.

Was bzw. wer dann wirklich großartig ist, ist Jim Carrey (Vergiß Mein Nicht!) in seiner völlig losgelösten, comichaft übertriebenen Performance als Dr. Robotnik. Neben Sonic an sich, ist gerade dass für mich Nostalgie pur gewesen, weil es direkt an seine irren Performances der Marke „Die Maske“ anschließt un irgendwie noch eines drauf setzt. Das nennt man echte Freude an der Arbeit.

Ein Anker der Realität oder auch als Erdung wenn man will, funktioniert dann James Marsden (Westworld) als Sheriff, der einfach ein durch und durch guter Kerl ist und Sonic auf seiner Reise unterstützt. Insgesamt bleibt dies bei all dem Humor und auch Schauwerten natürlich dennoch ein harmloses Abenteuer, das zusammen mit Kindern wohl am Besten zu genießen ist.

Noch eine Warnung am Schluß: schaut euch das Ganze wenn ihr könnt unbedingt auf englisch an, nicht nur wegen Jim Carrey, sondern auch weil You-Tuber Julien Bam eindeutig keine Erfahrung als Synchronsprecher hat und als Sonic somit eine Beleidigung für die Ohren ist und den blauen Igel zur echten Nervensäge macht. Ansonsten: trotz Highspeed auch manchmal Inne halten, denn das macht sogar Sonic und der muss es schließlich wissen.

„Sonic the Hedgehog“ bekommt von mir 6,5/10 oberflächlich schnelllebige, doch durchaus sympathische Empfehlungspunkte.


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