Pet Semetary (2019 Filmkritik)

Louis Creed (Jason Clarke), seine Frau Rachel (Amy Seimetz) und seine beiden Kinder Gage (Hugo und Lucas Lavoie) und Ellie (Jeté Laurence) ziehen in ein neues Haus. Nebenan wohnt der alte Nachbar namens Jud (John Lithgow). Und nicht weit weg befindet sich ein Friedhof für Haustiere. Vor dem Haus ist der Garten. Vor dem Garten liegt die Schnellstraße auf der viele, ganz viele Lastwägen fahren. Meist zu schnell.

Eines Tages passiert ein Unfall, der Jud dazu bringt, Louis von den geheimen Kräften des Friedhofs für Haustiere zu erzählen. Denn was man dort vergräbt, das bleibt nicht tot. Denn der Acker im Herzen eines Mannes ist steinig …


Stephen-King-Verfilmungen haben wieder Hochkonjunktur: „In The Tall Grass„, „Gerald’s Game„, „The Mist“ als Serie, das Remake von „Es“ und sein zweiter Teil, der „Dunkle Turm„, der verfilmt (und vermurkst) wurde. Da tut sich einiges. So auch ein Remake des 1983er Films „Friedhof der Kuscheltiere“.

Da stellt sich klarerweise die Frage: Warum sollte man das tun? Was spricht dafür, dieses Buch neu zu verfilmen, wenn es doch den – noch immer unheimlichen und ziemlich heftigen Film von 1983 gibt? Das kann man doch nur tun, wenn man eine wirklich, wirklich neue Idee mitbringt oder?

Äh, scheinbar ist dem nicht so. Ja, es gibt zwei Änderungen im Film. Eine davon wurde im Vorfeld eh schon oft diskutiert, also werde ich sie nicht einmal mehr als Spoiler bezeichnen: War es im Buch und im „ersten“ Film nämlich Gage, der vom Lastwagen erfasst wurde, so ist es diesmal seine ältere Schwester Ellie. Laut den Machern hat das den drehbuchtechnischen Vorteil, dass man vor dem älteren Mädchen mehr Angst haben kann, weil dieses ja auch körperlich mehr anstellen könne als der kleine Junge.

Gute Überlegung.
Funktioniert nur einfach überhaupt nicht.

So wie der Film an sich. Man ist dermaßen bemüht, sich vom alten Film zu distanzieren, dass man Teile aus dem Buch einbaut und so zusammen reiht, dass jemand der das Buch nicht kennt, sich vermutlich mehrmals am Kopf kratzen wird und sich fragen sollte, warum er das jetzt gesehen hat, denn manche Teile/Infos braucht man einfach nicht. Das wurde in der alten Version um vieles besser gelöst, denn da wirkte der Film wie aus einem Guss, die Story passte zusammen, war rasch erzählt und hat funktioniert.

Die beiden(!) Regisseure wagen keine neuen Sachen und verlassen sich auf altbekannte Bilder und Kameraeinstellungen, würzen die Sache mit ein paar Kindern, die Tiermasken tragen – das sieht immer unheimlich aus – und das war es dann. Alles in allem wieder einmal ein Remake von Stephen King, welches kein Mensch gebraucht hat und welches vermutlich nur Leuten gefällt, die nur ganz ganz wenige Horrorfilme in ihrem Leben gesehen haben. Alle anderen bekommen die gleichen Zutaten/Bilder wie immer.

„Friedhof der Kuscheltiere“ bekommt 4 von 10 möglichen, technisch gelungene, aber ansonsten verpatze, Punkte.


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