What Happened to Monday? (Filmkritik)

In einer düsteren Zukunft bringt die Überbevölkerung die Regierung unter der Führung von Nicolette Cayman (Glenn Close) dazu, drastische Maßnahmen zu ergreifen. Jeder darf nur mehr genau ein Kind haben, jeweils das älteste dürfen die Familien behalten, die anderen werden ihren Eltern entrissen und in einen eingefrorenen Tiefschlaf versetzt, um später möglicherweise in einer besseren Welt wieder zu erwachen.

Als Karen Settman heimlich Siebenlinge – sieben identische Babys – auf die Welt bringt, stirbt sie bei der Geburt und ihr Vater Terrence (Willem Dafoe), versteckt sie und kümmert sich um die Kinder. Er tauft sie nach den sieben Wochentagen und jede darf genau an dem Wochentag der ihrem Namen entspricht, hinaus in die Welt gehen, um die Persönlichkeit von Karen anzunehmen. 30 Jahre später sind die sieben jungen Damen (Noomi Rapace) ein eingespieltes Team, doch eines Tages kommt Monday nicht mehr nach Hause…

Tommy Wirkola. Den Namen dieses norwegischen Regisseurs, verbinden Kenner mit zwei Dingen: Blutigen Horror und/oder ziemlich schrägem Humor. So gesehen bei Dead Snow und der Fortsetzung, Hänsel und Gretel Hexenjäger oder etwa Hellfjord. Zumindest wenn auch das Drehbuch von ihm stammt, denn wie man bei seinem aktuellen, auch unter dem Namen „Seven Sisters“ bekannten Netflix-Film sehr schön sehen kann, ist dass er auch Dinge ernst meinen kann und sie auch so inszeniert, wenn er das will. Hätte ich ihm in dieser Form durchaus nicht so zugetraut.

Im Kern ist dieses zwei Stunden dauernde Abenteuer dennoch ein Unterhaltungsfilm, es gibt aber durchaus auch Botschaften bzw. Wahrheiten, die man auch wenn sie bekannt sein dürften, dennoch ernst nehmen sollte. Die eine Frage ist wieder mal die, wie weit man die Moral dehnen kann oder auch muss, um das Wohl von Vielen zu sichern. Zerstöre ich Familien, trenne Geschwister von einander und dafür leben wir länger als Spezies bevor der Planet übergeht und die Ressourcen aufgebraucht sind? Ist das dann noch Leben? Wer darf den Wert eines Menschen bestimmen, die Regierung? Wie übergangslos ist dabei der Wechsel von Demokratie hin zur Diktatur?

Ganz ohne Kontrolle geht es nicht, das ist wohl jedem klar, so funktionieren wir Menschen eben. Zweitens stellt sich die Frage, wie wichtig Individualität ist und wie leid man es ist, eine gewisse Rolle in der Gesellschaft zu spielen. Geht es dabei nur darum sich selbst zu verwirklichen oder mutiert man da als Mensch schnell zum Egoisten, der auch auf seine Familie vergisst um sein eigenes Glück zu finden? Das alles sind Fragen, die mir während des Filmes unter gekommen sind, es werden diese Botschaften aber nie mit dem erhobenen Zeigefinger vermittelt und es wird schon gar nicht versucht, Lösungen anzubieten.

Ich wollte damit nur zeigen, dass auch mein Hirn bei diesem Abenteuer dabei war und die Emotionen sowieso, denn wie die Action-Momente inszeniert sind, ist richtig mitreissend. Bei ein paar nicht gerade zimperlichen Aktionen, scheint auch Wirkola´s Vergangenheit im Horror-Genre etwas durch, auch wenn sich diese Momente in Grenzen halten. Man fiebert einfach mit mit den Schwestern, die sich gegen einen übermächtigen Feind gemeinsam zur Wehr setzen. Gefilmt großteils in Rumänien, wird hier eine Welt gezeigt, die zwischen schmutzig und klinisch tot hin und her schwenkt.

Die Effekte rund um Noomi Rapace (Unlocked) und ihre siebenfache Darstellung der Settman Schwestern, sind durchgehend glaubwürdig und auch dank den optischen Unterschieden, habe ich geglaubt, dass es sich um sieben verschiedene Persönlichkeiten handelt. Ja, es stimmt schon, die Charakterzeichnung ist nicht gerade tief und ein, zwei von ihnen bleiben kaum im Gedächtnis, aber wenn die zusammen loslegen oder in Gefahr sind, dann zittert und leidet man mit. Rapace habe ich ja immer schon für ihre Ausstrahlung und fruchtlosen Performances geschätzt und hier gibt sie wirklich alles und das gleich mehrmals.

Unterstützung bekommt sie dabei in Rückblicken von Willem Dafoe (Daybreakers), der den Großvater liebevoll und besorgt, jedoch auch sehr streng und gewissenhaft spielt, immerhin geht es um die Leben von gleich sieben Enkelkindern. Glenn Close (The Girl with All the Gifts) spielt die eiskalt berechnende Politikerin, deren Gewissen sich doch immer wieder mal meldet und Marwan Kenzari (Die Mumie, bald als Jafar in der Aladdin Realverfilmung zu sehen) ist Adrian, vom Job her im Prinzip ein Feind der Schwestern, jedoch dennoch nicht so leicht einzuordnen.

Insgesamt daher ein spannender und zügig inszenierter Film, der mich einerseits in eine andere Welt geführt hat, ich aber dabei dennoch mein Hirn nicht ausschalten musste, was ich in diesem Fall sehr gut gefunden habe. Die Optik und die Bilder sind bestechend, Rapace ist toll in ihren Rollen und wie die Sache dann genau ausgehen würde, das habe ich zwar vermutet, lag dann aber dennoch etwas daneben. Reine Unterhaltung also? Ja, sicher, aber alles andere als dumm, lieblos oder sich wie eine Auftragsabreit anfühlend. Soll bedeuten: Montag bis Sonntag, jeder hat seinen Lieblingstag und der ist garantiert auch hier dabei.

„What Happened to Monday“ bekommt von mir 8/10 jeden Wochentag so lebende, als wäre es der letzte Empfehlungspunkte.

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