Top of 2016 – Jahresrückblick

Zum Jahresabschluss haben wir das Kino/Film/Fernseh/Gamesjahr 2016 revue passieren lassen und uns gefragt, was eigentlich unsere Lieblinge des vergangenen Jahres waren. Jeder Autor hat sich so seine Gedanken gemacht und seine persönliche Best of – Liste (plus ein paar Negativ-Erlebnisse) erstellt.

Spideragents Top 5 (auf diesem Blog verewigte) Momente im Jahre 2016, aufgezählt in keiner bestimmten Reihenfolge:

Bestes Gesamterlebnis: Don´t Breathe. Wie sich einige Personen im Publikum eines Kinosaals, die zuvor noch gequatscht haben und mich mit einigen Handy-Displays zum nervös Blinzeln gebracht hatten, plötzlich gebannt dasitzen, sich mit den Fingern in die Sessel krallen, durchaus auch den titelspendende Atem anhalten und Sachen wie „das kann jetzt aber nicht sein“ flüstern, das habe ich so noch nie erlebt und das ist als Schauspiel fast so faszinierend gewesen, wie der Film selbst, über dessen geniale Inszenierung, die Technik und die Performances, ich nun auch kein weiters Wort mehr verlieren möchte. Watch and enjoy…and better hold your breath…

Spannendster Thrill in Serie: Ash vs Evil Dead. Soviel Spass, Kopfschütteln und seltsame Geräusche, auf die ich hier lieber nicht näher eingehen möchte, hat keine Serie in diesem Jahr bei mir ausgelöst. Ash ist back und das dadurch losgetretene Abenteuer ist genau so blutig, irrsinnig und abartig daneben, wie man es sich als Fan nur wünschen kann. Und auch wenn man es nach der ersten nicht so recht glauben kann, die zweite Staffel steigert den Wahnsinn dann noch einmal, das muss man wirklich gesehen haben, um es zu glauben zu können.

Größter Spass beim Spielen: Tales of the Borderlands. Ich habe dieses Jahr ja die Telltale-Games für mich entdeckt und bin Fan und mehrmaliger „Durchspieler“ der bisherigen drei Borderlands-Spiele. Was hier in diesen fünf Episoden an Fanservice, Humor und Action geboten wird und das alles auch noch mit soviel Liebe zum Ausgangsmaterial, das ist als Gesamtpaket schon beinahe fehlerlos. Auf der Adventure-Game Seite hat mich das letzte Abenteuer von Mister Nathan Drake am besten Unterhalten, Uncharted 4 liefert ein ziemlich emotionales Finale und hat noch mal alles gezeigt, was diese Serie so beliebt gemacht hat.

Stärkste Comicverfilmung: Als Freund dieses Genres und auch des Ausgangsmaterials, habe ich mich auf ein ereignisreiches Jahr mit immerhin sieben Blockbuster-Beiträgen gefreut. Deadpool ist einer meiner Lieblings-Marvel-Antihelden und sein Abenteuer entspricht seinem Charakter ziemlich exakt. Mein Einzelheld des Jahres ist somit er, doch was meine „Squad Goals“ betrifft: schimpft was ihr wollt, Suicide Squad hat ganz klare Stärken und macht einfach Spass und das auch noch beim mehrmaligen Ansehen.

Bester Animationsfilm: Zoomania. Selten habe ich soviel Botschaften in einem „Kinderfilm“ gesehen, die vor allem das erwachsene Publikum ansprechen und deren Verhalten in der Öffentlichkeit, das voller Vorurteile ist. Hinzu kommen die perfekten Animationen, die liebevoll gestalteten Figuren und zwei gegensätzliche Helden, die beide auch locker ein Solo-Abenteuer auf ihren Schultern tragen könnten. Eingebettet in eine humorvolle, geistreiche und zügig erzählte Geschichte, ergibt das ein rundum gelungenes Erlebnis für die ganze Familie.

Unerwartetste Überraschung: The Hive. Abgesehen von dem von Regisseur James Gunn ausgesprochenen Lob, kannte ich nur den Trailer von diesem Film. Was man dann zu sehen bekommt, ist faszinierend und abstossend zugleich und lässt die Möglichkeit eines guten Endes, auf die Dauer immer unrealistischer erscheinen. Was dann aber kommt, ist irgendwie schrecklich schön, falsch, aber irgendwie doch das Richtige…

Warnungen an Freunde des guten Geschmacks: Gefallene Kino-Helden und ihre Premieren für´s Heimkino. Warnen möchte ich dieses Jahr vor allem vor dem auf mehreren Ebenen lächerlichen Rage mit John Travolta, obwohl oder gerade weil seine Perücke durchaus den Titel „schlechteste Performance der Jahres“ verdient hat und das fast schon wieder lustig ist. Auch Bruce Willis war einige Male unterwegs, in Extraction sehr zur Freude seiner Hasser, denn er wirkt als würde er seine Sätze auswendig aufsagen und der Film an sich ist sowieso eine für Genre-Fans lieblose Frechheit.

Zum Jahresabschluss kommen hier Zinderellas High- und Lowlights:

Bester zum Nachdenken anregender Film: „Arrival“ – Kaum ein Film hat mich so zum Grübeln gebracht. Der Plot klingt simpel und wirkt auf den ersten Blick nicht gerade Award verdächtig: Aliens kommen auf die Erde und Amy Adams muss lernen mit ihnen zu kommunizieren um einen Krieg zu verhindern. Doch durch das Geschenk der Aliens bekommt der Filme in neues Level, das ihn für mich von der breiten Masse abhob.

Bestes neues Franchise: „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ hatte für mich anfangs einen sehr negativen Beigeschmack. Ich hatte das Gefühl, dass man jedes noch so obskure Bisschen der „Harry Potter“-Serie zusammenkratzen würde, um daraus einen Film basteln zu können. Doch hier hatte man ein Ass im Ärmel, nämlich Potter Autorin Joanne K. Rowling, die höchstpersönlich das Drehbuch für „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ schrieb.

Bester, laaaaaaang erwarteter Comicfilm: „Deadpool“ for the Win! Nachdem ich mit jemanden befreundet bin, der das Ausgangsmaterial mag und bei mir die Vorfreude auf den Film schürte (aber auch die Erwartungshaltung steigerte), war ich dennoch überrascht, wieviel Spaß ich bei diesem Film hatte. Ein perfekter Mix zwischen Action, Gore und Spaß, den ich inzwischen schön öfters gesehen habe.

Beste neue Serie: Dieses Jahr habe ich über so einige neue Serien geschrieben, doch bei vielen habe ich aufgehört zu schauen, noch bevor die Staffel zu Ende war. Am interssantesten war für mich die Serie „The Crown“ in der es um das Leben der aktuellen Queen von England geht.

Bester Animationsfilm: „Zoomania“ schlägt hier die Konkurrenz mit Leichtigkeit aus, nicht nur dank einer niedlichen Heldin, sondern auch dadurch, dass Jung und Alt gleich gut unterhalten werden. Für die Erwachsenen ist eine interessante Message versteckt, die die Kinder eher nicht wahrnehmen werden.

Größte Enttäuschungen des Jahres: Wenn ich hier „Suicide Squad“ anführe, stehe ich wohl zumindest unter uns Blog-Autoren alleine mit meiner Meinung da. Auch wenn der Film per se nicht schlecht war, hatte ich mir dank einer genialen Werbekampagne eindeutig viel mehr erwartet. Eine Enttäuschung nach der anderen produziert anscheinend Tim Burton, hier mit seinem neuesten Beitrag „Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children„, der wieder einmal Schauwerte über alles andere stellt. Weiters nicht vom Hocker gerissen hat mich leider „Underworld: Blood Wars„, der für mich aus den falschen Gründen unterhaltsam war und seiner Heldin den Kampfgeist geraubt hat.

Fireagents Lieblinge – an die er sich von 2016 noch erinnern kann:

Bestes Game: Das ist schwer zu sagen, aber wenn man davon ausgeht, dass die „The Witcher III: Wild Hunt – Game Of The Year„-Edition zwar 2016 erschienen ist, das Spiel selbst aber schon früher, dann bleibt für mich wohl nur „XCOM 2“ übrig. So viel mitgelitten, -gefiebert und -gefreut mit meinen Figuren habe ich überhaupt noch nie. Teil 3 kann kommen.

Größte Überraschung (nicht verwechseln mit dem besten Film) ist der neue Ghostbusters. Ich hatte absolut nicht damit gerechnet, dass dieser Film auch nur im Ansatz gut sein kann – und was hatte ich für einen Spaß dabei! Und „Raum„. Warum? Selbst ansehen.

Bester Superheldenfilm 2016: Batman vs Superman: Dawn Of Justice – Ultimate Edition Cut. Das ist wie ein anderer Film. Und ich verstehe nicht, warum man für die Kinoversion Teile der Handlung(!) rausschneiden musste. War schräg. Der Film ist für mich aber in Summe einer der besten Superheldenfilme (von der Materialschlacht am Ende abgesehen) überhaupt. Enough said. Snyder rocks (wie üblich).

Der beste Trashfilm 2016 (oder sollte ich sagen Hai-Film? Immerhin schon ein eigenes Genre): Das teilen sich heuer zwei Filme, die beide auf ihre eigene Art absolut großartig und lustig waren – unnd noch dazu beide absichtlich. Das wären zum einen der cool-witzige „Dam Sharks!“ und der durchgeknallt inszenierte „Atomic Shark„.

Ehrennennung: „Rogue One – A Star Wars Story“ – für mich der beste Star-Wars-Film seit Episode VI – Die Rückkehr der Jedi Ritter.

Am unnötigsten „gebashter“ Film 2016: „Suicide Squad“ – definitv. Auch wenn „Ghostbusters“ ebenfalls ziemlich viel Kritik eintstecken musste, so muss man ehrlicherweise gestehen: Das haben die Damen und Herren selbst verursacht und provoziert. Gleiches gilt für „BvS“ – wie kann man eine Version in der wichtige(!) Teile der Handlung fehlen ins Kino bringen? Aber bei „Suicide Squad„? Der war unterhaltsam und gut. Was hatten die Leute den erwartet? Eben.

Zu sehr gehypter Film 2016: „Captain America 3: Civil War“ – ist eh gut, aber nicht DER Meilenstein als der er gern verkauft wird.

Beste Serie: „Ash vs Evil Dead„. Weil es nur ein Arschloch in dieser Stadt geben kann. Punkt.

Oh – und einfach, damit es gesagt ist: Wer „Zoomania“ noch nicht gesehen hat – Anschauen. Jetzt. Sofort.

Darkagents Highlights im Jahre 2000 und 16:

Die Comicverfilmung: Der (chronologisch) erste Höhepunkt in dieser Kategorie ist klarerweise „Deadpool“, der verschiedene Genres perfekt vereint. Inzwischen ist der Held mit der großen Klappe sogar der finanziell erfolgreichste X-Men-Film. Nummer zwei ist „Captain America 3“, in dem die Russo Brüder beweisen, dass sie eine Geschichte nicht nur erzählen, sondern auch inszenieren können. Abschließend sei noch „Suicide Squad“ erwähnt, der sich trotz kleinerer Macken als unerwartet unterhaltsam herausgestellt hat.

Die beste (wahrscheinlich) beste Serie: Mit „Westworld“ hat der amerikanische Fernsehsender „HBO“ die Idee von Sci-Fi-Autor Michael Crichton in veränderter Form zurückgebracht. Das Ergebnis ist im Wesentlichen ein 10-stündiger Film, mit herausragenden Schauspielern und einer durchdachten Geschichte, die den Zuschauer durch die komplexe Erzählweise durch ein Labyrinth schickt. Leider geht es erst 2018 weiter.

Der Animationsfilm: Mit „Zoomania“ brachte Disney ein kleines Häschen und damit einen tollen Motivationsfilm gegen Vorurteile heraus. In „Findet Dorie“ wird, nach über einem Jahrzehnt, die Geschichte des vergesslichsten Fisches im gesamten Ozean weitererzählt. Der Film macht speziell auf einer emotionalen Ebene alles richtig und es ist definitiv empfehlenswert ein Taschentuch in Reichweite zu haben.

Das Spiel: Leider konnten mich in diesem Jahr nicht viele Spiele begeistern. Eine Ausnahme war jedoch „Rise of the Tomb Raider“, das die Geschichte des bereits 2013 erschienenen Vorgängers fortsetzt. Die richtige Hardware vorausgesetzt ist das Spiel eine Augenweide. Hoffentlich lässt man sich mit dem nächsten Teil nicht wieder so lange Zeit.

Der überraschend gute: Nachdem der zweite Teil eher mau war, kam „The Purge: Election Day“ zum dritten Mal mit einer Säuberung zurück. Regisseur James DeMonaco ließ sich für diesen Teil etwas mehr Zeit und hat diese auch genutzt um seiner Welt mit einer gelungenen Geschichte Leben einzuhauchen.

Der neu entdeckte: Über Michael Bay wird ja gerne geschimpft. Er kann aber auch anders und zeigt das im bereits 2005 erschienenen Film „Die Insel“. Der Film hat eine detailreiche Vision von einer möglichen Zukunft, tolle Hauptdarsteller und, immerhin ist  es ein Bay-Film, spektakuläre Action-Sequenzen.

Die Enttäuschung: Nicolas Winding Refns Film „The Neon Demon“ hat leider außer einer tollen Optik und ein paar schockierenden Momente nicht viel zu bieten


Ein Gedanke zu „Top of 2016 – Jahresrückblick

  1. Sehr schöne Listen liebe Agents und Zinderella 😉

    Vor allem in Punkto BATMAN V SUPERMAN kann ich Fireagent nicht genug zustimmen.
    Unglaublich wie sich dieser Film still und heimlich in meine ganz persönliche Top 10 geschlichen hat. Ich habe den Film nun 8 mal gesehen (2 mal im Kino, 6 mal im Extended Cut) und erkannte mit jedem Mal mehr und mehr das Meisterwerk in diesem Film. Das ist ein Comic-Film, der eigentlich zu groß, zu mächtig, zu schön für das typische Comicfilm-Publikum ist, dass bloße Unterhaltung sucht. Eine Schande, dass ein meisterhafter Regisseur wie Zack Snyder für diesen Film Prügel bezogen hat.

    ZOOMANIA scheint wohl auch ein Must-See zu sein, kommt also auf die Liste. Ansonsten sind wir uns durchaus einig (z.B. Don’t Breathe), wenn auch nicht immer (z.B. The Neon Demon) 😉

    Serientechnisch fand ich ASH VS. EVIL auch klasse, WESTWORLD habe ich leider noch nicht gesehen. Mein Highlight daher: GOTHAM Season 2. Habe die 22 Episoden wahrlich verschlungen und habe dabei jede Sekunde geliebt. Ich war ja auch schon ein großer Fan der 1. Season, aber während man dieser noch ansah, dass die Serie sich noch finde muss, und einige der Episoden zu sehr an Stand-Alone-Krimi-Geschichten erinnerten, so ist Season 2 ein einziger, dicker, fetter roter Faden, der grob in zwei Story-Arcs aufgeteilt wird.
    Die Charaktere entwickeln sind weiter, wachsen einem ans Herz und/oder überraschen einen durch völlig neue Seiten. Grundsätzlich lebt die Serie nicht nur von den zahlreichen, spannenden Story-Elementen, deren Auflösung man entgegenfiebert, sondern auch den originellen Ideen und Twists. Season 2 nähert sich Story-technisch und stilistisch den Comics an, streut unzählige coole Anspielungen, die Fans ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürften und überrascht mit einer smarten Einbindung von Comic-Charakteren, in die düsteren und durchaus reale Welt von Gotham. Mich hat seit GAME OF THRONES und TRUE DETECTIVE tatsächlich keine Serie so gepackt wie die 2. Season von GOTHAM. Ich hoffe nur, dass die schwächelnden US-Quoten von Season 3 nicht das Ende dieser wundervollen Serie bedeuten.
    Aber selbst wenn: das Team hinter dieser wahnsinnig gut produzierten Serie auf Hollywood-Niveau hätten sich absolut nichts vorzuwerfen, denn an der Qualität läge es nicht.

    Und hier der Vollständigkeit halber auch noch meine Top 20 der besten Kinofilme des Jahres 🙂

    1. Batman V Superman
    2. The Hateful Eight
    3. Arrival
    4. The Neon Demon
    5. Nocturnal Animals
    6. Der Nachtmahr
    7. Creed
    8. The Witch
    9. Suicide Squad
    10. Die glorreichen Sieben
    11. Don’t breathe
    12. Dr. Strange
    13. The Nice Guys
    14. The Revenant
    15. Deadpool
    16. Rogue One: A Star Wars Story
    17. The First Avenger: Civil War
    18. High-Rise
    19. Star Trek Beyond
    20. Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows

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