Findet Dorie – Finding Dory (Filmkritik)

Ein Jahr nachdem die vergessliche Dorie (Ellen DeGeneres) Marlin (Albert Brooks) geholfen hat dessen Sohn Nemo (Hayden Rolence) nach Hause zu bringen, passiert etwas Ungewöhnliches.

Dorie kann sich an Bruchstücke ihrer Kindheit erinnern. Sie beschließt kurzerhand, mit der Hilfe von Marlin und Nemo, ihre Eltern zu suchen und lernt unterwegs sowohl alte als auch neue Freunde kennen.

finding-dory

Bevor der Film „Findet Dorie“ startet gibt es, wie bei Pixar-Filmen üblich, einen kleinen aber feinen Kurzfilm zu sehen. Dieser heißt „Piper“ und handelt von einem jungen Vogel, der sein eigenes Futter finden und in diesem Zusammenhang seine Angst vor dem Wasser überwinden muss. Eine süßere Geschichte über ein süßeres Geschöpf habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Doch zurück zum eigentlichen Film.

Pixar hat im Laufe der Jahre dermaßen viele extrem gute Filme gemacht, dass es schwierig ist zu sagen, welcher nun der Beste ist. Dennoch zählen vergleichsweise viele Personen „Findet Nemo“ und auch „Wall-E“ zu ihren Favoriten. Bei diesen beiden Filmen führte Andrew Stanton Regie, der zuletzt mit „John Carter“ an einem finanziellen Desaster tätig war.

Auch wenn der ausgebliebene finanzielle Erfolg von „John Carter“ zumindest meiner Meinung nach nichts über dessen Qualität aussagt, schien sich Stanton auf bisherige Erfolge zu besinnen und machte sich daran, sich eine Geschichte für eine Fortsetzung auszudenken. „Findet Dorie“ setzt die Geschichte von „Findet Nemo“ fort, wenn auch aus einer anderen Perspektive.

Es geht darum, dass Dorie, ihrerseits der vergessliche Fisch den wir vor über einem Jahrzehnt kennen und lieben gelernt haben, ihre Eltern wieder findet. Die Geschichte beginnt also damit wie Dorie, in jungen Jahren, von ihren Eltern getrennt wird. Schon an dieser Stelle schafft es der Film dem Zuschauer, vergleichsweise subtil, die Tränen in die Augen zu treiben.

Ein paar Jahre später lebt Dorie mit Marlin und Nemo zusammen. Abgesehen davon, dass Dorie ihrer Umgebung, wegen ihrer Zerstreutheit, hin und wieder einige Nerven kostet, sind alle glücklich und zufrieden. Als sich die gute Dorie, während eines Schulausfluges, an einige Bruchstücke aus ihrer Kindheit erinnert, muss sie sich auf die Suche nach ihren Eltern machen und das große Abenteuer beginnt erneut.

Dieses Mal besteht das Abenteuer allerdings nicht in einer langen Reise, unter anderem weil Marlin „jemanden“ kennt. Der Film spielt die meiste Zeit im oder um das Marine Life Institute, was die Geschichte nicht weniger unterhaltsam macht. Leider wirkt die Geschichte, zumindest im Vergleich zum Vorteil, nicht so ganz rund.

Stattdessen scheint sie sich ein wenig an ihrer neuen Protagonistin zu orientieren. Wie Dorie selbst ist sie liebenswürdig, etwas chaotisch und leicht schräg. Dafür hat die Geschichte mehr emotionale Höhen und Tiefen zu bieten. Neben dem Einstieg gibt es noch einige weitere Gelegenheiten sich Tränen aus den Augen zu wischen.

Natürlich gibt es auch ganz, ganz viele lustige Momente, etwa als Marlin und Nemo später versuchen Dorie zu finden und sich mehrfach fragen müssen: Was würde Dorie tun? Ebenfalls sehr gelungen sind die Charaktere. Besonders heraus sticht allerdings Hank, ein siebenarmiger Oktopus. Der pessimistische bzw. etwas zynische Hank und die optimistische bzw. liebenswürdige Dorie sind gemeinsam das perfekte dynamische Duo.

Zwar machen sie das Leben das jeweils anderen nicht unbedingt einfacher, funktionieren aber großartig in Kombination. Hank sorgt aber auch selbst, dank seiner außergewöhnlichen Tarnfähigkeiten, für eine Menge Unterhaltung. Die nächste Fortsetzung „Findet Hank“ zu nennen, scheint nicht nur der nächste logische Schritt, sondern auch unbedingt notwendig zu sein.

Bei den Sprechern hätte man es nicht besser treffen können. Neben den alten bekannten wie Ellen Degeneres (Findet Nemo) als Dorie und Albert Brooks (Drive) als Marlin sind auch einige neue Stimmen dabei. Ed O’Neill (Ralph Reichts) als Oktopus Hank sticht besonders heraus, wobei auch Eugene Levy (Astro Boy) und Diane Keaton (Der Pate) als Dories Eltern Charlie und Jenny überzeugen können.

Alles in allem ist „Findet Dorie“ eine der besten Fortsetzungen, die Pixar jemals auf die Leinwand gebracht hat. Optisch ist der Film wie immer ein Hit, das Abenteuer, bei dem ein vergesslicher Fisch endlich seine Eltern wiederfindet, ist großes Kino und die perfekte Unterhaltung für die gesamte Famile.

Der Film „Findet Dorie“ bekommt daher auch 9,5/10 erneut nach Hause findende Empfehlungspunkte. Umbedingt bis zum Ende sitzen bleiben!

Zitat:
Dorie: You know, I think I’ll remember you!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.