Rogue One: A Star Wars Story (Filmkritik)

Der Wissenschaftler Galen Erso (Mads Mikkelsen) versteckt sich auf dem Planeten Lah’mu vor den Truppen des Imperiums – leider vergeblich. Der Offizier Orson Krennic (Ben Mendelsohn) findet ihn. Seine Frau wird bei dem Versuch ihn zu verteidigen tödlich getroffen, während sich seine Tochter Jyn (Felicity Jones) erfolgreich in einer nahegelegenen Höhle verstecken kann.

Jahre später erfährt die Rebellionen, dass das Imperium dabei ist eine Superwaffe fertigzustellen. Doch Galen hat einen fatalen Fehler in seine Maschine eingebaut. Nun ist es an Jyn und einer Hand voll Rebellen, die Pläne aus einer streng bewachten, imperialen Basis zu stehlen.

Alles begann vor langer, langer Zeit in unserer Galaxie. Im Jahr 1977 brachte George Lucas „Star Wars“ in die Kinos und erschuf damit das größte Franchise aller Zeiten. Einige Jahre und Filme später, wir befinden uns inzwischen im Jahr 2012, übernahm Disney Lucasfilm. Es wurden Pläne sowohl für eine neue Trilogie geschmiedet, als auch für Antholgy Filme.

Im Klartext heißt das dann, dass zwischen zwei Episoden-Filmen dann immer eine interessante Geschichte aus dem Star Wars-Universum erzählt wird. Für die erste Geschichte hat man sich eine ausgesucht, die nicht nur vor dem eingangs erwähnten, ersten Star Wars-Film spielt, sondern auch zu Beginn des Films zumindest kurz erwähnt wird.

Wer also immer schon einmal wissen wollte, wie die Rebellion nun genau zu den Plänen des Todessterns gekommen ist, ist hier genau richtig. Für die Regie konnte man Gareth Edwards verpflichten, der mit Filmen wie „Monsters“ und zuletzt „Godzilla“ von sich überzeugen konnte. An dieser Stelle scheint man dann dennoch nicht so ganz zufrieden gewesen zu sein.

Es gab Gerüchte die besagten, es hätte umfangreiche Nachdrehs gegeben. Wenn man dann das endgültige Ergebnis mit frühem Werbematerial vergleicht, dürfte sich auch tatsächlich einiges geändert haben. Der fertige Films ist aber nichts desto trotz weitgehend stimmig. Allerdings gibt es auch den einen oder anderen Kritikpunkt.

Der Einstieg beginnt auf Lah’mu und endet mit Jyn Ersos Rettung durch Saw Gerrera. Jahre später wird Jyn von der Rebellionen aus der Gefangenschaft des Imperiums befreit. Sie soll Kontakt mit Gerrera herstellen, der von einem imperialen Piloten eine Nachricht von Galen bekommen hat. In einem Hologramm erklärt dieser dann seine Absichten.

Da die Rebellen an der Echtheit der Nachricht zweifeln, macht sich Jyn mit einem kleinen Trupp auf nach Scarif. Aus der grundsätzlichen Idee des Films ergibt sich ja prinzipiell eine spezielle Möglichkeit. Da von vorhinein eine Fortsetzung ausgeschlossen wurde und man weiß wie die Geschichte endet, und zwar in „Eine Neue Hoffnung“, ist der Tod einzelner Charaktere an dieser Stelle eine echte Bedrohung.

Achtung Spoiler: Es bedarf nicht den weltbesten Detektiv (Batman war eh gerade anderweitig beschäftigt) um zumindest zu vermuten, dass nicht alle überleben werden, allerdings hat man es diesbezüglich deutlich übertrieben. Hier sterben ausnahmslos alle, was dann doch irgendwie schade ist und in der Form auch irgendwie sinnfrei zu sein scheint.

Allerdings ist das aktuelle Ziel nicht eine oder mehrere Personen zu retten, sondern eine Mission deren Ausgang das Schicksal der gesamten Galaxis bestimmen wird. Dennoch hat man speziell zum Schluss das Gefühl, man würde die verbleibenden Charaktere verheizen, um später nicht ihren Verbleib erklären zu müssen. Spoiler Ende!

Edwards inszeniert seine Geschichte über weite Teile als Kriegsfilm im Star Wars-Universum – und es funktioniert. Seine Inszenierung ist dabei so überzeugend, dass man zeitweise die Fiktion dahinter vergisst. Diese ist auch durchgehend stimmig, egal ob es die imperialen Besatzungsmächte auf Jedha sind oder später die Schlacht auf Scarif ist. Die Welt der Jedi Ritter hat eben doch eine dunkle Seite.

Was die Charaktere betrifft, kann vor allem Felicity Jones (The Theory of Everything) als Jyn Erso überzeugen. Jyn Erso war viele Jahre auf sich gestellt und Jones schafft es diesen Aspekt ihrer Rolle zu vermitteln. Sie ist ein starker Charakter der die Geschichte vorantreibt. Allerdings wirkt die Art und Weise mit der sich ihre Prioritäten auf halber Strecke ändern, ein wenig erzwungen.

Alan Tudyk (Zootopia) als umprogrammierter imperialer Druide K-2SO sorgt mit seinen Aussagen für eine Menge lustige Momente. Mads Mikkelsen (Doctor Strange) ist den Umständen entsprechend sehr gut, hat aber leider nicht viel zu tun. Ben Mendelsohn (Trespass) gibt als Orson Krennic einen passablen Bösewicht, muss sich allerdings gleich in zweifacher Hinsicht die Show stehlen lassen.

Man bringt den bereits 1994 verstorbenen Peter Chushing als Grand Moff Tarkin zurück. Zwar ist bei diesem Tarkin deutlich erkennbar, dass ihm im Computer neues Leben eingehaucht wurde und dennoch ist er so respekteinflößend wie immer. Dann gibt es noch den wie immer von James Earl Jones gesprochene Darth Vader. Vader ist nur ein kleiner Teil der Geschichte, dafür haben es seine Szenen in sich. Als Bonus bekommt man sein Schloss zu sehen und das ist definitiv eines Sith-Lords würdig.

Optisch macht Rogue One, genau wie „Das Erwachen der Macht“, alles richtig. Egal ob es alte oder neue Sets, Waffen, Schiffe oder andere Dinge wie atemberaubende Schlachten sind, es sieht alles ausnahmslos erstklassig aus. Abgesehen davon, dass die Optik der generellen Inszenierung folgt, versteht es Edwards wie kein anderer, dem Zuschauer Größenverhältnisse zu vermitteln.

Etwa wenn Sternenzerstörer aus dem Schatten kommt und in der nächsten Szene zum Todesstern in Verhältnis gesetzt wird. Hier bekommt man ein konkretes Gefühl, wie groß dieser Todesstern wirklich ist. Ein anderes Beispiel wäre, als während eines Gefechtes ein imperialer AT-AT aus dem Nebel kommt – unheimlich und gut gemacht.

Alles in allem ist „Rogue One“ ein durchaus gelungener Film, wenn auch kein perfekter. Die Idee ist toll und über weite Teile gut umgesetzt. Es gibt viele coole Momente und Anspielungen auf das restliche Star Wars-Universum. Selbst was die Optik betrifft, zeigt dieser Film was mit dem jetzigen Stand der Technik möglich ist. Allerdings wurden die Charaktere scheinbar ein wenig vernachlässigt, wodurch das Ende weniger emotional ist als es hätte sein können.

Der Film „Rogue One: A Star Wars Story“ bekommt 8,5/10 der Galaxie Hoffnung bringende Empfehlungspunkte.


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