Mistaken: Rettungslos bescheuert – Tooken (Filmkritik)

Auch wenn er inzwischen nicht mehr für die Agency arbeitet, kann es Ex-CIA Agent Bryan Millers (Lee Tergesen) nicht lassen, seine ganz speziellen Fähigkeiten einzusetzen – sehr zum Missfallen seiner Ex-Frau Lenore (Lauren Stamile). Doch dann kommt Bryan einigen potentiellen, Sprengstoff schmuggelnden, Terroristen auf die Spur und wird samt Mutter (Joyce Bulifant) und Ex entführt.

Tooken

Inzwischen sollte es sich herumgesprochen haben. Spoof-Filme kann man mit verschwindend geringen Kosten produzieren und dank eines Wiedererkennungswertes in Richtung des Originals, hat man trotz meist desaströser Qualität, seine Zuschauer. „Tooken“ hat offenbar versucht alles besser zu machen und dies ist, zumindest teilweise, auch geglückt.

Für Regie und Drehbuch ist an dieser Stelle John Asher verantwortlich. Zwar ist Asher bereits eine Weile im Geschäft und dennoch hat er nichts zustande gebracht, was der durchschnittliche Zuschauer kennt. Für sein aktuelles Projekt muss man ihm zu Gute halten, dass er einerseits ein gewisses Maß an Erfahrung/Talent besitzt und sich andererseits mit der Taken-Reihe beschäftigt hat.

Die schlimmste Form eines Spoof-Filmes entsteht üblicherweise dann, wenn die Verantwortlichen die zu veralbernden Filme nur aus dem Trailer kennen. „Tooken“ ist hier erfreulicherweise anders und nimmt eine Serie immer seichter werdender Action-Filme und macht eine noch seichtere Komödie daraus („Taken 3“ zählt nicht als seichte Komödie, da es der Film erschreckender Weise ernst meint…).

Aus diesem Zweck nimmt man die Grundidee, dreht das Konzept um, verbindet das Ganze mit einer Geschichte, die durch eine im Großen und Ganzen in sich schlüssigen Logik besticht und macht einen halbwegs lustigen Film daraus. Erfrischend ist ebenfalls, dass „Tooken“ sich bis auf den anfänglichen Seitenhieb auf „Non-Stop“ dann auch gezielt auf die Taken-Filme beschränkt und sich nicht wie z.B. in „Die Pute von Panem“ über so ziemlich alle aktuell erfolgreichen Filme lustig macht.

Das Grundsetting ist daher ein alt bekanntes. Bryan Millers setzt seine ganz besonderen Fähigkeiten ein, um seine Familie (und hier vor allem seine Tochter Kim) zu beschützen. Dabei gibt es wiederholt Anspielungen auf z.B. seinen Akzent, sowie sein Alter und die dadurch entstandene Fehlsichtigkeit. Lee Tergesen (The Collection) ist hervorragend in dieser Rolle und verleiht dieser eine gekonnte Mischung aus bitterem Ernst und seichtem Klamauk.

Auch den Rest der Schauspieler hat man vermutlich irgendwo schon einmal gesehen. Da hätten wir beispielsweise Lauren Stamile (Burn Notice/Community) als Ex-Frau Lenore oder Reno Wilson (Mike & Molly) als Lenores neuer Freund und Porno-Star Money Maker. Im Großen und Ganzen ist der Cast unerwartet gut, vor allem wenn man bedenkt, mit welcher Sorte Filme man es hier zu tun hat.

Die Geschichte ist dann, wenn auch in sich schlüssig, so seicht wie man es erwarten würde. Auch wenn es viele gelungene Gags gibt, so sind viele dennoch deutlich unterhalb der Gürtellinie angesiedelt. So sei beispielsweise erwähnt, dass der Bösewicht, der übrigens den Namen „Brown Finger“ trägt, plant kleine Hunde mittels persönlich von ihm rektal eingeführten Sprengstoff in die Luft zu jagen.

Dass Millers den Bösewicht am Ende mit seinem durch Potenzmittel gestählten Penis tötet ist, was den Humor betrifft, offensichtlich unterhalb der Gürtellinie angesiedelt. Dafür gibt es einige Momente, die einfach nur so lustig sind wie die Tatsache, dass der Freund von Kim wiederholt unter Millers Repressalien zu leiden hat, der natürlich nur das Beste für seine Tochter will und immer das Schlimmste vermutet.

Alles in allem ist „Tooken“ nur unter dem Gesichtspunkt ein herausragender Film, weil er einer der wenigen Spoof-Filme ist, der sein Ursprungsmaterial ernst nimmt und sich auch die Mühe nimmt, etwas (mehr oder weniger) sinnvolles daraus zu machen.

Der Film „Tooken“ bekommt daher auch 5/10 alle rettende Empfehlungspunkte.


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