Fortress – Die Festung (Filmkritik)

In einer dystopischen Version des Jahres 2017, versuchen John Brennick (Christopher Lambert) und seine Frau Karen (Loryn Locklin) über die amerikanische Grenze nach Kanada zu gelangen. Es herrscht eine strikte „ein Kind“ Politik, aber weil sie ihr erstes Kind bei der Geburt verloren haben, sind sie das Risiko einer zweiten Schwangerschaft eingegangen.

Doch sie werden enttarnt und so bleibt John zurück, um seiner Frau die Flucht zu ermöglichen. Er wird zu 31 Jahren in der Festung verurteilt, einem Hochsicherheitsgefängnis, dass die Insassen mit Sonden ausstattet, die bei Ungehorsam Schmerzen zufügen oder bei Bedarf auch zum Tod führen können. All das hält John jedoch nicht davon ab, das Unmögliche zu planen, nämlich seine Flucht…

Regisseur Stuart Gordon baute seit dem Jahre 1985 und seinem Hit „Der Re-Animator“, seine Karriere mit zahlreichen Horror-Scifi-Fantasy Produktionen (From Beyond, Meister des Grauens, Dagon) auf. Im Jahre 1992 schuf er mit Fortress einen geradlinigen Fantasy-Actionfilm, der mir abgesehen von seinem nahezu perfekten Überhit Highlander, als einer meiner liebsten Christopher Lambert Filme in Erinnerungen geblieben ist.

Nun habe ich mein Gedächtnis aufgefrischt und hatte abgesehen von der Tatsache, dass die Ereignisse laut Film schon vor zwei Jahren (2017) stattgefunden haben, auch so (noch immer) meinen Spaß. Natürlich kann man hier ebenso eine gewisse Botschaft heraus lesen und eine Kritik, die man auch auf unsere Gesellschaft ummünzen kann (China – ein Kind Politik – Mädchen abtreiben – Männer Überschuss). Wenn diese Gedanken kommen, dann jedoch nur nebenbei.

Viel eher schon ist es spannend und ironisch zu sehen, dass ein wenig Ressourcen verschwendender und unheimlich effektiver „neuer“ Mensch, sich erst recht wieder nach dem sehnt, was er nicht mehr hat. Liebe und körperliche Nähe sind überholt? Aber schön ist es doch trotzdem, oder? Oder? Da sind dann auch Träume über Liebe verboten, denn was man selbst nicht haben kann, darf ein Gefangener schon gar nicht erleben.

Im Herzen ist dies aber natürlich ein Action-Erlebnis, ohne viel Anspruch, außer gut zu unterhalten. Das gelingt ausgezeichnet, denn durch die Ungerechtigkeit am Anfang – nur ein Kind erlaubt trotz Todgeburt – ist man sofort auf der Seite der Familie Brennick. Ein wenig schade finde ich, dass sämtliche Sidekick-Charaktere zwar ihre Momente haben, am Ende aber dennoch nur als Kanonenfutter auf der gefährlichen Flucht enden.

Die Härte der Festung wird dabei nicht nur durch explodierende Sonden und blutige Kämpfe vermittelt, auch die psychische Ebene ist unangenehm. Kann ein Mensch noch mehr gläsern sein, als wenn man seine Träume sichtbar macht? Aber ist ja nur ein Häftling, der hat ja keine Rechte, immerhin schreiben wir ja das Jahr 2017. Dank eines überheblichen Gefängnisdirektors, in dem auch eine sadistische Ader schlummert, ist man emotional noch mehr bei der Sache.

Christopher Lambert (Ghost Rider 2) Als John ist ein typischer Held, mit rauer Schale und weichem Kern, der auch einem brutalen Mithäftling das Leben retten würde. Er arbeitet mit Zielstrebigkeit und Kampfgeist, während seine von Loryn Locklin (Filofax) gespielte Frau ihn mit List und Manipulation unterstützt, wo es geht. Kurtwood Smith (Agent Carter) als Direktor hat Charisma, ist ein unangenehmer Zeitgenosse und ein starker Bösewicht.

Insgesamt daher für mich einer der in einigen Bereichen nicht gut gealterte, aber dennoch besten Lambert Filme und auch was SciFi-Action der 90er Jahre betrifft, ist er vorne mit dabei. Acht Jahre später folgte übrigens ein Sequel mit dem gleichen Hauptdarsteller, doch ansonsten ist das gesamte Werk klar in den Trash-Bereich geschlittert.

„Fortress“ bekommt von mir 7,5/10 den Freiheitsdrang nicht unterdrücken könnende Empfehlungspunkte.


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