Die Festung 2: Die Rückkehr – Fortress 2: Re:Entry (Filmkritik)

Nach seiner erfolgreichen Flucht aus der Festung, ist John Brennick (Christopher Lambert) mit seiner Frau und seinem Sohn abgetaucht. Das ist auch notwendig, denn die Men Tel Corporation sucht noch immer fieberhaft nach dem einzigen Menschen, der jemals aus einem ihrer Gefängnisse flüchten konnte. Ein Treffen mit alten Bekannten, wird John schließlich zum Verhängnis.

Seine Verfolger jagen ihn und auf der Flucht wird er gefangen, jedoch kann er zuvor seine Familie in Sicherheit bringen. Als er wieder zu sich kommt, ist er erneut in einer Festung eingesperrt, wieder unter der Leitung eines selbstgerechten Sadisten (Patrick Malahide). So weit so bekannt doch schon bald sieht Brennick eine weitere Herausforderung auf sich zukommen: sein Gefängnis ist eine Raumstation!

Acht Jahre nach dem erfolgreichen ersten Teil, folgte im Jahre 2000 „Fortress 2“. Von den Darstellern ist nur Hauptdarsteller Christopher Lambert übrig geblieben (seine Ehefrau wurde neu besetzt) und auch am Regiestuhl nahm mit Geoff Murphy (Freejack, Alarmstufe Rot 2) ein anderer Herr Platz. Was man hier dann bekommt ist eine Kopie des Originals und hatte damals wohl schon alleine durch die Spielerei mit den Effekten, seine Daseinsberechtigung.

Vor fast 20 Jahren war das vielleicht so, doch heute lässt sich dadurch freilich Niemand mehr blenden. Ernst nehmen sollte man einige Sachen hier im Gegensatz zum Erstling auch nicht. Meine absolute Lieblingsszene? Als Brennick ohne Raumanzug aus einer Luftschleuse ins All geschleudert wird und er es kurz darauf schafft, bei einem anderen Eingang wieder an Bord zu gehen. Naja, er hat ja auch die Luft angehalten, damit ihm nix passiert. So was kann eben nur der Highlander persönlich.

Was es auch gibt, ist eindeutig mehr nackte Haut. Wird auch schön erklärt, denn die ausgedehnten Duschszenen lenken das Wachpersonal ab und helfen bei der Flucht. Kein Selbstzweck also, sehr clever, jaja. Bei der Gewalt gibt es dafür fast schon überraschend keine Steigerung, durch das SciFi-Setting wirken die Action-Momente wohl einfach harmloser (schlecht geschnitten sind sie obendrein).

Die Charaktere rund um Brennick sind etwas abgeändert (nun sind etwa eine sexy Lady und ein dauerquasselnder Technik-Experte mit dabei), doch sind diese einem als Zuschauer ziemlich egal. Auch das sah beim Original noch anders aus. Dafür ist es ein großer Spaß Patrick Malahide (Hunted, Mortal Engines) als bösartigen und machtgeilen Antagonisten zu beobachten, gerade weil er teilweise herrlich übertreiben darf.

Christopher Lambert (Highlander 1 bis 4) als Brennick ist sichtlich gealtert seit seinem ersten Abenteuer, wirkt auch etwas müde, hat aber den Kampfgeist inklusive dem Funkeln in seinen Augen, noch nicht verloren. In Wahrheit ist man ja wegen ihm mit dabei, zumindest damals war er ja ein Star und seine Fans dürften zumindest von ihm selbst, nicht enttäuscht worden sein. Der restliche Cast ist durchaus in Ordnung, einige Totalausfälle bei den Nebenrollen, sind dabei durchaus zu verschmerzen.

Teil eins hatte eine trashige Story, jedoch eine starke Umsetzung. Hier ist nun jeder Bereich schwächer als zuvor, was man besonders merkt, weil es ja abgesehen vom Weltraum, eine dreiste Kopie des eigenen Rezeptes ist. Immerhin als guilty pleasure macht die Sache durchaus Spaß, denn auch wenn einige Sachen ziemlich lächerlich sind, so kann ich den Verantwortlichen Lieblosigkeit (im Sinne von nüchterner Auftragsarbeit) nicht unterstellen.

„Fortress 2“ bekommt von mir 5/10 Gefangenschaft niemals akzeptieren könnende Empfehlungspunkte.


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