Best Of Worst Case: Lake Placid Legacy (Filmkritik)

Es ist ein Trick. Es muss ein Trick sein, denn warum sonst hätte ein Bekannter die gesamte Truppe an Umweltschutzaktivisten (Katherine Baerell als „Jade“, Sai Bennet als „Alice“, Grek Kriek als „Travis“) in diese Anlage gelockt, wenn er gewusst hätte, dass hier eine Bestie umgeht, Menschen umbringt und vermutlich niemand mehr lebend rauskommen wird?

Tatsache ist: Es ist real. Und es gibt einen Grund weshalb die Anlage in der sie sich befinden auf keiner Karte verzeichnet ist und noch dazu mit hohen Zäunen abgesperrt. Und der Grund ist ihnen auf den Fersen …

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass dieser Film hier wirklich als Nachfolger von „Lake Placid“ (egal welcher Teil) geplant war. Die Story hat eigentlich nichts, aber auch gar nichts mit den Vorgängerfilmen zu tun und auch die Stimmung ist eine andere. Positiv aufgelegt könnte man sagen, er nähert sich dem ersten Teil wieder an insofern er sich wirklich ernst nimmt und versucht ein Horrorfilm zu sein. Das gelingt allerdings nicht wirklich. Das kann am Budget liegen, klar.

Tatsache ist, die Story an sich wäre vermutlich ohne Verbindung zur „Lake Placid“-Reihe besser gewesen.Tatsache ist aber auch, dass sich dann vermutlich niemand für den Film interessiert hätte. Nun gut, die Chancen stehen nicht so schlecht, dass sich auch so niemand für den Film interessiert.

Die Darstellerriege ist durch die Bank okay, es blieb mir allerdings niemand im Gedächtnis hängen. Die Damen sind schön und es wird sogar versucht so etwas wie Charaktere zu erzeugen, die miteinander interagieren. Das kommt zum großen Teil sogar glaubwürdig rüber. Problem dabei: Das Interesse an den Charakteren ist gering, zumal die große Charaktereigenschaft von allen eine ist: Sie sind Umweltschützer. Das ist natürlich wenig. Dann gibt es noch das Geschwisterpaar, das streitet und sich zusammenraufen muss und nach und nach kommen (natürlich) alle anderen ums Leben.

Der Klassiker ist dann noch, dass eine der Hauptpersonen ein Trauma hat, welches (natürlich) im Finale überwunden werden muss. Coole Sache. *räusper*

Die Effekte sind mal mehr mal weniger gelungen. Wenn dann die Handlung endlich beginnt und die Truppe in der Anlage landet geht dem erstaunlicherweise die Puste aus. Oder ich habe schon zu viele „Eine Gruppe Menschen in einer geschlossenen Anlage, die vor einem Monster fliehen“-Filme gesehen. Kann natürlich auch sein.

Klarerweise gibt es die üblichen selbstlosen Heldentode, die Feiglinge, die Helikopter-Szene und alle anderen Szenen, die man sich bei so einem Film vorstellen kann und die man auch gewohnt ist. Das macht ihn natürlich nicht per se schlecht, denn er hakt alle richtigen Boxen ab. Das ist aber auch das Problem: An Ambitionen hat es sicher nicht gemangelt, nur an Höhepunkten.

Die Geschichte wurde von drei Personen verfasst – was ich spannend finde, denn ich dachte immer mehreren Personen muss doch mehr einfallen als nur die üblichen Klischeeszenen – und Regie hat Darrell Roodt geführt. Der Mann hat schon einige Filme gedreht, unter anderem den Tierhorror „Prey“ und „Dracula 3000“ (letzterer hat nur einen Grund ihn anzusehen: Erika Eleniak, bekannt aus „Baywatch“).

Alles in allem ist das Beste am Film das Werbematerial (die Poster sehen teilweise wirklich cool aus), der Film selbst ist allerdings einfach ein durchschnittlicher Film, der keine besonderen Höhepunkte hat, für einen netten Abend ohne allzu große Erwartungen allerdings auch gut unterhält. Vom Unterhaltungswert der späteren Trash-Episoden oder des John Schneider-Teiles ist dieser hier allerdings meilenweit entfernt. Okay – eines muss ich zugeben: Er ist besser als „Lake Placid vs Anaconda„.

„Lake Placid: Legacy“ bekommt von mir 6 von 10 möglichen, zum einmal ansehen sicher gute, Punkte.


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