Acts of Violence (2017 Filmkritik)

Deklan (Cole Hauser) ist Kriegsvertrag, der unter seinen Erfahrungen leidet und nicht wieder in seinen Alltag zurück findet. Deshalb verlaufen auch die Besuche bei seinen Brüdern Brandon (Shawn Ashmore) und Roman (Ashton Holmes) und deren Frauen, nicht immer harmonisch. Als jedoch Mia (Melissa Bolona) – die Verlobte von Roman – entführt wird, ist er sofort zur Stelle.

Der verantwortliche Menschenhändler ist dem zuständigen Detective Avery (Bruce Willis) schon lange ein Dorn im Auge, doch sind ihm auf Grund eines Deals von seinen Vorgesetzten die Hände gebunden. Dies gilt jedoch nicht für Deklan, der sich seine beiden Brüder schnappt und auf eigene Faust beginnt, nach den Tätern zu suchen…

Brett Donowho (Salvation) ist ein vielseitiger Mann, immerhin arbeitet er auch als Drehbuchautor und Schauspieler, beschränkt sich bei seinem neuesten Werk aber auf seinen Platz im Regiestuhl. Hierbei handelt es sich um das aktuelle Bruce Willis Abenteuer fürs Heimkino, der nach seinem tollen Auftritt in „Once Upon a Time in Venice“ bei seiner Rollenwahl wieder zu der anspruchslosen Routine der letzten Jahre zurück gekehrt ist. Immerhin wirkt er wenigstens nicht gelangweilt.

Der Film selbst widmet sich wieder mal dem Thema Selbstjustiz, obwohl hier weder moralische Fragen gestellt werden noch eine zweite Möglichkeit dazu geboten würde, die Dinge einfach selbst in die Hand zu nehmen. Emotional ist man sowieso auf der Seite der drei Brüder, denn wenn die Mächtigen Pläne schmieden und somit Gangster geschützt werden, dann muss man ein entführtes Familienmitglied natürlich selbst retten, sonst ist es verloren. Dies ist jedoch kein Film der 80er Jahre.

Soll bedeuten: es gibt Konsequenzen für ihre Taten, in welcher Form, das würde Spoiler involvieren, also seht lieber selbst. Atmosphärisch ist dieser Thriller gut gelungen, es geht mehr um Stimmungen, die Verhältnisse der Brüder untereinander und den Zusammenhalt trotz aller Unstimmigkeiten, als um Action, die nicht im Vordergrund steht. Die Charaktere rund herum werden dafür ziemlich vernachlässigt bzw. durchlaufen sie kaum eine Entwicklung, doch der Fokus auf der Familie war klar die richtige Wahl.

Im Zeitalter der „starken Frauenrollen“ finde ich es hier übrigens auch sehr stimmig, wie die Figur der Mia agiert. Ja, drei Männer brechen hier auf um eine Dame in Not zu retten, aber hilflos ist sie nie. Sie kommt zwar nur durch ihre kämpferische Ader in diese Situation, jedoch verliert sie ihre Art nicht und wirkt nie wie ein Opfer. Überhaupt scheint aufgeben für so gut wie jeden positiven Charakter hier keine Option zu sein, was ich als Botschaft hierbei durchaus über andere stellen würde, die leichter angreifbar wären.

Schauspielerisch gibt es ein Wiedersehen mit einigen bekannten Gesichtern. Cole Hauser (2 Fast 2 Furious) sieht man sowieso zu selten in Hauptrollen, als Deklan ist er einerseits der gebrochene Typ mit dem Kriegstrauma, andererseits die treibende Kraft, der der dafür ist, etwas zu unternehmen und für seine Familie alles tun würde. Shawn Ashmore (The Day) ist nicht minder stark als Brandon, der einfach noch mehr zu verlieren hat als sein älterer Bruder, sollte etwas schief gehen.

Ashton Holmes (Wind Chill) schließlich ist der Jüngste, der der emotional und auch sonst überfordert ist, jedoch gewillt ist, für seine Herzensdame seinen Brüdern überall hin zu folgen. Die wird von Melissa Bolona (The Neighbor) gespielt und sie hat eine sehr direkte, natürliche Ausstrahlung, hoffe man sieht in Zukunft mehr von ihr. Ein etwas müde wirkender Bruce Willis (First Kill) als ermittelnder Cop und eine ihre Rolle aus der „Chicago P.D.“ Serie kopierende Sophia Bush (Stay Alive) als seine Partnerin ergänzen die bunte Riege.

Insgesamt daher eher ein unspektakulärer Thriller, der vor allem mit seiner Routine und den größtenteils sehr spielfreudigen Menschen vor der Kamera punkten kann, weshalb der Film auch vor allem für Fans der Darsteller der drei Brüder zu empfehlen ist. Ansonsten werden schmierige Bösewichte, ein lahmender Rechtsstaat, familiärer Zusammenhalt und Opferbereitschaft gezeigt, was ich alles schon viel billiger und reaktionärer bei anderen Produktionen erlebt habe.

„Acts of Violence“ bekommt von mir 6/10 gemeinsam gegen den Abschaum antretende Empfehlungspunkte.


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