Interceptor (2022 Filmkritik)

Captain J. J. Collins (Elsa Pataky) kehrt nach ihrer „Flucht“, wieder in den Dienst zurück. Sie wurde von einem vorgesetzten sexuell belästigt, hat diesen dann gegen jeden Widerstand zu Fall gebracht und wurde deshalb von ihren „Kollegen“, als Verräterin gebrandmarkt. Aktuell befindet sie sich auf einem von zwei Interceptor-Stützpunkten, die Amerika und des Rest der Welt, vor Raketenangriffen schützen sollen.

Wenige Momente nach ihrem Dienstantritt, gibt es bereits einen Zwischenfall, denn der Kontakt zur zweiten Station wurde unterbrochen. Als sie und ihre Vorgesetzten gerade versuchen die Lage zu sondieren, fangen Terroristen unter der Leitung von Alexander Kessel (Luke Bracey) damit an, Soldaten zu erschießen und die Station zu übernehmen. Doch sie haben nicht mit Collins gerechnet und ihrem Kampfgeist, der ihren Feinden schon bald schwer zu schaffen machen wird…

Matthew Reilly ist eine australischer Autor, der sich auf das Schreiben von Action-Krimis spezialisiert hat. Bereits seit dem Jahr 2017 gibt es Pläne, eine Story für ein Drehbuch zu verfassen und dass hat er dann auch gemeinsam mit Stuart Beattie geschrieben (Tomorrow, When the War Began), der ihn mit den richtigen Leuten in Verbindung gebracht hat. Seit Anfang Juni ist dieser Action-Thriller aus Australien, nun bei Netlix jederzeit abrufbar.

Noch ein wenig Hintergrund-Informationen, weil ich es lustig finde und es über den Film selbst, nicht so viel zu berichten gibt. Die Hauptdarstellerin Elsa Pataky, ist ja im echten Leben die Ehefrau von „Thor“ Chris Hemsworth. Er fungiert hier als Produzent und hat einen Cameo-Auftritt als sehr entspannter Verkäufer in einem Elektronik-Geschäft. Sam Hargrave hat hier als Berater für die Actionszenen fungiert und ist ein paar Sekunden am Ende als Sniper mit dabei. Er ist wiederum der Regisseur von Extraction, bei dem Hemsworth die Hauptrolle gespielt hat.

Dies ist also ein Film aus dem HCU, dem Hemsworth Cinematic Universe. Aber im Ernst, dies ist ein sehr gut gefilmter, fein getrickster und schön naiver Actionstreifen geworden, der in verändertem Setting, eindeutig auch zu den Genrebeiträgen der 80er Jahre gehören könnte, nur dass dort eben ein muskelbepackter oder/und in Martial Arts Praktiken versierter Mann die Hauptrolle gespielt hätte. Ist das nun deswegen ein Beitrag der „Männer sind böse“ Fraktion?

Nicht wirklich, denn natürlich wird Sexismus und das Beschützen von mächtigen Männern innerhalb der Armee als zentraler Motivator für Collins benutzt und dass eine Dame von Männern im Kampf gerne unterschätzt wird, doch das wirkt hier eher wie eine Abhandlung einer Bucket-List. Was noch drauf steht und deshalb drinnen ist? Dass echte Amerikaner nur Weiße sein können und der ganze Zustrom von „Ausländern“, das Land von innen heraus krank gemacht hat.

Was versteht sich daher von selbst? Richtig, dass die Retterin in der Not natürlich nicht nur eine Dame ist, sondern auch noch spanische Wurzeln hat und eine über sich hinaus wachsende Nebenfigur, gehört ebenfalls nicht zum reinrassigen Konzept der Antagonisten. Was mich zu Luke Bracey (Hacksaw Ridge, Point Break) bringt, der als Kessel einen oberflächlich nicht sonderlich bedrohlichen Bösewicht spielt, doch gerade durch seine Unscheinbarkeit, bedrohlich wirkt.

Fast wie der typische Amokläufer, der Niemanden aufgefallen ist, bis er eines Tages dann plötzlich durchdreht. Er hört seinen Gegnern zu und verwendet gesagte Dinge dann gegen sie. Er manipuliert, spielt sich mit seinen Opfern und ist eiskalt bzw. agiert empathielos, um seine Ziele zu erreichen. Elsa Pataky (Fast and Furious 5) ist körperlich gut trainiert und vor allem ihre trockenen Sprüche, machen sie sympathisch und somit zu einer Heldin, der man zujubeln kann.

Ja, es ist stellenweise absurd, wirklich Neues gibt es nicht zu bewundern und das Gehirn kann sich ebenfalls entspannen. Für mich gut anwendbar zum einmaligen Genuss, als gut gemachter Action-Happen für Zwischendurch, damit die Wartezeit bis zum nächsten Hit nicht mehr so lange erscheint. Insgesamt finde ich persönlich die Verbindungen des oben genannten HCU spannender und interessanter als den Film selbst, aber wenn man ihn nicht ernst nimmt, macht er einfach Spaß.

„Interceptor“ bekommt von mir 6/10 immer bis zur letzten Sekunde wartende Empfehlungspunkte.


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