White Space – Dunkle Gefahr aka Beyond White Space (Filmkritik)

Es ist ein Fischer-Schiff. Aber es ist im Weltraum und es fischt … nicht zwingend Fische. Jedenfalls heißt es Essex und seine Crew, allen voran der Captain namens Richard Bentley (), haben ein Problem. Geld ist ohnehin knapp und als sie dann auch noch ausgeraubt werden, bleibt ihnen nicht viel übrig als einer legendären Kreatur nachzujagen und sie zu fangen … ansonsten sind sie verloren.

Die Kreatur hat übrigens auch eine enge Verbindung mit Bentley bzw. der Crew, denn der „Weltraum-Wal“ hat bereits mehrere Schiffe und auch deren Besatzungen auf dem Gewissen …

Es gibt Filme, die sind großartig, weil die Charaktere so ausgefeilt und mitreissend sind. Es gibt Filme, die sehen optisch so großartig aus, dass man sie einfach schon mag, weil man nicht wegsehen kann. Es gibt Filme, die haben so irre Ideen, dass man dran bleibt, weil man wissen will, was den Macher:innen noch alles einfällt. Es gibt Filme, die sieht man sich bis zum Schluss an, weil man sich schief lacht und fragt, wie jemand denken könnte, dass die Sache, die man gerade sieht, wirklich als Film durchgeht. Und dann gibt es Filme an die man sich bereits während des Ansehens nicht mehr erinnert.

Da ihr vermutlich hier auf diesem Blog zum ersten Mal von „Beyond White Space“ bzw. „White Space“ lest, wisst ihr vermutlich schon um welche Art von Film es sich hier handelt. Genau. Die letzte Version. Es ist wirklich selten, das sich einen so generischen Film gesehen habe, dass ich bereits während dem Ansehen vergessen habe, wie die Figuren heißen und ich mich zwischendurch immer wieder mal wirklich anstrengen und überlegen musste, wer das jetzt da im Bild ist und ob ich die schon mal gesehen habe.

Dabei ist die Idee nicht schlecht: Man nimmt die Geschichte von Moby Dick, verlegt sie in die Zukunft und in den Weltraum, macht ein cooles Kreaturendesign dazu und tja, was kann schief laufen?

Nun, diese Frage kann ich nicht beurteilen, denn am Papier ist der Film gut. Die Optik sieht auch gut aus, die Effekte sind zum großen Teil wirklich gelungen. Das Design der Schiffe, der Kreatur(en) – das sieht alles super aus.

Aber ich kann mir um Himmels willen nicht vorstellen, was da beim Casting schief gelaufen ist, denn bereits nach 10 Minuten weiß man, dass einem diese Figur(en) so dermaßen egal sind, dass man es kaum in Worte fassen kann. Da gibt es eine bedrohliche Mafia-Erpressungs-Situation und mir kommt bereits das erste Gähnen aus. Die Sache ist dermaßen spannungsarm, das tut fast weh. Ehrlich. Und es wird nicht besser. Da passieren Sachen innerhalb der Crew (ihr wisst schon: Verrat, Meuterei, Wahnsinnig werden) und ich denke mir nur: „Ja. Okay. Und?“. Davon abgesehen, dass ich echt bereits während dem Film schon keine Ahnung hatte, wer denn gemeint war, wenn ein Name gefallen ist.

Und ich schwöre es liegt nicht an Desinteresse. Es ist einfach alles so … so … klinisch steril und spannungsarm, dass es wehtut. Stellt euch vor, ihr seht auch „Star Trek: Into Darkness“ an, aber ohne die gute Musik, das coole Sounddesign und die wirklich guten Schauspieler:innen. Genau. Da bleibt ein objektiv gut aussehender Film, der am Papier eine coole Handlung hat, aber bei dem ihr emotional genau nichts spürt, außer eine riesengroße Gleichgültigkeit, die sich mit jeder Sekunde mehr in eurem Kopf/Körper und Leben ausbreitet. Schade. Echt schade.

Die einzige Sache/Szene, die ich super fand ist das Ende. Das war wirklich, wirklich cool. Aber der Weg dahin war es nicht wert. Ich mag nicht mal mehr dazu schreiben, weil ich alles zu dem Film googeln oder wo nachschlagen müsste. Es ist einfach nichts, nichts hängen geblieben. Das muss man ja auch mal schaffen. Oder besser nicht.

Seht euch einfach mal den trailer an und konzentriert euch auf die Worte „I can’t let you do that“ und die Antwort „You will not stand in my way.“ Soll das Spannung aufbauen? Sind das zwei Figuren, die sich kennen? Ist das Geflirte? Ist das bedrohlich? Wer bedroht wen? Was passiert zwischen diesen beiden Personen? Was ist der Kontext?

Das meine ich. Genau das meine ich. Das ist am Papier sicher eine coole Szene, denn da schwingt extrem viel Subtext mit. Aber … welcher? Das ist so beliebig gespielt, dass man einfach nichts davon einordnen kann und deshalb ist es völlig belanglos. Da ist einfach null, nix, keine Spannung drin. Da bedrohen sich Leute, aber es ist so gespielt, dass man sich denkt, die können auch gerade über das Wetter reden, weil zwischen den agierenden Personen nichts passiert. In den Worten steckt Bedeutung, aber sie wird nicht vermittelt. Und deshalb kann auch keine Beziehung zu den Zuseher:innen aufgebaut werden.

„Beyond White Space“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen, die Punkte allerdings rein für die Effekte und das Design vergebende, Punkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.