Pacific Rim (Filmkritik)

Eine außerirdische Invasion bricht über die Menschheit herein. Doch die Feinde kommen nicht aus dem All, sondern aus den Tiefen des Pazifischen Ozeans. Diese monströsen Kreaturen werden von den Menschen Kaiju genannt und sie attackieren weltweit Küstenstädte und töten tausende Menschen. Um die Kaiju zu besiegen, entwickelten die klügsten Köpfe der Welt gemeinsam überdimensionale Kampfmaschinen namens „Jaeger“. Zwei Piloten verschmelzen ihr Bewusstsein und verbinden sich so mit der Maschine, die sie gemeinsam steuern.

Pilot Raleigh Becket (Charlie Hunnam) erzielt bei der Bekämpfung der Kaiju einige Erfolge und zunächst scheint es, dass das Jaeger-Programm ein Erfolg sei. Doch weit gefehlt, denn die Aliens gewinnen die Oberhand und das Jaeger-Programm soll nach ausbleibenden Erfolgen eingestampft werden. Einzig Marshall Stacker Pentecost (Idris Elba) glaubt noch an die riesigen Roboter und holt Becket zurück, der nach einem folgenschweren Kampfeinsatz die Einheit verlassen hat. Zusammen mit der unerfahrenen Pilotin Mako Mori (Rinko Kikuchi), soll er „seinen“ Jaeger ins Gefecht führen, um die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren.

Pacific Rim Film

Monster aus der Mitte der Erde? Nicht unbedingt eine neue Prämisse, aber ich muss zugeben, dass sie nichts desto trotz sehr unterhaltsam ist.

Spätestens seit „Transformers“ wissen wir, dass es mächtig Spaß macht, wenn man riesigen Robotern dabei zusieht, wie sie sich gegenseitig durch die Gegend kloppen. In „Pacific Rim“ kämpfen aber nicht Roboter gegeneinander, sondern gegen Kaijus. Kaijus sind Monster, die aus den tiefsten Untiefen des Ozeans kommen und ganze Küstengebiete dem Erdboden gleich machen. Doch diese Katastrophen haben auch was positives, die ganze Welt rückt zusammen um einen Weg zu finden, die Monster zu vernichten. Das Jaeger-Programm wird entwickelt – riesige Roboter, von 2 Piloten gesteuert kämpfen gegen die Giganten aus dem Meer. Nach anfänglichen Erfolgen in der Verteidigung der Erde, gewinnen die Kaijus die Überhand.

Regisseur Guillermo del Torro verließ für diesen Film die „Hobbit“-Trilogie (man hätte ich diese Filme gern gesehen!) und man hat das Gefühl, dass er wollte, dass sich diese Entscheidung auch wirklich auszahlt. So bietet er den Zusehern eine wahre Flut an Zerstörung. Unterstützt wird er dabei von sehr gut gemachtem 3D. Haufenweise fliegen Trümmer, Regen und Monster täuschend echt von der Leinwand und mehr als nur einmal bin ich zusammengezuckt, weil ich das Gefühl hatte, mir würde etwas ins Auge fliegen. Mit ordentlich aufgedrehtem Bass hat man dann wirklich das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein.

Die gut durch choreografierten Kämpfe sind übersichtlich gestaltet, was für mich eine nette Abwechslung ist und keinesfalls negativ gemeint ist. Selbst bei dem Kampf um Hong-Kong, der um die 25 Minuten dauert, verliert man nie die Übersicht. Da könnten sich einige andere Regisseure (Christopher Nolan mit seiner Batman-Trilogie ist mir da in Erinnerung) eine Scheibe davon abschneiden. Einziger Kritikpunkt: Was soll es bringen, die Monster aus geringer Höhe auf den Boden fallen zu lassen? Blaue Flecke? Da hätte es mir mehr Spaß gemacht, die einzelnen Gadgets der verschiedenen Jaeger zu sehen, aber dann wären die Kämpfe wohl auch ein bisschen früher vorbei gewesen.

Doch selbst wenn es noch so kracht, bringt del Torro seine menschlichen Darsteller in den Mittelpunkt. Charlie Hunnam (Sons of Anarchy) spielt den Jaeger-Piloten Raleigh, der nach dem Tod seines Bruders das Jaeger Programm verlässt. Der charmante Raleigh ist nicht auf den Mund gefallen und ein Frauenmagnet.

Rinko Kikuchi’s Mako ist eine viel versprechende Anwärterin auf einen Posten als Jäger-Pilotin. Anfangs, als Kikuchis Charakter noch sehr schüchtern ist, wirkte sie auf mich eher hölzern und eindimensional in ihrer Performance. Als Mako ihr wahres Talent und Können zeigt, hat man als Zuseher den Eindruck, dass Kikuchi dieser Teil ihrer Rolle um einiges mehr liegt.

Commander Stacker wird von Idris Elda (Thor) gespielt. Er hat einen der coolsten Momente des Films („We are canceling the apocalypse!“) und darum finde ich es ein wenig schade, wie wenig das Potential Stackers letzten Endes genutzt wird. Ich will nichts vorweg nehmen, aber wie seine Story aufhört, finde ich dermaßen unspektakulär, dass es mich jetzt noch ärgert.

Weiters erwähnenswert ist der Auftritt von Ron Pearlman (Hellboy 2), der als Händler von Kaiju-Teilen herrlich irre ist. Für den sogenannten Comic Relief waren Charlie Day (Kill the Boss) und Burn Gorman (The Dark Knight Rises) als Forscher-Duo, zwischen denen ein gesundes Konkurrenzdenken herrscht, zuständig. Ich würde auch einen Film nur mit den Beiden sehen wollen. Genial!

Optisch ist der Film ein Hammer. Jeder Kaiju sieht verschieden aus, wobei sie sich alle in der Grundoptik ähneln. Dunkle Haut, durchzogen von leuchtenden, neonfarbenen Mustern. Da gibt es Monster die Eidechsen, Skorpionen und Gorillas ähneln und del Torro schaffte es die Bewegungsmuster der einzelnen Rassen auf die Monster zu übertragen. Sie bewegen sich natürlich und fließend, während die 25 Stockwerke hohen Roboter ungelenk und eckig in ihren Bewegungen wirken, aber auch hier erkennt man Unterschiede zwischen den verschiedenen Jaegern. Aber auch abseits der Monster beweist del Torro sein liebevolles Auge fürs Detail, wenn man in etwa sieht, wie in Tokio die Skelette der Kaijus dort wo sie getötet wurden liegen geblieben sind und die Einwohner einfach rund um die riesigen Knochen herum gebaut haben. Auch in Erinnerung blieb mir eine Szene, als mitten unter dem Kampf eine Faust in ein Haus knallt und dann im inneren ein Newton Pendel anstupst.

Fazit: „Pacific Rim“ ist ein Monsterfilm, aber einer mit Klasse. Eine ausgewogene Mischung zwischen Action und Comedy macht den Film unterhaltsam und sorgt für eine flüssige Handlung. Der Cast, der größtenteils aus eher unbekannten Schauspielern besteht, macht seine Sache wirklich gut und harmoniert sichtlich miteinander, wenngleich es für den Film auch ein Nachteil sein könnte, wenn kein bekannter Darsteller mit dem Film in Verbindung gebracht werden kann.

„Pacific Rim“ bekommt von mir 7,5 von 10 monströsen Empfehlungspunkten.Ein zweiter Teil scheint übrigens fix für 2015 geplant zu sein.


Ein Gedanke zu „Pacific Rim (Filmkritik)

  1. Super und witzig. Durch ein paar Drehbuchmankos (warum nicht schon viel früher das Schwert einsetzen, sondern vorher die halbe Stadt kaputtschlagen?) leider nicht das, was er hätte sein können, aber ein grandioser Spaß ist er allemal!

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