Brokeback Mountain (Filmkritik)

Wyoming, 1961: Die Cowboys Jack (Jake Gyllenhaal) und Ennis (Heath Ledger) werden am Brokeback Mountain als Schafhirten engagiert. Zwischen beiden entwickelt sich schnell mehr als nur Freundschaft – sie verlieben sich ineinander. Doch angesichts der damaligen Moralvorstellungen und herrschenden Konventionen gehen sie getrennte Wege. Ennis heiratet die junge Alma (Michelle Williams) und versucht, ein geregeltes Familienleben zu führen, während Jack die Erlebnisse am Brokeback Mountain nicht los lassen…

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Schon 10 Jahre ist es her, dass dieser Film in die Kinos kam und bis jetzt reizte mich dieser Film überhaupt nicht. Vor kurzem stöberte ich mal durch Oscar-Gewinner der vergangenen Jahre und in dieser Liste tauchte „Brokeback Mountain“ auf. Der Film thematisierte das Thema gleichgeschlechtliche Liebe noch bevor es so präsent war wie zur heutigen Zeit.

„Brokeback Mountain“ basiert auf einer gleichnamigen Kurzgeschichte der Pulitzerpreisträgerin Annie Proulx. Sehr zur Freude der Autorin hielt sich der Film sehr nahe an die literarische Vorlage und Proulx war begeistert vom fertigen Film. Das Budget für den Film belief sich auf ca 14 Millionen Dollar, was nach heuten Maßstab fast schon ein Schnäppchen ist (vor allem wenn man dann hört, dass „Batman v Superman“ kolportierte 410 Millionen Dollar kostet) und spielte 178 Millionen Dollar ein.

Ich sehe nicht wirklich, was das Besondere an diesem Film ist. Gut, es wird eine heikle Thematik behandelt, aber der Film ist meiner Meinung nach unnötig langatmig und ereignisarm. Die Landschaftsaufnahmen sind wunderschön und gerade hier sieht man, dass es Regisseur Ang Lee, der wie kaum ein anderer Regisseur zwischen Genres hin und her wechselt (Sinn und Sinnlichkeit, Hulk, Life of Pi, Crouching Tiger Hidden Dragon) versteht nicht nur seine Schauspieler, sondern auch seine Locations (die kanadischen Rockie Mountains) optisch großartig in Szene zu setzen. Ang Lee erhielt für seine Arbeit an diesem Film einen Acadamy Award für die beste Regie.

Heath Ledger (The Dark Knight) als Ennis del Mar lieferte hier eine exzellente Performance ab. Kaum ein anderer hätte es geschafft, einen so schweigsamen Charakter trotzdem menschlich erscheinen zu lassen und lässt den Zuseher durch Mimik und Gestik hinter die stoische Fassade des Cowboys blicken. Ledger war vom Drehbuch damals so begeistert, dass er angeblich zusagte, ohne Regisseur Ang Lee jemals getroffen zu haben. Ledger erhielt für seine Darstellung eine Acadamy Awards-Nominierung als bester Hauptdarsteller.

Jake Gyllenhaals Jack Twist bemerkt als erstes die wachsende sexuelle Spannung, die zwischen den beiden Männern entsteht und macht schließlich auch den ersten Schritt. Was daraus entsteht ist eine Liebe die man schwer definieren kann. Gyllenhaal lieferte hier eine gute Performance ab, verblasst aber neben Ledger fast ein wenig. Er erhielt für seine Arbeit in diesem Film eine Acadamy Award- Nominierung als bester Nebendarsteller. Der Schauspieler machte zuletzt durch seine Performance in „Nightcrawler“ von sich reden.

Auch viele der Nebenrollen sind hochkarätig besetzt. So spielte Michelle Williams (Die fantastische Welt von Oz) Alma Beers Del Mar, die Frau von Ennis. Williams heiratete später ihren Film-Ehemann Heath Ledger, den sie am Set von „Brokeback Mountain“ kennen lernte.

Die Rodeo-Reiterin Lureen Newsome Twist wurde von Anne Hathaway (The Intern) gespielt, die im Gegensatz zu der eher schüchternen Alma eine knallharte Geschäftsfrau ist.

Fazit: „Brokeback Mountain“ zeigt vor allem eines – Liebe kann man nicht kontrollieren. Sie tut gut, schmerzt, betäubt und kann leicht zwischen Katastrophe und Idylle schwanken. Die Thematik hebt diesen Film aus der Masse heraus, aber durch einige Längen plätschert der Film teilweise einfach nur dahin.

Dieser Film bekommt von mir 6,5/10 tragische Punkte


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