Winterkartoffelknödel (Filmkritik)

Es ist wieder einmal was passiert. Mehrere Mitglieder der Familie Neubauer versterben innerhalb kürzester Zeit unter merkwürdigsten Umständen. Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) glaubt allerdings, anders als sein Vorgesetzter, nicht an einen Zufall und beginnt mit der Hilfe seines Kumpels und Privatdetektives Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) zu ermitteln.

Winterkartoffelknoedel

Nach dem überraschendem Erfolg von Eberhofers eigentlich zweitem Abenteuer in Buchform mit dem Titel „Dampfnudelblues„, stand eigentlich relativ bald fest, dass es nicht sein letzter Auftritt auf der großen Leinwand sein sollte. Zum Glück war Autorin Rita Falk die letzten Jahre mehr als fleißig und ließ ihren Protagonisten in dem einen oder anderen Fall ermitteln.

„Winterkartoffelknödel“ ist eigentlich die erste Geschichte rund um Eberhofer und die Bewohner von Niederkaltenkirchen. Durch ein paar minimale Änderungen wird daraus aber eine Fortsetzung, die scheinbar zeitnahe nach den Geschehnissen von „Dampfnudelblues“ angesiedelt ist. Dabei hat man versucht, es noch ein Stück weit besser zu machen, vor allen in dem man sich näher an die Vorlage hält.

Nachdem man in „Dampfnudelblues“ genügend viel Zeit damit verbracht hat, das Land und die Leute vorzustellen und dem Zuschauer näher zu bringen, stürzt sich Eberhofer an dieser Stelle zeitnahe in die Ermittlungen. Diese stellen sich als verhältnismäßig schwierig heraus, aber zum Glück kann Eberhofer auf über zwanzig Jahre Berufserfahrung zurückgreifen.

Die braucht er dann auch, denn der Fall ist nicht nur verhältnismäßig schräg, sondern auch lange Zeit undurchsichtig. Lange Zeit hat Eberhofer (und der Zuschauer mit ihm) keine Ahnung, was hier wirklich läuft. Erst gegen Ende finden sich Hinweise und um den Fall vollständig lösen zu können, müssen Eberhofer und Birkenberger ins sonnige Spanien (Romantikurlaub?!) reisen.

Dabei wird wie immer der Humor groß geschrieben. Da zückt Eberhofer beispielsweise während der Vernehmung eines albanischen Kranführers seine Dienstwaffe, da ihn dieser nicht ganz ernst nimmt und die Aussage verweigern will. Ein anderes Highlight ist die Gesangseinlage von Eberhofers Freund und Installateur Flötzinger, der von „Sexualverkehr“ träumt (das entsprechende Musikvideo ist auf Youtube zu finden).

Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer hat an dieser Stelle wieder sein „Rock Rules“ Shirt ausgepackt, auch wenn man nur erahnen kann, dass es tatsächlich da ist. Bezzel verkörpert die Rolle auf seine gewohnt trockene Art und hat sofort wieder die Sympathien der Zuschauer auf seiner Seite. Unterstützung bekommt Eberhofer von seinem Kumpel Rudi Birkenberger, der von Simon Schwarz verkörpert wird.

Schwarz hatte sichtlich Spaß in seiner Rolle und vermittelt das auch erstklassig. Der Rudi besticht weniger als Detektiv, sondern als Eberhofers Freund und hilft ihm letzten Endes dann auch den Fall zu lösen. Besonders herausstechen kann dann noch Jeanette Hain, die als Mercedes nicht nur Eberhofers Privatleben ordentliche durcheinander bringt.

Alles in allem ist „Winterkartoffelknödel“ ein filmisches Schmankerl und eine gelungene Fortsetzung. Hier wird deutlich mehr ermittelt, statt sich auf das Leben in der bayrischen Provinz zu konzentrieren, was dem Film ein klein wenig den Unterhaltungswert nimmt. Dennoch darf der Humor nicht zu kurz kommen und es darf auch wieder gelacht werden. Dabei wird mehr als deutlich, dass sowohl Regisseur Ed Herzog, als auch die beteiligten Schauspieler sehr viel Spaß verstehen.

Der Film „Winterkartoffelknödel“ bekommt 8/10 den Fall erneut auf seine eigene Art lösende Empfehlungspunkte und startet in den Kinos am 17. Oktober 2014.

Der dritte Fall von Franz Eberhofer ist bereits in der Vorbereitung und vielleicht dürfen wir uns schon bald auf „Schweinskopf al dente“ freuen.


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