Die Logan Verschwörung – The Expatriate aka Erased (Filmkritik)

Ben Logan (Aaron Eckhart) arbeitet als Tester von Sicherheitssystemen in einer Firma in Antwerpen, Belgien. Nach dem Tod seiner Exfrau lebt er seit kurzem mit seiner Tochter Amy (Liana Liberato) zusammen, was bis jetzt noch nicht so gut funktioniert, wie Ben es gerne hätte. Als die beiden zusammen eines morgens bei Ben´s Firma etwas abholen wollen, ist plötzlich das gesamte Büro ausgeräumt. Niemand scheint Ben oder seine Auftraggeber zu kennen, seine E-Mails wurden gelöscht und das Bankkonto zeigt keinerlei Anzeichen eines Gehaltsbezuges in den letzten Monaten. Ben muss nun so schnell wie möglich herausfinden, in was für eine mysteriöse Sache er da hineingeraten ist, bevor er wie einige seiner Kollegen, tot in einem Leichenschauhaus wieder auftaucht.

The Expatriate Film Aaron Eckhart Liana Liberato

„The Expatriate“, was auf Deutsch der Ausgebürgerte oder auch der Auswanderer heißt, ist ein Actionthriller, bei dessen Enstehung Geldgeber aus Kanada, Amerika und Belgien zusammengearbeitet haben. Gedreht wurde vorwiegend in Belgien und Brüssel, was dem Film diesen eigenen, europäischen Touch gibt, der sehr gut zu Thrillern rund um Verschwörungen und Spezialagenten passt. Regie führte der Deutsche Philip Stölzl (Nordwand), dessen Erfahrung im Musikvideobereich (er war unter anderem für Videos von Rammstein, Garbage und Evanescence verantwortlich), sich sichlich positiv auf sein Gespür für bestechende Optik ausgewirkt hat.

Gefallen hat mir hier vor allem die Machart an sich, eben nicht was passiert, was auf das Actionthrillergenre bezogen nicht wirklich Neues (falsche Entscheidungen, Verrat, Wiedergutmachung) bietet, sondern wie es inszeniert wurde. Neu ist hier wohl am ehesten, dass hier Vater und Tochter auf der Flucht sind und es vorangig um deren Beziehung/Charakterentwicklung geht. Die Teenagertochter, die nach dem Tod ihrer Mutter zu einem ihr eher fremd gewordenen Vater in eine fremdes Land zieht, ein Vater voller Geheimnisse und Schuldgefühle. Man merkt dass sie sich lieben, was das miteinander leben aber auch nicht wirklich einfacher macht.

Dass diese Vater und Tochter rennen um ihr Leben Dynamik so gut funktioniert und überhaupt nicht kitschig daherkommt, liegt neben der Regie auch zu einem großen Teil an den Darstellern. Aaron Eckhart (The Dark Knight) zeigt vom eiskalten Killer bis zum liebenden Vater seine gesamte Bandbreite und erinnert mich so wieder daran, dass er öfters in guten Filmen eine wichtigere Rolle spielen sollte. Olga Kurylenko (Centurion) hat zwar nur eine kleinere Aufgabe, doch ihr innerer Kampf zwischen Geldgier und dem Gefühl doch noch das Richtige tun zu wollen, ist leicht von ihrem hübschen Gesicht abzulesen und macht sie als Figur ambivalent und interessant zugleich.

Liana Liberato (Trespass) ist grundsympathisch, weiß was sie will und trifft im Laufe der Handlung keine einzige dieser dämlichen Teenagerentscheidungen, die sie in eine reine „in bin ein Opfer, rettet mich“ Schublade zwingen würden. Sie zickt nicht herum und unterstützt ihren Vater und wenn sie mal doch ausflippt dann ist klar nachvollziehbar, dass sie auf Grund ihres Alters, einfach völlig überfordert war. Die restlichen Schauspieler liefern ebenfalls starke Performances ab, wobei ich keinen mehr besonders hervorheben möchte.

Ansonsten muss ich neben den Aufnahmen an sich auch die übersichtliche Kameraführung loben, hier wackelt das Bild nie herum, man verpasst nichts und weiß immer, was gerade passiert ist. Die Faustkämpfe, Schiessereien und die Spurensuche an sich hat man zwar auch schon in zahlreichen anderen Filmen gesehen und möglicherweise auch noch besser, doch der ausgebürgerte Mister Eckhart hat für mich einfach die Sympathien auf seiner Seite.

Insgesamt also ein Film, der ein spannendes „Einmalanschau -Erlebnis“ bietet, mit klaren Pluspunkten was Kamera, Darsteller und die Inszenierung betrifft. Spannung bis zum Schluss ist somit garantiert und auch wenn der Film nicht für echte Innovation im Genre sorgen kann (was wohl auch nicht der Anspruch war) ist es in meinen Augen sicherlich falsch, ihn als schlechte Bourne-Kopie zu bezeichnen, was einige Kritiker getan haben. Wer einen aktuellen, wirklich einfallslosen Genrebeitrag sehen möchte, der sollte sich lieber „The Cold Light of Day“ ansehen.

„The Expatriate“ bekommt von mir 7/10 Vater und Tochter gegen den Rest der Welt antreten lassende Empfehlungspunkte.

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