Mickey Epic: The Power of 2 (Game-Review)

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Mickey Epic” ist ein vielerorts unterschätztes Spiel. Das könnte daran liegen, dass der Erstling lediglich auf Nintendos Wii das Licht der Welt erblickte. Nicht wenige Spieler, die auf der xBox 360 und der PS3 zuhause sind, schielten damals neidisch zu ihren Wii-Kollegen hinüber. Doch nur wenige dürften sich extra wegen dem ersten „Mickey Epic“ einen Wii zugelegt haben. Der Erfolg des ersten Teils blieb daher hinter dem zurück, was er hätte sein können.

Mit dem jetzt erschienenen Zweitling macht es Disney um vieles besser – gottseidank. Denn nun kommen alle aktuellen Konsolen zum Zug. Und man darf sagen, dass „Mickey Epic“ auf der PS3 und xBox 360 wirklich umwerfend aussieht, zumindest für all jene, die als Kind Disneys „Fantasia“ gekannt und geliebt haben. Die Farbenpracht des Spiels ragt nicht nur an dieses Zeichentrick-Musical heran, sondern toppt es mitunter deutlich. Das liegt natürlich auch an der technischen Weiterentwicklung im Allgemeinen: Am HD-TV-Gerät sieht Disneys magische Welt noch einen Zacken besser aus als am Fernseher der 80er Jahre.

„Mickey Epic“ erweckt den Eindruck, mit viel Know-How entwickelt worden zu sein. Das legen Dinge nahe wie die tadellose Framerate, die flüssigen Animationen und die gute Heranführung des Spielers an die Steuerung und damit die Herausforderungen des Spiels. Wichtig zu erwähnen ist, dass „Mickey Epic“ die Möglichkeit bietet, das Spiel mit unterschiedlichen Techniken durchzuspielen. Mickeys Zauberstab ist sowohl in der Lage, Gegenstände aus dem Nichts ins Leben zu rufen als auch bereits vorhandene Dinge weg zu löschen. Der Spieler steht somit immer wieder vor der Entscheidung, ob er eher kreativ oder destruktiv vorgehen will. Mit beiden Methoden kommt er ans Ziel.

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Ein wichtiges Stichwort ist „Oswald“. Dieser gute Zeichentrick-Hase ist eine frühe Kreation Walt Disneys und steht allezeit bereit, Mickey aus der Patsche zu helfen. Wenn sich zwei Spieler gemeinsam daran machen, im Ko-op-Modus das vielschichtige Wasteland zu durchstreifen, ist Oswald für den Spaßfaktor erheblich mitverantwortlich. Der Zweispielermodus funktioniert gut, und da Mickey und Oswald unterschiedliche Fähigkeiten besitzen (Mickey hat einen Zauberstab, Oswald einen Spezialarm), können sich die Spieler gegenseitig behilflich sein.

Wird Oswald hingegen vom Computer gespielt, kommt mitunter das Gefühl auf, dass der brave Hase den Spielverlauf eher hemmt als fördert. Oswald tut als AI-Figur nicht immer, was er soll, und könnte besser („klüger“) programmiert worden sein. Unterm Strich ist „Mickey Epic“ zu zweit am lustigsten und unterhaltsamsten. Ein Grund mehr, nicht zu viel alleine zu zocken, sondern sich einen Freund ins Haus zu holen!

Eine weitere Stärke von „Mickey Epic“ ist das Leveldesign – beziehungsweise das Aussehen der Levels (also neudeutsch der „Art Style“). Das Spiel ist eine große Liebeserklärung an die Disneyfilme und -figuren vergangener Tage, und immer wieder trifft man auf nahtlos in die Umgebungen eingebettete Grafiken, die bei echten Disney-Veteranen schnell sentimental werden lassen. Zur möglichen Sentimentalität trägt auch die Musik einen gewichtigen Teil bei: Sie ist sehr gelungen und unterstützt den Plot ausgezeichnet. Das war bereits beim „Mickey Epic 1“ so; schön, dass der zweite Teil genauso gut klingt.

Insgesamt ist „Mickey Epic: The Power of 2“ ein super Spiel für alle Disney-Nostalgiker – und solche, die es werden wollen. Am besten gleich zu zweit…

Wir geben „Mickey Epic“ 8,5 von 10 Punkten.


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