Cars 2 (Game Review)

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Das Spiel zum gleichnamigen Film ist eine gelungene Mischung aus „Mario Kart“ und „Split/Second Velocity“, also teils Kopie, teils Übertragung eines tollen Racing-Konzepts auf einen Kart-Racer. Von „Mario Kart“ geerbt hat „Cars 2“ die Kernidee, nicht auf realistisches Fahren, sondern auf kleine Comic-Autos zu setzen. Hier wie dort können Spieler ihren Kontrahenten mit allerlei Geschossen und Fallen zuleibe rücken, um sie hinter sich zurück zu lassen. Allerdings orientieren sich die Waffen in „Cars 2“ eher an echten Geschossen als das bei „Mario Kart“ der Fall ist. Eine Bananenschale wird man in „Cars 2“ daher nicht finden; stattdessen gibt’s Maschinengewehre und Flammenwerfer.

Dass „Split/Second“ eine Inspiration für die Entwickler war, wird am Umgang mit dem Drifting-Mechanismus sichtbar. Je mehr der Spieler durch die Kurven schlenkert, desto höher klettert das vierstufige Barometer. Wer von der so erlangten Power Gebrauch macht, sorgt für noch mehr Action, auch wenn die Effekte nicht an diejenigen in „Split/Second“ heranreichen. Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen den beiden Spielen ist der Umstand, dass es so gut wie keinen Plot gibt. Die Einführungssequenz bei „Cars 2“ ist weitgehend sinnfrei (und überdies zu laut eingestellt, beim Rest des Spiels ist der Ton leiser).

Doch wenn die Formel stimmt, ist auch gar keine umfassendere Story nötig. Die Schauplätze in „Cars 2“ befinden sich im virtuellen Raum des geheimen C.H.R.O.M.E.-Training-Centers, wo Lighting McQueen und Co zu Agenten ausgebildet werden sollen. Der Spieler freut sich letztlich über die Abwechslung, die so geboten werden kann, ohne dass sich das Spiel in storytechnische Widersprüche verstrickt. Zudem ist der Ansatz insofern hilfreich, als der Waffengebrauch im Spiel auch für junge Spieler vertretbar sein muss. Denn „Cars 2“ ist nicht zuletzt ein Racer für die Jungen.

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Die Steuerung ist komplexer als es der erste Eindruck vermittelt. Während es kein Problem ist, sich ohne „Führerschein“ (= ohne jede Übung) in ein schnelles Rennen zu werfen (für Multiplayer wichtig), hält „Cars 2“ unter der Oberfläche vielschichtige Manövrier-Fähigkeiten bereit, die durchaus eine Herausforderung sein können. Zum Beispiel können die Autos auf lediglich zwei Rädern durch die Piste gondeln oder im Rückwärtsgang vorwärts preschen. Wer sich in Letzterem versucht, muss Links und Rechts vertauschen, was schon mal ganz schön schwierig wird. In der Luft sind Saltos und dergleichen möglich. Die kleinen Disney-Autos beherrschen also viele Funktionen, die den Rahmen eines „normalen“ Rennspiels sprengen.

Ganz wichtig ist bei einem Kart-Racer natürlich der Multiplayer. „Cars 2“ punktet hier mit einem Komplettpaket, das alle nur denkbaren Modi unterstützt. Hinzukommende Spieler können ohne weiteres ins Geschehen einsteigen; bis zu vier Personen gleichzeitig sind (als lokale Spieler) möglich. Schön ist, dass man auch im Mehrspieler-Modus die anfangs versperrten Strecken und Wägen freischalten kann. Selbst wenn manche vom Einzelspieler-Modus komplett die Finger lassen sollten, weil es gemeinsam mehr Spaß macht, bleibt ihnen nicht ein Teil des Spiels verborgen.

Grafisch ist „Cars 2“ am oberen Ende der Kart-Racer anzusiedeln. Hier ist die Qualität dank „Sonic & Sega All Stars Racing“ und „ModNation Racers“ zuletzt stark gestiegen; „Cars 2“ hält mühelos mit. Einen Bonus, den die anderen Games nicht bieten können, kommt dem neuen Disney-Racer anhand der originalen Sprecher zu. Wie so oft ist es speziell der englische Originalton, der besonders ins Auge – äh, ins Ohr – sticht. Michael Caine zum Beispiel macht sich auch im Spiel perfekt als witziger motorisierter Geheimagent der Extraklasse.

Unterm Strich ist „Cars 2“ ein sehr nettes Rennspiel für Jung und Alt geworden. Es ist leicht zugänglich, hält aber dennoch einen hohen Komplexitätsgrad bereit, sofern jemand seine Fahrkünste zur Perfektion bringen möchte.

Wir vermachen „Cars 2“ ganze 8,5 von 10 Empfehlungspunkten, und das nicht nur auf zwei Rädern fahrend!


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