Twisted Metal (Game Review)

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Heftig geht es zu bei „Twisted Metal“. Kein Wunder: Sonys Entwicklerhaus Santa Monica Studios stellte bereits mit der „God of War“-Serie (Rezension von „God of War 3“) unter Beweis, dass es ein Meister des blutrünstigen, archaischen Faches ist. Gemeinsam mit Eat Sleep Play hat man nun etwas Neues ausgeheckt. Zwar steht bei „Twisted Metal“ nicht die antike Götterwelt im Zentrum der Aufmerksamkeit, dennoch protzt das Spiel mit nicht minder gewaltbereiten Helden, allen voran dem „Clown“ Sweet Tooth.

„Twisted Metal“ verdient sich im Spielverlauf seine Altersfreigabe ab 18 redlich, aufgrund des größeren Realitätsbezugs mehr sogar als „God of War“. Das soll nun aber nicht heißen, dass das Spiel nicht ein ausgezeichnetes wäre. Der Plot präsentiert sich als schräge Mischung aus David Lynch, Quentin Tarantino und diversen Slasher-Filmen.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Motivation des Clowns, beim von Calypso veranstalteten Auto-Duell mitzumischen, ist die, dass der Sieger einen Wunsch erfüllt bekommt. Und Sweet Tooth sehnt sich nach Rache – Rache an einer jungen Frau, die sich erdreistet hat, sich nicht ohne weiteres vom Clown ermorden zu lassen. Sie ist geflohen, und diese Flucht verfolgt den armen Clown immer noch in seine Träume. Auch wenn er gleich eingangs im Spiel eine weitere Frau nieder metzelt, kann das doch seine Pein nicht lindern.

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In dieser seltsamen Welt des sinnfreien gegeneinander-Losgehens finden sich nun Arenen, in denen der besagte Calypso den Ring frei gibt. So brachial die Story ist, so tollkühn ist auch die Action. Mit grandios aussehenden Autos, die über ebenso grandiose Waffen verfügen, macht der Spieler die jeweilige Gegend unsicher, die im übrigens ebenfalls grandios zu Stücken zerfetzt wird. Dass es dabei egal ist, ob unschuldige Passanten auf der Strecke bleiben (und das im ganz wörtlichen Sinn), trägt wiederum zur hohen Altersfreigabe bei. In den USA mag man solche Titel ja gewohnt sein, in Deutschland aber landen sie nicht selten auf dem Index.

Im Einzelspieler-Modus lernt der Spieler nach dem Clown den guten Mr. Grimm und dann Doll Face – eine Art Frau und damit zweifelhafte weibliche Heldin – kennen. Die Aufgabenstellungen werden immer schwerer, und wer es arg unkompliziert liebt, wird vielleicht früher oder später aussteigen (diesmal nicht im wörtlichen Sinn). Ein kleines Manko an „Twisted Metal“ ist, dass die Steuerung nicht im Spielverlauf erklärt wird. Eine vorab vorgenommene Konsultation des Booklets ist daher Pflicht, zudem werden wohl viele Gamer eine andere Kontrollerbelegung als die voreingestellte bevorzugen. Wer will schon mit der Viereck-Taste Gas geben?

Besonders zu loben sind die umfangreichen Multiplayer-Modi. Neben lokalem Multiplayer mit Split-Screen-Technik bietet „Twisted Metal“ eine LAN-Option und Online-Matches mit bis zu 16 Kontrahenten. Dass es dabei ziemlich wild wird, liegt vor allem auch an den je nach Auto unterschiedlichen Waffen, zu deren Chaos-Potenzial sich zusätzliche Power-Ups gesellen. Mit „Mario Kart“ hat das alles trotzdem nicht mehr viel gemeinsam, zumal es nicht nötig ist, jemals auf der normalen Straße zu bleiben. Einzig um das effektive Überwältigen der Gegner sollte sich der Spieler wirklich kümmern. Dann werden all seine blutrünstigen Träume in Erfüllung gehen…

„Twisted Metal“ bekommt von uns 8 von 10 durchgeknallten, gewaltbereiten Punkten.


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