Invizimals: Das verlorene Königreich (Game-Review)

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Dass Sony’s neues „Invizimals: Das verlorene Königreich” nicht als Blockbuster-Titel gedacht ist, wird schon vor dem ersten Spielen ersichtlich. Denn wer den Veröffentlichungs-Termin überprüft, stellt schnell fest, dass dieser von Ländergruppe zu Ländergruppe stark variiert. Zumindest in Österreich ist nun ein Doppelpack der Invizimals-Serie erschienen. „Invizimals: Das verlorene Königreich“ haben wir uns genauer angesehen, parallel dazu ist auch ein PS-Vita-Pendant erhältlich, das den klingenden Namen „Das Bündnis“ trägt.

Nicht nur das uneinheitliche VÖ-Datum, das Ankündigungen wie „3 Millionen Einheiten in den ersten 2 Wochen verkauft“ von vornherein unmöglich macht, zeigt an, dass „Invizimals“ nicht zu den wichtigsten Titeln Sonys zählt. Die Zielgruppe ist nämlich so eindeutig, wie auch klar ist, dass es um deren Kaufkraft nicht unbedingt allerbestens bestellt ist: „Invizimals“ ist ein Spiel für Kinder unter 12 Jahren, in Ausnahmefällen vielleicht bis 15. Ansonsten muss man schon ein sehr jung gebliebener Spieler sein, um „Invizimals“ so viel abgewinnen zu können wie einem „Infamous“ und Konsorten.

Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt: Ein Junge, der Teil eines recht professionell wirkenden Forschungsteams ist, hat die Mission, in ein Kellergewölbe hinunter zu steigen und dort nach einem Schatz zu suchen. Nicht nur die Tür hinab in den Keller ist magisch und öffnet sich, als entstammte sie einem „Indiana Jones“-Film, sondern auch der gesuchte Edelstein macht einen beseelten Eindruck. Als der Junge ihn nimmt, erweckt er damit – erraten – die Invizimals zum Leben. Diese tierähnlichen Kreaturen haben durchaus Ähnlichkeiten mit den Skylandern, verfügen aber über keine aus Plastik gefertigte Entsprechung.

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Wie die Skylander hat jeder der 16 Figuren, die in „Das verlorene Königreich“ vorkommen, besondere Fähigkeiten und Zauberkräfte. Ebenfalls vergleichbar ist der Anstieg deren Kräfte im Spielverlauf, also neudeutsch das „Hochleveln“. Das macht Spaß und sorgt für kleine Belohnungsmomente, über die sich auch junge Spieler freuen. An den extremen Fun-Faktor, den die „Skylanders“-Serie dank der physischen Vertreter der virtuellen Helden entfaltet, kommt „Invizimals“ verständlicher Weise nicht heran.

Generell ist das Spiel recht einfach, die anvisierte Zielgruppe zeichnet sich am Schwierigkeitsgrad recht deutlich ab. Nur selten sollte es nötig sein, einen Erwachsenen hinzuzuziehen. Einzige Ausnahme sind vielleicht die Puzzles, die besonders unruhigeren Kindern mit leichter ADHS zu viel Geduld und Nachdenkarbeit abverlangen mögen. Wer überlegt, „Invizimals: Das verlorene Königreich“ einem Kind beispielsweise zum Geburtstag zu schenken, sollte sich ansehen, welche Spiele der Betreffende bereits kennt. Ist ein früheres „Invizimals“-Game darunter, ist man natürlich auf der ganz sicheren Seite.

Grafisch ist „Invizimals: Das verlorene Königreich“ keine Offenbarung, speziell angesichts dessen, wie weit vorangeschritten die letzten größeren Veröffentlichungen für die PS3 waren. Das Spiel lässt sich wohl als recht ordentliche Standardkost bezeichnen. Dass Personen unter 14 Jahren allzu viel Wert auf perfekte Kulissen und hyperkomplexe Polygon-Figuren legen, ist ohnehin nicht anzunehmen. Die Frage ist wohl eher, ob man sie von den Spielen am Handy hin zum Fernseher bringt. Schön ist freilich, dass ein Multiplayer-Modus mit an Bord ist.

Wir geben dem Titel 7 von 10 Empfehlungspunkte.


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