Nine Miles Down (Filmkritik)

Der Sicherheitsexperte Thomas ‚Jack‘ Jackman (Adrian Paul) wird zu einer von Wissenschaftlern mitten in der Sahara betriebenen Bohrstation geschickt. Ein Team von Profis wollte dort mit speziellen Bohrern weit in die Erde hinuntergraben, tiefer als jemals zuvor ein anderer Mensch gekommen ist. Der Kontakt zu der Station ist jedoch seit einiger Zeit völlig abgebrochen und so wurde Jack losgeschickt um nachzuschauen, ob dort alles in Ordnung ist.

Zuerst wirkt es so als wäre keine Menschenseele mehr hier, doch dann taucht auf einmal eine mysteriöse Blondine namens Jennie (Kate Nauta) aus der Wüste aus die behauptet, einer der Wissenschaftler zu sein. Die restlichen Crewmitglieder seien alle tot, da sie beim Bohren ein Halluzinationen förderndes Gas befreit haben und zu glauben begonnen hatten, dass sie bis in die Hölle hinuntergebohrt hatten und nun alle verloren seien, da sie dort ein schreckliches Etwas befreit haben. Während Jack mit seinen Nachforschungen fortfährt, beginnt auch er immer mehr seltsame Dinge zu sehen. Bald kann er seinem eigenen Urteilsvermögen nicht mehr trauen und er beginnt immer nervöser zu werden.
Wird Jack zur Gefahr für sich und Jennie oder ist sie vielleicht gar nicht die harmlose Ärztin, die sie vorgibt zu sein?

Nine-Miles-Down

Adrian Paul, einer meiner Helden der 90er Jahre ist zurück. Er war ja in den Jahren 1992 bis 1998 als Highlander Duncan MacLeod in über 100 Folgen der Fernsehserie unterwegs und angesichts seiner mindestens „untoten“ Filmkarriere, schadet ihm ein gewisser Grad an Unsterblichkeit sicherlich nicht.

Nach dem furchtbar schlechten Highlander Film aus dem Jahre 2007 war ich mir schon nicht mehr so sicher, ob er jemals wieder eine anständige Performance zu Stande bringt.
In Nine Miles Down kann er erfreulicherweise beweisen, dass er erstens für seine 50 Jahre gut in Form ist und zweitens echt überzeugend spielen kann. Seine weiblichen Fans dürfen sich übrigens sogar über eine Nacktszene freuen.

Für die Männer gibt es natürlich auch was zu sehen in der Form von Kate Nauta.
Kennengelernt hab ich sie ja in „Transporter 2“ mit Jason Statham, für den sie Luc Besson persönlich entdeckt hatte und in dem sie als desseustragende Killertussi vor allem eines zeigen konnte, dass sie cool und tödlich sexy zugleich sein kann.

Neben Adrian Paul darf sie ihre mysteriösen, zerbrechlichen und auch ihre bösartigen Seiten zeigen, während er einfach immer mehr seinen Verstand zu verlieren scheint wechselt sie ständig zwischen verschiedenen Verhaltensweisen hin und her. Ist sie nun unschuldig, oder ist sie wirklich das Böse aus der Tiefe oder agiert sie vielleicht nur so seltsam, weil sie nicht Jack`s Zorn auf sich ziehen will und bei seinen Halluzinationen einfach sicherheitshalber mitspielt?

Dadurch, dass man auch als Zuseher nicht immer weiss, ob man nun eine objektive Sicht auf sie bekommt oder nur die aus Jack`s Sicht weiss man selber auch nie genau, woran man an ihr eigentlich wirklich ist. Gut gespielt das Ganze, dass Nauta hier die meiste Zeit mit wenig oder gar keiner Kleidung herumrennt wäre also gar nicht wirklich notwendig gewesen.

Soweit zu den positiven Seiten des Filmes, der neben guten Darstellern auch plakative aber nette Effekte vorzuweisen hat und dem man schon ansehen kann, dass Regisseur Anthony Waller (An American Werewolf in Paris) weiss, was er tut.

Das Problem ist vor allem die fehlende Spannung im Film. In Wirklichkeit passiert die ganze Zeit über fast gar nicht. Mann trifft Frau, Mann mag Frau, Mann beginnt zu zweifeln an Frau und will sie schliesslich sogar töten, da er sie für das Böse hält, das klingt doch alles nach ganz normalem Ehealltag, oder?

Spannend ist es auf jeden Fall nicht, ich finde auch die Versuche, Kate Nautas Gesichtsausdrücke in Richtung Kamera für den Zuseher möglichst undurchschaubar erscheinen zu lassen etwas zu bemüht und teilweise schon ein bißchen lächerlich.
Was bleibt ist ein gut gemachter, langweiliger Film, mit guten Schauspielern und Effekten und einem konsequenten Ende, dass man ruhig so lassen kann.

Nine Miles Down bekommt von mir 5/10 realitätsfremde, verbohrte (haha) Empfehlungspunkte.


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