Elizabeth (Filmkritik)

Elizabeth hatte kein einfaches Leben. Nachdem ihre Mutter Anne Boelyn (ihre Geschichte wurde gerade in „Die Schwester der Königin“ verfilmt) hingerichtet wurde, wurde die damals 3-jährige Prinzessin für illegitim erklärt. Vom Hofe verstoßen führte sie ein ruhiges Leben, bis sie eines Tages des Hochverrats an der Königin von England beschuldigt wurde. Doch sie überlebte die Anschuldigungen und wurde nach dem Tod ihrer Halbschwester Maria zur Königin von England und Irland gekrönt. Doch Elizabeth I. erbte ein Land, dass von Wirtschaftskrisen gebeutelt war, dem der Krieg mit den Nachbarländern drohte und das durch Glaubensfragen gespalten war. Nicht zu vergessen, dass ihr viele am Hofe den Thron neideten, so dass sie ständig Angst vor Intrigen haben musste.

Dieser Film gehörte wohl zu den Überraschungserfolgen im Jahr 1999. Mehrfach Oscar nominiert entführt dieser Film uns in die Zeit von Elizabeth I. Was genau ist dieser Film? Vordergründing ist es einmal ein Historien-Drama. Das England das Regisseur Shekar Kapur hier zeichnet ist durch und durch glaubwürdig. Düster und dreckig, gezeichnet von Krisen und durch religiöse und politische Unruhen gespalten.

Gleich in der ersten Szene werden 3 mutmaßliche Ketzer (damals war wohl sowieso jeder 2. Verurteilte unschuldig – aber man hatte wohl Spaß an möglichst grausamen Hinrichtungen) hingerichtet. Der enorm vielschichtige Charakter der Elizabeth wandelt sich während des Films vom mitunter naiven jungen Ding zur unantastbaren Herrscherin, die ihre eigene Persönlichkeit nahezu gänzlich aufgibt und nur noch in ihrer Rolle lebt. Dargestellt wird die Königin von Cate Blanchett, die all ihr schauspielerisches Können in die Waagschale wirft und damit ihre bis damals erfolgreichste Rolle spielte. Alleine ihre Performance ist schon ein guter Grund sich diesen Film anzusehen.

Begleitet wird sie von einem namhaften Cast, von dem mir allerdings keiner so richtig in Erinnerung geblieben ist. Abgesehen von Elizabeth sind die Figuren teilweise doch recht eindimensional. In Nebenrollen findet man Namen wie Joseph Fiennes (Shakespeare in Love), Geoffrey Rush (Fluch der Karibik 1-3), Vincent Cassel (Pakt der Wölfe) und Daniel Craig (James Bond). Auch hier sucht man historische Genauigkeit absolut vergebens. Wobei auch hier wieder gilt – kennt man die Geschichte nicht, gefällt einem der Film sicher besser.

Aber durch diese schwerwiegenden Fehler disqualifiziert sich der Film selbst aus der Kategorie Biografie und kann wohl nur als eine Interpretation der Geschehnisse gelten. Letzten Endes ist Elizabeth ist ein toll ausgestattetes und großartig gespieltes Historien-Drama, dem wohl nur die eigene Geschichte im Weg steht.

Zu guter letzt noch ein Grund warum Frauen regieren sollten: „Ich mag keine Kriege. Man weiss nie wie sie ausgehen.“

Der Film bekommt von mir 6,5 von 10 historisch, opulenten Empfehlungspunkte.


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