The Hunting Party (Filmkritik)

Der erfahrende Kriegsberichterstatter Simon (gespielt von Richard Gere) und sein Kameramann Duck (gespielt von Terrence Howard) waren jahrelang die Besten auf ihrem Gebiet, bis Simon eines Tages vor laufender Kamera ausflippt und daraufhin gefeuert wird.
Duck steigt darauf zum wichtigsten Kameramann seines Senders auf, während Simon sich durch Berichte aus allen Kriegsgebieten der Welt für verschiedenste kleine Sender über Wasser hält.

Eines Tages steht Simon jedoch mit einem verlockenden Angebot in Duck´s Hotelzimmer: er sagt, er wüsste wo sich der am Meisten gesuchte bosnische Kriegsverbrecher „The Fox“ versteckt, und sie werden das einzige Kamerateam sein, dass ihn nicht nur findet, sondern auch das schafft, was die CIA jahrelang nicht zu Stande gebracht hat. Simon will „The Fox“ eigenhändig festnehmen und für seine Verbrechen bezahlen lassen.

„Nur die lächerlichsten Details dieser Story sind wahr“. Schon mit der Einleitung am Beginn von The Hunting Party ist eines klar, die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Hier haben Kriegsverbrecher Abkommen mit der CIA nach dem Motto: mach uns keine Probleme dann machen wir dir keine, der Krieg ist vorbei also vergessen wir das Ganze einfach. Das kann doch nicht real sein, oder?

Regisseur Richard Shepard hat es schon in The Matador verstanden die Sympathien der Zuschauer zu Antihelden hinzuverlagern (damals war es ein netter Killer, diesmal ein leicht arroganter Journalist, der erst durch einen persönlichen Verlust zu einem Antihelden wird, der den Zuschauern nicht egal ist.

Die Schauspieler sind in bester Spiellaune, das männliche Hauptdarstellertrio harmoniert perfekt. Ein manischer, alternder Profi, ein erfahrender Kameramann der auf die Verlockungen des Luxuslebens fast hereinfällt, und ein Jungspund mit Harvard Ausbildung, der seinem Vater etwas beweisen will, wenn diese drei nicht die CIA schlagen können, wer dann?

Diese „Satire“ hat wie schon erwähnt keine klaren Grenzen zwischen echt und erfunden, fragwürdige Entscheidungen werden nicht moralisiert oder als Heldentaten dargestellt.
Der Film schafft es wirklich einem zum Lachen zu bringen und im nächsten Moment möchte man lieber weinen. Ein hoher Unterhaltungswert ist hier auf jeden Fall garantiert, wer aber lieber nach der Wahrheit suchen will dem wünsche ich viel Glück.

Noch ein kleines Zitat für den kleinen Verschwörer, der in jedem von uns steckt.
„I’m not doing what I’m doing. I mean, clearly I’m doing this, but I’m not doing this, because if I was doing this, I could get into a lot of trouble for doing it“.

The Hunting Party bekommt von mir 8/10 reale, fiktive Empfehlungspunkte.


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