Simulacra (Game-Review)

Vor ihrer Tür liegt ein Handy. Sie heben es plötzlich spielt es ein Video ab. Eine Art Hilferuf. Aber dann setzt sich das Handy mehr oder weniger zurück und sie können nicht mehr viel tun. Bis ein Anruf kommt. Es ist der Freund der Besitzerin. Wo ist sie?, lautet die Frage. Und warum habt ihr dieses Handy?

Lügt ihr? Sagt ihr die Wahrheit? Wollt ihr herausfinden, was mit Anna passiert ist und sie vielleicht (falls sie Hilfe braucht) retten?

Es war wieder einmal Zufall und es war ein Playstation-Store-Sale. Ich hatte irgendwann mal von „Simulacra“ gelesen, außerdem gibt es ein Buch von Philipp K. Dick (ja, der heißt so, hört auf zu lachen. Und nur falls ihr es nicht wisst: Ihm verdankt ihr Filme wie „Blade Runner“ oder „The Imposter“ oder „Paycheck“ oder „Minority Report“ und und und), welches ziemlich gut ist. Das Buch hat allerdings nichts mit dem Spiel zu tun, aber ich wollte wieder mal einen Buchtipp (oder mehrere) abgeben.

Jedenfalls gilt es nun Passworte zu knacken, Gespräche mit Menschen zu führen, die ihr nicht kennt und die ihr a) in dem Glauben lassen könnt, dass ihr Anna seid oder b) mit der der Wahrheit konfrontieren könnt und hoffen, dass sie euch glauben. Manchmal kommt es zu Anrufen (die aufgrund eines defekten Mikrofons sehr einseitig ausfallen), aber meistens kommuniziert ihr per Mail oder SMS oder über eine der Apps, die Anna auf ihrem Telefon installiert hat.

Apropos Apps: Um diese dreht sich viel, denn Anna hat eine Dating-App installiert und auch sonst noch ein paar weitere nette „Hilfprogramme“. Außerdem dürft ihr Fotos wieder zusammenbauen, kaputte SMS reparieren indem ihr Worte in die richtige Reihenfolge bringt und tja, so kommt ihr nach und nach dem Geheimnis auf die Spur.

Offen gesprochen: Alles ist sehr einfach zu lösen und nichts davon ist wirklich schwer zu kapieren. Ich habe keine Ahnung, ob es eine deutsche Version gibt, da ich auf Englisch gespielt habe, aber es war alles leicht zu verstehen. Ich muss außerdem sagen, die Atmosphäre ist 1A und das Sounddesign ist wirklich cool geworden. Immer wieder hört ihr ein Flüstern, ein kurzes Rauschen und natürlich darf der eine oder andere Jump-Scare nicht fehlen. Nach und nach schaltet ihr Videos frei, die mal mehr mal weniger erhellende Einblicke in Annas letzte Stunden vor ihrem Verschwinden geben.

Am Ende ist alles ein bisschen viel Monolog, aber die Idee ist nicht schlecht und die Umsetzung macht Spaß. Die Charaktere sind an sich gut geschrieben und man ist sich eine Zeit lang wirklich nicht sicher, ob nicht der Bagger-Typ aus der Dating-App etwas mit Annas Verschwinden zu tun hat oder doch der gewalttätige Exfreund. Außerdem ist euch dann noch die Polizei auf den Fersen und wenn man es genau nimmt, dann ist euch die Polizei aus gutem Grund nicht ganz freundlich gesinnt, denn auf euch als „User“ kommen Erpressung die Aufforderung zu illegalen Handlungen zu. Ja, ihr begeht Straftaten (wenn ihr denn wollte).

Also alles in allem … spannende Sache.

Vermutlich macht die Sache noch mehr Spaß wenn man „Simulacra“ auf dem Handy spielt (was auch die Originalversion ist), aber es hat auch auf der PS4 Spaß für mich gut funktioniert.

„Simulacra“ bekommt 7 von 10 möglichen, auf einfache Art Spaß machende, Punkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.