The Witch: Subversion (Filmkritik)

Koo Ja-Yoon (Kim Da-Mi) ist ein schüchternes, unscheinbares Mädchen, dass jedoch in so gut wie allen Fächern in der Schule, überdurchschnittliche Leistungen erbringt. Weil ihre Familie finanzielle Probleme hat und ihre Mutter immer mehr mit ihrer Demenz zu kämpfen hat, meldet sie sich bei einem Gesangswettbewerb an. Dabei zeigt sie auch ihre spezielle Fähigkeit und lässt das Mikrofon für kurze Zeit schweben.

Ihre Performance wird zu einem vollen Erfolg. Auf dem Weg zu ihrem zweiten Auftritt, wird sie von einem mysteriösen jungen Mann (Woo-sik Choi) angesprochen, der behauptet, sie zu kennen. Ja-Yoon erinnert sich jedoch nicht an ihn, doch die seltsamen Vorfälle häufen sich, denn kurze Zeit später wollen einige Männer in Anzügen, dass sie in ihr Auto einsteigt. Sie kann eine Konfrontation vermeiden, doch wieder zu Hause angekommen, bekommen sie und ihre Eltern mitten in der Nacht plötzlich Besuch von den selben Männern in Anzügen, da sie sich gewaltsam Zugang in das Haus verschafft haben…

Dieser koreanische Film aus dem Jahr 2018 von Drehbuchautor (I saw the Devil) und Regisseur (Night in Paradise) Park Hoon-jung ist für mich wieder mal ein Beispiel, was Produktionen aus Korea sehr gut können bzw. sie oft auszeichnet. Sie nehmen bekannte Versatzstücke und wie sie diese dann zusammenfügen, inszenieren und präsentieren, ergibt dann ein neues Ganzes, dass sich frisch anfühlt. Und die Reise der „Hexe“ ist hiermit noch nicht zu Ende, denn im Originaltitel ist bereits das „Part 1“ eingebunden und derzeit laufen die Vorbereitungen für einen zweiten Teil.

Was passiert, wenn eine geheime Organisation an dir herum experimentiert hat, du nun übermenschliche Kräfte hast und den Verantwortlichen irgendwann entfliehen konntest? Richtig, du versuchst ein normales Leben zu führen, doch irgendwann ist die Konfrontation mit deiner Vergangenheit unausweichlich. Dafür nimmt sich die Handlung sehr viel Zeit. Vor allem natürlich Ja-Yoon, doch auch ihre Eltern und ihre beste Freundin werden als Charaktere etabliert.

Es herrscht dieses „heile Welt“ Grundgefühl, dass im weiteren Verlauf immer mehr durch bedrohliche Situationen gestört wird. Kim Da-Mi (Soulmate) ist eine Newcomerin und ich weiß, warum sie unter tausenden von Bewerberinnen gecastet wurde, denn sie ist wirklich eine Wucht. Ihre schüchterne Außenseiter-Mentalität ist einfach authentisch und man mag sie eindeutig, weil sie so schüchtern ist. Um so stärker wirkt dann der Bruch mit der normalen Welt.

Als sie sich zum ersten Mal wehren muss und es blutig wird, da sitzt man als Zuseher da, schaut und staunt und weiß erst mal nicht, was man sagen soll. Zu diesem Zeitpunkt ist man emotional bereits voll im Geschehen und wird mit einem Action geladenen letzten Drittel verwöhnt, dass nicht nur zu keiner Sekunde langweilig wird, sondern förmlich sprüht vor kinetischer Energie. Ja, ein paar Momente sind schon klar als CGI erkennbar, doch das fällt nicht ins Gewicht.

In Summe ist dieser Mix aus klassischen Martial Arts Bewegungen und Wesen, die mit übermenschlicher Geschwindigkeit und Kraft kämpfen, einfach extrem dynamisch und stimmig geworden und man hätte sogar teilweise gerne noch mehr davon gesehen. Spannend ist dabei auch, dass von den wichtigeren Figuren jeder seinen Moment hat, doch vor allem ist es wieder mal Ja-Yoon, die fasziniert. Fast ist das Mädchen von Beginn des Filmes nicht mehr erkennbar und was ich fast noch interessanter finde, keiner ist hier nur Opfer oder nur Täter.

Probleme beseitigen, das Ego befriedigen, Rache nehmen oder einfach nur überleben wollen, die Beweggründe der handelnden Figuren sind unterschiedlich und manche sind klar weniger sympathisch, doch alle Beteiligten sind auf sich selbst fokussiert und keiner ist dabei einfach nur böse oder nur gut. Das Ende selbst ist Abschluss und Neustart zugleich und diese Story an sich ist abgeschlossen, jedoch wird auch gleich mit der finalen Szene, der Weg zur Fortsetzung geebnet.

Insgesamt für mich ein extrem unterhaltsamer Mix, mit einer eigenständigen Kampfchoreographie, starken Effekten, kultigen Figuren und Darstellern, die in ihren Rollen besser nicht sein hätten können. Ich freue mich auf jeden Fall auf den zweiten Teil und finde es gut, dass sie sich genug Zeit nehmen, dass das auch wirklich was wird. Anscheinend wurde bereits eine neue bisher unbekannte Schauspielerin gecastet als neue Hauptfigur, dafür hat Park Hoon-jung ja ein gutes Händchen.

„The Witch: Subversion“ bekommt von mir 9/10 den Survival Instinct 100 Prozent aktivierende Empfehlungspunkte.


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