Monstrum (Filmkritik)

Im Jahr 1527 regiert König Jung Jong mit Güte und dem Wohl seines Volkes im Auge. Er wird jedoch von Männern in den eigenen Reihen sabotiert, die ihn stürzen wollen, um selbst die Macht an sich zu reißen. Seite einiger Zeit tyrannisiert ein Monster die Wälder und versetzt die Anwohner in Angst und Schrecken. Der König sendet nach seinem im Exil lebenden Vertrauten Yoon (Myung-Min Kim).

Dieser beginnt gemeinsam mit seinem besten Freund und seiner Tochter Untersuchungen, denn es wird angezweifelt, ob es dieses Wesen wirklich gibt oder eben nur eine weitere Intrige der Feinde des Königs ist, um sein Volk gegen ihn aufzuhetzen. Bei einer groß angelegten Suchaktion bekommen alle Beteiligten schließlich mehr Wahrheiten präsentiert, als ihnen lieb sein kann…

Bei seinem erst dritten Film hat sich Regisseur Jong-ho Huh, an einen wilden Mix heran gewagt. Am ehesten ist diese südkoreanische Produktion wohl wie bereits Stimmen auf dem Fantasy Filmfest verlauten ließen, mit einem Abenteuer der Marke „Der Pakt der Wölfe“ zu vergleichen. Wichtig war es hierbei vor allem, die Story an sich ernst zu nehmen, denn es hätte ganz leicht auch ein unabsichtlich in den Trash-Bereich abrutschender Streifen werden können.

Es gibt zwar vor allem zu Beginn den typisch asiatischen Humor, der irgendwo zwischen Slapstick und Klamauk angesiedelt ist, doch nimmt sich der dann auf Grund der ernsten Grundthematik sehr zurück. Das bzw. die wahren Monster sind hier natürlich wieder mal die Menschen, um genau zu sein machtgeile Politiker. Das Volk in Angst und Schrecken versetzen, sie hungern lassen und sogar töten, nur um sich selbst dann als großer Retter aufzuspielen und so die Führungsposition zu erreichen.

ACHTUNG SPOILER: Das Monstrum gibt es wirklich, obwohl es ursprünglich nur erfunden wurde aus oben genannten Gründen. Es ist ein Tier und reagiert instinktiv, als Junges sollte es getötet werden, konnte jedoch flüchten und seitdem lebt es versteckt im Wald und ernährte sich von Pestleichen aus Massengräbern, was wiederum sein ganzes Wesen vergiftet hat. Also das Wesen ist schon auch der Feind, doch ziemlich eindeutig ein unabsichtlich selbst gezüchtetes Monstrum, woran wieder die Menschen Schuld sind. SPOILER ENDE.

Über weite Strecken hat die Geschichte viel von einem Krimi, da Spuren (meist Leichen) untersucht werden und Leute befragt werden. Man weiß zunächst auch als Zuschauer nicht so recht, ob das Monstrum erfunden ist oder echt existiert. Kommt es dann doch zu Action-Einlagen, sind diese zügig inszeniert und eine gewisse schwerelose Leichtigkeit ist zu spüren. Die CGI-Effekte sind zwar erkennbar als solche, doch niemals so, dass man aus der Handlung heraus geworfen würde.

Gut gelingt es auch ein Gespür für die Figuren zu entwickeln, keiner der vier wichtigsten Figuren ist austauschbar und man hat auch durchaus Angst um sie. Immerhin ist dies ein koreanischer Film, da ist so gut wie alles möglich, was die Bandbreite an Enden betrifft. Neben Myung-Min Kim (A Day) als souveräner Antiheld Yoon, blieb mir vor allem Hyeri Lee (My Punch-Drunk Boxer) als seine Ziehtochter Myung im Gedächtnis. Von der Story heraus durfte ihr aus meiner Sicht einfach nichts passieren und eine zielstrebige und intelligent Tochter so charmant zu spielen, ohne den Vater oder die Zuschauer zu nerven, das ist eine Kunst für sich.

Insgesamt daher ein spannender und vor allem durchgehend auf verschiedenen Ebenen, gut unterhaltender Monsterfilm (aka Creature Feature) für Erwachsene. Er nimmt sich ernst und es funktioniert, ohne lächerliche Ansätze zu haben. Wenn ich nach dem letzten Bild vor dem Nachspann eines Filmes breit grinsen muss, dann hat dieser Film in meinen Augen einiges richtig gemacht. P.S.: wenn man schon ein Monster erschafft, dann sollte man es auch im Griff haben. Klingt das für euch auch so paradox?

„Monstrum“ bekommt von mir 8/10 Monster aller Arten zu Fall bringende Empfehlungspunkte.


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